Köln so: Oh Gott, Mädchen werden angegrabscht! Mehr Polizei und Anzeigen über Anzeigen

Ich so: Harte Sache. Das ist schrecklich. Aber das passiert jeden Tag, jede Nacht.

Wenn ich nachts auf dem Weg nach Hause bin, bin ich oft nüchtern. Dann sitze ich unten an der Heinrich Heine U und warte, bis meine Bahn kommt, um mich die 4 Stationen nach Hause zu bringen.

Nette Zeit, eigentlich. Da liegen ein paar schlafend auf den Cheeseburgern auf ihren Knien. Da läuft einer an der runden Säule herum, obwohl er eigentlich etwas sucht, um sich anzulehnen. Da vorne wird sich gerade unter Tränen getrennt: „Nain!! Du ferstest das einfach nich!!“. Und ich gaunere zwischen drin rum und hoffe, tief im Inneren geht es doch allen gut.

Mir gehts dann auch gut. Ich möchte dann aber auch am liebsten alleine gelassen werden und mich auf meine Bahn freuen.

Ich möchte nicht von Menschen angesprochen werden. Vor allem zu dem Zeitpunkt nicht von angetrunken Männern. Von Männern, die ich vielleicht auch noch nicht einmal richtig verstehen kann. Denen ich nicht klar machen kann, dass ich mich nicht mit ihnen unterhalten möchte, ihnen aber noch höflich einen schönen Abend wünsche.

Ich möchte auch nicht, dass sich in einer komplett leeren Bahn ein Mann ausgerechnet in meinen Vierer setzt und mich mit seinen Knien berührt oder mich in ein unangenehmes Gespräch verwickeln will.

Das möchte ich nicht, aber wenn es passiert, dann bin ich wie gelähmt, wie in Trance und traue mich irgendwie gar nicht, mich laut zu wehren.

Ich bin stolz auf mich, wenn ich es schaffe, doch was zu sagen. Aufzustehen und freundlich mitzuteilen, dass ich gerade wirklich müde bin und keine Lust auf Gespräche habe, es aber nicht böse meine. Manchmal fange ich auch einfach an, alibimäßig zu telefonieren. „Hey, ich bin gerade an der Bahnstation. Wo bist Du? Ich komme gleich. Holst Du mich von der Bahn ab?“ soll signalisieren, dass ich erwartet werde. Dass mir nichts passieren darf und dass es auffällt, wenn ich auf einmal nicht da ankomme, wo ich ankommen sollte! Oder dass es auffällt, wenn noch jemand mit mir aussteigt und hinter mir herläuft.

Gruselig, solche Gedanken. Aber es kann immer irgendwas passieren. Gerade Köln hat gezeigt, dass wir Frauen eigentlich machtlos sind. Vor allem bei größeren Gruppen von Männern. Aber was soll man machen? Ich müsste schmunzeln, würde mir jemand in so einer Situation vorschlagen, „eine Armlänge Abstand zu halten“, super nett zu sein oder Kontra zu geben. Das wäre mir zu gefährlich. Und was soll ich auch mit Pfefferspray? Den ersten attackieren und dann warten, bis die anderen wütend werden und ich auf einmal zu einem noch größeren Opfer werde als ich schon vorher war?

Wir müssen zu einer größeren Gruppe werden. Zu Zweit sind wir stärker als alleine. 

„Sag mal, gehört ihr zusammen?“ habe ich letztens ein Mädchen gefragt, welches offenbar nicht mit der Person neben sich reden wollte. Mit ca. 3,5 Promille aber nicht mehr wirklich in der Lage war, sich gekonnt und stark abzuwenden. „Nee!! Der lässt mich nur nicht in Ruhe!!“ war die Antwort. „Möchtest Du Dich zu mir stellen und wir warten zusammen auf die Bahn?“ war mein Angebot. Das hat geklappt. Ich hatte eine nette Unterredung über ihren Abend und ihre Erlebnisse.  Der Typ hat uns noch dumme Sachen hinterher gerufen. Aber ganz ehrlich? Wir waren im Gespräch. Wir haben ihn weder beleidigt, noch angegriffen. Wir waren im Endeffekt einfach wirklich zu Zweit stärker als alleine. Wollten einfach Belästigung vermeiden!

Eigentlich will ich nur sagen: Halte Deine Augen auf! Komischer Typ schleicht um Dich herum?

Stell Dich in die Nähe von anderen Mädchen

Knüpf Deine Jacke zu, mach Deine Hose und Haare ordentlich und

Stell Dich stark dar. Beine schulterbreit, Hände in die Hüfte!

Handy ans Ohr

Komischer Typ schleicht um ein anderes Mädchen herum?

Stell Dich in ihre Nähe, warne sie vielleicht auch vor. Ihr müsst keine besten Freunde werden. Ihr seid nur einfach sicherer so.

Das sind war keine super hot Tipps, aber aus meinen Erfahrungen weiß ich, dass Du dich fast nie auf die Menschen um Dich herum verlassen kannst. „Irgendwer passt schon auf mich auf“ hört sich zwar schön an, ist aber ein bisschen naiv. Vielleicht kann man sich ja aber bald auf Dich verlassen? Auch habe ich gelernt, dass ein „Verpiss Dich“ ebenfalls nicht viel bringt, ausser Zorn auf der anderen Seite und noch permanenteres und gruseligeres Belagern.

Und wenn Dir doch wer zu nahe kommt: Klar, man fühlt sich dreckig, ausgenutzt und wie ein Stück Gummipuppe, auch wenn es gar nicht weiter als Bedrängen gegangen ist. Lieb Dich selbst immer weiter und behalt Deinen Stolz. Du bist gut und es gibt Menschen, die das zu schätzen wissen! Spätestens dann, wenn Du eine andere davor beschützt, das Gleiche zu erfahren.

Pass auf Dich auf.

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