5 Tage lang Ausnahmezustand. 5 Tage lang vollgestopfte Straßen. 5 Tage lang laute, angetrunkene Leute. 5 Tage lang Schwachsinn.

So fühlt sich für mich Karneval an. Ich verstehe nicht, warum man es feiert und denke, man sollte es einfach lassen. Warum? Hier kommen acht Gründe dafür.

  1. Warum muss genau an diesem Datum gefeiert werden? Man kann doch auch an allen anderen Tagen Spaß haben, sich mit Freunden treffen und feiern gehen? Dazu braucht es keinen Alibi-Feiertag. Denn seien wir mal ehrlich: das Argument, man feiere Karneval, um sich vor der Fastenzeit nochmal so richtig auszutoben, zählt nicht mehr. Welcher der vermehrt jüngeren Karnevalisten hält sich denn noch an die Fastenzeit? Ich behaupte: wenn überhaupt eine Minderheit.
  2. Ein weiterer unverständlicher Punkt ist das sinnlose Betrinken: Ohne Alkohol kann man auch Spaß haben. Gut, ich gebe zu, ein paar Bier oder auch andere alkoholische Getränke sind ganz nett. Aber bitte nicht auf der Straße, sondern lieber gemütlich in einer Kneipe oder Wohnung! Gehört zum Feiern unbedingt Alkohol dazu? Besteht da zwangsläufig eine Verbindung zwischen Karneval und solchen Getränken?
  3. Kostüme sind so eine Sache. Warum gibt man 40 bis 120 Euro aus, nur um dieses Kostüm einmal anzuziehen, weil im nächsten Jahr braucht man ja ein Neues. Man kann nicht zweimal hintereinander das gleiche anziehen. Ich sehe da keinen Sinn. Für andere Sachen gibt man auch nicht 120 Euro aus, um es ein- oder zweimal zu benutzen. Warum also für Kostüme, die nach den Karnevalstagen in der Ecke verstauben?
  4. Generell frage ich mich: Warum muss man sich verkleiden, um Spaß zu haben? Geht das nur mit Kostüm an? Wenn man sonst feiern geht, hat man doch auch Spaß und kein Kostüm an! Warum also dann an Karneval?
  5. „Sie hatte nur noch Schuhe an“, „Schatzi schenk mir ein Foto“ oder ähnliche lyrisch anspruchsvolle Ergüsse hört man zuhauf. Die Musik an Karneval ist einfach grässlich! Ok, das stimmt nicht. Die Musik, die an Karneval läuft, ist grässlich! Es gibt so viele schöne und gute Karnevalslieder („Denn wenn et Trömmelsche jeiht“, „Polonäse Blankenese“, etc.), aber die werden fast nie gespielt. Stattdessen schallt aus allen Lautsprechern die Ohropoax erzwingenden Saufbarden Mickie Krause, Tim Toupet oder Olaf Henning. Einfach nur grässlich!
  6. Generell ist es einfach zu kalt, um im dünnen Kostüm von morgens bis abends durch die Straßen zu rennen!
  7. Wenn man es „richtig“ macht, hat man am nächsten Tag einen Kater. Ein großer Nachteil, da der ganze Tag eigentlich hinüber ist. Außer man hat gute Gegenmittel dagegen. Und da liegt das Problem am Karneval: Möchte man die Musik und die Kostüme und die Lautstärke ertragen, muss man zwangsweise trinken und so kommt man in einen Teufelskreis. Dann ist es besser, man bleibt einfach zuhaus´!
  8. Als Kind fand ich die Karnevalswagen ganz toll. Groß, bunt bemalt, Süßigkeiten-schmeißend fuhren sie durch die Straßen des Dorfes. Mittlerweile finde ich die Wagen nur noch nervig. Quietschbunt, meiner Meinung nach immer gleich bemalt, laut drängeln sie sich durch die Menschenmassen und treffen Leute mit den Süßigkeiten am Kopf. Ok, das war übertrieben! Aber, was ist der Sinn von Karnevalswagen? Wenn mir das einer erklären kann, gerne !

Insgesamt kann ich für mich behaupten, dass ich Karneval nicht feiern brauche. Ich habe nicht das Verlangen danach. Ich treffe mich lieber mit Freunden abends gemütlich auf ein Bier als besoffen über die Straße zu laufen. Alle anderen lasse ich gerne Karneval feiern.

Wie sieht es mit Dir aus? Magst du Karneval? Als was gehst du? Was für ein Kostüm hast du?

 

 

 

 

 

 

Eine Antwort

  1. Ares

    Ich würde diesen Text gern als Basis-Erklärung nehmen, damit mein Freundeskreis aufhört mich förmlich mit Hasstiraden dazu zu bewegen, an diesem „ganz besonderen, einmaligen, wunderbar spaßigen Tag im Jahr“ mitzuziehen. Meine Laune hält sich nämlich maximal in Grenzen. Zudem muss ich dazu sagen: ist es nicht jedes Jahr das Gleiche? Ich war die letzten 7 Jahre in Düsseldorf feiern, außer Beklemmungen, Frostbeulen, schwindelerregendem Konsum, Toilettensuche und ziellosem Durch-die-Gassen-schlendern ist mir eigentlich nichts im Kopf geblieben (teilweise liegt das in Filmrissen begründet – aber auch das spricht nicht gerade für diese Festivität). Ich habe mich noch nicht offiziell bei meinen Freunden abgemeldet (wir ziehen immer Sonntags gen Altstadt), da ich aber noch kein Kostüm habe (dafür ist mir mein Geld mittlerweile echt zu schade), ist meine Entscheidung schon relativ gefestigt. 😀 Der Text trifft meine Einstellung recht gut!

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