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Das sind die Meister in der Premier League seit der Saison 2006/2007. Dieses Jahr könnte ein neuer Verein dazukommen: Leicester City. Es wäre eine der größten Sensationen in der gesamten Geschichte des Fußballs. Warum diese Sensation unbedingt wahr werden muss, erzähle ich euch hier.

6,9 Milliarden Euro. So viel Geld kassieren die Vereine in der höchsten englischen Spielklasse von 2016 bis 2019 aus dem neuen TV-Vertrag. Damit kann jeder Aufsteiger (hierzulande vergleichbar mit Ingolstadt) mühelos Spieler für 15 Millionen oder mehr kaufen. Das Problem daran: Die großen Klubs haben damit auch noch viel mehr Geld, so dass die Kluft zwischen den Top Six und den kleineren Vereinen noch größer wird. Heißt im Umkehrschluss: Die kleinen Vereine haben es noch schwerer, sich zu etablieren, geschweige denn die Klasse zu halten. Da mutet es schon sensationell an, dass der Tabellenführer seit dem ??. Spieltag Leicester City heißt. Kurze Rahmengeschichte: Der Verein aus den East Midlands Englands stieg 2014 in die erste Liga auf. Im ersten Jahr war der Unterschied zwischen den Ligen deutlichst zu spüren. Acht Spieltage vor dem Ende waren die Foxes Tabellenletzter. Sieben Siege und eine Punkteteilung später war Leicester City doch noch gerettet und das Wunder nahm seinen Lauf.

Zur neuen Saison wurde Claudio Ranieri als neuer Cheftrainer vorgestellt. Ein gemütlicher, älterer Gentleman aus Italien, der zwar bei vielen großen Vereinen trainiert hat, aber nie wirklich Titel gewonnen hat. Die Ernennung Ranieris zum Chefcoach wurde in der englischen Presse belächelt, war er doch während seiner Zeit beim FC Chelsea (2000-2004) sehr glücklos geblieben. Doch der besonnene Trainer führt die Mannschaft mit ruhiger Hand an die Spitze der Premier League, wo sie mit Defensivqualitäten und starken Kontern glänzt.

Doch das wirkliche Wunder ist, dass Leicester es schafft, all´ die zahlungskräftigen hinter sich zu lassen in der Tabelle und in den direkten Duellen teilweise zu deklassieren (3:1 bei Manchester City). Die Foxes, mit einem Saisonetat von knapp 40 Millionen Euro ausgestattet, zeigen den großen Vereinen die lange Nase. Und das ist wirklich eine Sensation. Im modernen Fußball, der immer mehr kommerzialisiert wird, der immer zur Show oder zur Marketing-Veranstaltung wird (siehe Spiele von „Die Mannschaft“), bei dem es immer mehr nur noch ums Geld geht, kommt ein kleiner Popelverein aus Mittelengland an und wird (voraussichtlich) Meister, mindestens aber Champions-League-Teilnehmer! Und das bedeutet: ein Manchester City, ein Manchester United müssen sich strecken, um einen CL-Quali-Platz zu erreichen.

Und wenn wir ehrlich sind, sind solche Geschichten doch genau das, wovon wir Fußballfans immer träumen: Sensationen. Wie das 7:3 von Uerdingen gegen Dresden, wie die Europameisterschaft der Griechen, wie….. die Liste könnte man noch länger weiterführen. Aber: Diese Sensationen sind in den letzten Jahren immer rarer geworden, weil die Kluft zwischen Ober-und Mittelklasse der Vereine immer größer wird. In der Bundesliga zum Beispiel wird es in den nächsten Jahren vermutlich keinen Meister geben, der FC Ingolstadt, 1.FC Kaiserslautern oder FC St.Pauli heißt. Umso schöner wäre es, wenn Leicester diese Tat vollbrachte. Dann hätten wir eine Geschichte mehr, von der wir unseren Enkeln erzählen können. Wahrscheinlich spielt die Bundesliga dann schon an fünf Tagen zu acht verschiedenen Anstoßzeiten. Aber das ist eine andere Geschichte….

INFO: Sollte Leicester City am Sonntag (15:05) bei Manchester United gewinnen, wäre die Sensation perfekt.

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