Die EM ist vorbei, Portugal ist Europameister. Doch welche Spieler haben überzeugt, welche gehören in die Top-Elf dieser EM?

 

Top-11 UEFA EURO 2016 ©Alyssa Tamara Maaßen

Henning’s Top 11 zur UEFA EURO 2016 ©Alyssa Tamara Maaßen

 

Torwart: Manuel Neuer

Manuel Neuer, bester Torwart der Welt, auch bester Torwart des Turniers, knapp vor Gianluigi Buffon. Nur ein Gegentor aus dem Spiel heraus (Griezmann), vor dem Frankreich-Spiel insgesamt nur ein Gegentor. Starker Rückhalt einer bärenstarkten Defensive, gegen die Ukraine und Italien teilweise überragend, sonst gewohnt sicher und präsent. Starkes Turnier!

Rechtsverteidiger: Joshua Kimmich

Im dritten Gruppenspiel ins Team gerückt, bestach der Youngster durch Offensivfreude gepaart mit oft guten Flanken und einem cleveren und abgebrühten Zweikampfverhalten, obwohl er im Stellungsspiel Mängel aufwies. Sucht im Turnier auf der Position seinesgleichen, hat eine gute EM auf einer ungewohnten Position gespielt.

Innenverteidiger: Jerome Boateng

Abwehrchef der besten Turnierverteidigung. Glänzte wie gewohnt mit Schnelligkeit, Zweikampfverhalten und Übersicht im Spielaufbau, stach hervor durch ein Tor (Slowakei), musste im Halbfinale muskulär verletzt ausgewechselt werden. Untermauerte seine Stellung als bester Innenverteidiger der Welt.

Innenverteidiger: Mats Hummels

Ausnahmsweise wieder ein Deutscher in der Abwehr. Mats Hummels bestätigte seine überragende Form der WM und der letzten Bundesliga-Saison mit viel Ruhe und Abgeklärtheit am Ball, einem klasse Zweikampfverhalten und einem tollen Spielaufbau. Nach Boateng bester Abwehrmann der Euro.

Innenverteidiger: Giorgio Chiellini

Die Rangfolge der Innenverteidiger führt der 31-Jährige Turiner nahtlos fort. Zweikampfstark, mit viel Übersicht und gesunder Härte führt er die traditionellerweise starke italienische Defensive an. Starke Leistungen gegen Belgien, Spanien und Deutschland. Insgesamt ein mehr als gutes Turnier für den Italiener.

Linksverteidiger: Ragnar Sigurdsson

Island, eine der Überraschungsmannschaften des Turniers, erst im Viertelfinale ausgeschieden, wurde angeführt vom überragenden Kapitän in der Innenverteidigung, der in unserer Aufstellung aushilfsmäßig als Linksverteidiger auflaufen muss. Sigurdsson besticht nicht nur durch Zweikampfstärke und Führungskräfte, sondern auch durch Torgefahr (Ausgleich gegen England). In einer kampfstarken und leidenschaftlichen Mannschaft stach er als Kopf des Teams heraus. Top!

Defensives Mittelfeld: Aaron Ramsey

Von einem Überraschungsteam zum nächsten: Wales, erst im Halbfinale gescheitert, hat die britische Fahne lange hochgehalten. Im Herzen der Mannschaft glänzt der mittlerweile blondierte Schopf als kreativer Kopf sowie als Abräumer nach hinten, 1 Tor und 4 (!) Vorlagen sprechen für sich. Wales schied aus, als er gelbgesperrt fehlte. Endlich zeigte er mal sein Talent, was bei Arsenal nicht immer ersichtlich war. Überragende Euro!

Defensives Mittelfeld: Renato Sanches

Ja, Portugal spielte nicht schön, Portugal hatte es auch nicht verdient, ins Finale vorgedrungen zu sein, Renato Sanches aber war mit der einzige gute Portugiese in Frankreich. Der 18-Jährige verbindet Zweikampfhärte mit Offensivdrang, Schussgewalt mit klugen Pässen und das alles mit einem unbändigen Willen. Trieb seine Mannschaft immer wieder nach vorne an, war die dynamische Schaltzentrale der Portugiesen. Nun weiß die ganze Welt, warum er zum FC Bayern wechselt.

Rechtes Mittelfeld: Gareth Bale

Wieder ein Überraschungsteam, diesmal wieder Wales. Gareth Bale, Superstar der Waliser, stellte sich komplett in den Dienst der Mannschaft, schuftete immer mit nach hinten und verhalf seinem Land zum Sprung ins Halbfinale und war dabei mit Ramsey oft der entscheidende Mann, was drei Tore und eine Vorlage belegen.

Linkes Mittelfeld: Cristiano Ronaldo

Man muss ihn nicht mögen, wahrscheinlich kann man ihn auch gar nicht mögen, aber er war offensiv der Auffälligste der Portugiesen: Superstar CR7 hat endlich mal bei einem Turnier bewiesen, dass er mit zu den besten Fußballern dieses Planeten gehört. Mit drei Toren und eben so vielen Vorlagen hat er entscheidend dazu beigetragen, dass Portugal Europameister wurde, auch wenn er im Finale verletzungsbedingt nicht helfen konnte. Klasse Turnier!

Sturm: Antoine Griezmann

Sechs Tore, zwei Vorlagen. Hier könnte die Argumentation enden. Aber Griezmann macht noch mehr als nur das, er reißt Lücken, er setzt Mitspieler ein, aber natürlich sind Tore seine Hauptaufgabe und da hat er geliefert. DER Star der EM, überragendes Turnier! Im Finale auch mit großen Chancen, die er ungenutzt ließ.

Die Bank:
Gianluigi Buffon

Birkir Bjarnason

Adam Nagy

Ivan Perisic

Eden Hazard

Dimitri Payet

Mario Gomez

Olivier Giroud

Hal Robson-Kanu 

Das Rennen um die Krone des besten Torwarts war knapp, am Ende hat Buffon gegen Manuel Neuer verloren, trotzdem hat sich die 38-Jährige Legende wieder überragend präsentiert. Reaktionsstark auf der Linie, mit einer unglaublichen Ruhe in allen Situationen war er der zweitbeste Torwart des Turniers.

Island und Ungarn haben für Furore gesorgt. Zwei wichtige Stützen ihrer Teams waren Birkir Bjarnason (noch FC Basel) und Adam Nagy (noch Ferencvaros Budapest). Bjarnason trat sogar offensiv mit zwei Toren in Erscheinung, schloß Lücken und arbeitete unermüdlich. Nagy, im defensiven Mittelfeld zuhause, zeigte starke Leistungen gegen Österreich, Island und Belgien und wird sicherlich nicht länger in seiner Heimat spielen.

Auch Kroatien und Belgien, beide relativ früh ausgeschieden, hatten trotz gegen Ende enttäuschender Leistungen zwei herausstechende Spieler in ihren Reihen. Ivan Perisic war einer der Stars der Vorrunde, mit zwei Toren (u.a. dem 2:1 gegen Spanien) und einer Vorlage machte er nochmals deutlich auf sich aufmerksam, auch Eden Hazard hat tolle Werte erzielt in einer insgesamt enttäuschenden belgischen Mannschaft, ein Tor, vier Vorlagen demonstrieren eindeutig, dass vom Geist der letzten Premier-League-Saison nicht mehr viel übrig ist. Von beiden ein ziemlich gutes Turnier. Auch Dimitri Payet kann getrost als Star der Vorrunde bezeichnet werden, sein Traumtor gegen Rumänien (2:1) und sein spätes 2:0 gegen Albanien brachten Frankreich auf den Weg Richtung Achtelfinale. Insgesamt verbucht der Mann von West Ham United fünf Scorerpunkte (3 Tore), obwohl er in der K.O.-Phase leistungsmäßig abfiel.

Die EM zeichnet die Rückkehr des richtigen Neuners, des Stoßstürmers auf. Ob Mario Gomez, Olivier Giroud oder Hal Robson-Kanu, viele Mannschaften spielten mit einem bulligen Mann in der Spitze. Vor allem Gomez und Robson-Kanu machten auf sich aufmerksam. Der Deutsche bestätigte seine starke Form der letzten Saison bei Besiktas, hielt viele Bälle, störte die gegnerische Verteidigung und erzielte zwei Tore. Starkes Turnier bis zur bitteren Verletzung! Auch Robson-Kanu konnte zwei Tore erzielen und sprang aus dem Schatten der zweiten englischen Liga. Hart im Zweikampf, gewitzt und technisch stark half er Wales ins Halbfinale, auch hier ein starkes Turnier, mit dem er auf sich aufmerksam gemacht haben wird. Olivier Giroud kam bei Frankreich die gleiche Rolle wie Gomez bei Deutschland zu: Bälle halten, ablegen und – wenn möglich- treffen, das gelang dreimal in allerbester Mittelstürmer-Manier.

Wer fehlt in der Top-Elf? Wer gehört deiner Meinung nach gar nicht rein? Schreib es mir in die Kommentare!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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