Gestern erschien der Minecraft Story Mode und ich habe ihn direkt gespielt. Meine Meinung zu den Charakteren, der Handlung und dem Gameplay erfahrt ihr hier!

Die Charaktere

Die Charaktere

Die vier Hauptcharaktere von links nach rechts: Axel, Jesse, Olivia und Reuben

 

Der Spieler ist Jesse (hier in der Mitte als Mann). Ein junger Mann oder eine junge Frau, sehr abenteuerlustig und mit dem großen Wunsch, irgendwann richtige Abenteuer zu bestreiten ausgerüstet, geht er durchs Leben. Sein bester Freund ist das Hausschwein Reuben, das, obwohl es nur ein Schwein ist, sehr mitfühlend ist und Jesse immer zu verstehen scheint. Ist das gut oder schlecht, wenn mich ein Schwein versteht? Okay, das Thema sollte ich ein anderes Mal erörtern.

Seine besten menschlichen Freunde sind Olivia und Axel. Olivia ist sehr intelligent und stellt oft wirklich hochinteressante Fragen („Würdest du lieber gegen einhundert hühnchengroße Zombies kämpfen oder gegen zehn zombiegroße Hühnchen?“). Sie ist manchmal etwas gehässig und oft unsicher. Sie hat Angst, dass Leute über sie reden, weil sie und Jesse ständig mit dem Schwein Reuben unterwegs sind. Kann ich gar nicht nachvollziehen, wenn man ständig nur mit Männern und Schweinen unterwegs ist. Ist doch die ideale Party-Truppe!

Axel hingegen sind solche Sachen egal. Er ist fröhlich, er isst gerne und das sieht man ihm auch deutlich an. Dafür ist er zu hundert Prozent loyal und würde alles für seine Freunde tun. Er ist allerdings sehr schnell von Kleinigkeiten abgelenkt, er verliert sich im Anblick von Maschinen, die Hühnchen fangen oder kleinen Trankfläschchen.
Dazu kommt noch Petra, eine junge Dame, die sehr gerne in den Nether, eine Art Hölle geht und dort für Geld Sachen beschafft. Das macht sie erstaunlich gut, sie hat es sogar geschafft, einen Wither-Schädel zu bekommen.  Das dauert definitiv ewig, ich spreche da aus Erfahrung.

Sie ist sehr rachsüchtig, wenn man versucht, sie übers Ohr zu hauen. Für ihre Freunde riskiert sie dennoch gerne ihr Leben.
Der letzte im Bunde ist Lukas. Lukas‘ Team, die „Ocelots“ sind die größten Konkurrenten von Jesses Team. Sie gewinnen immer den Bauwettbewerb. Dieses Jahr jedoch soll es nicht so weit kommen. Statt das Verlieren zu hassen, wollen Jesse und sein Team dieses Jahr lernen, das Gewinnen zu lieben. Lukas und Jesse freunden sich im Laufe der Geschichte an, da sie merken, dass sie gar nicht so verschieden sind.

Axel hat jedoch damit so seine Probleme und kommt am Anfang nicht so gut mit Lukas aus, da er ihm die Übelkeiten seiner Freunde immer noch übel nimmt.

Der große Bösewicht ist Ivor. Er haut Petra übers Ohr und beschwört ein mächtiges Monster, welches er selbst nicht kontrollieren kann. Seine Beweggründe dafür werden in der gesamten ersten Episode noch nicht ganz klar. Irgendwie scheint er eine Verbindung zum Order of the Stone zu haben, da er Gabriel kennt.

Gabriel ist ein Mitglied des Order of the Stone, er gilt als bester Krieger des Landes und ist im Umgang mit Waffen sehr geübt. Er ist auch das einzige Mitglied des Bundes, dessen Aufenthaltsort bekannt ist, denn er tritt auf der Endercon auf, weil er das Rampenlicht mag.

Er gibt uns die Mission, die Welt vor dem Wither-Storm zu retten, indem wir die anderen verbliebenen Mitglieder finden. Er ist ein sehr großer Kämpfer, sehr klug und sein Dank ist sehr viel wert. Er rettet Jesse und der Truppe das Leben, da sie ihn zuvor schon gerettet haben.

Die Charaktere sind sehr liebevoll gestaltet. Man versteht ihre Handlungsmotive außer bei Ivor eigentlich immer und hat definitiv sehr schnell eine emotionale Bindung aufgebaut. Die Möglichkeit zwischen insgesamt sechs Designs für den eigenen Charakter zu wählen – drei männliche und drei weibliche – ist ein Novum unter den Telltale-Games und eine Huldigung an Minecraft, das ja schon in frühester Beta die Möglichkeit bot, eigene Skins zu wählen.

Die Handlung

Die Handlung

Braves Riesenmonster, liebes Riesenmonster – Oh Gott, rettet mich bitte wer?!

Der junge Jesse ist auf dem Weg zu einem Bauwettbewerb bei der diesjährigen Endercon, einer Convention in der Minecraft-Welt. Diese wollen sie dieses Jahr unbedingt gewinnen. Durch einen Unfall flieht jedoch Reuben und natürlich rennen wir unserem treuen Freund hinterher. So treffen wir auf Petra, die uns gelinde gesagt den Hintern rettet. Kaum sind wir wieder auf der Endercon, erhebt sich jedoch das Böse aus dem Untergrund und es heißt wieder: „Flieht, ihr Narren!“
Wir müssen die Mitglieder des Order of the Stone finden. Dabei wandern wir durch viele interessante Landschaften und erfahren im Tempel des Ordens, wo sich die verbliebenen Mitglieder befinden.

Wir haben die Wahl: Suchen wir zunächst Ellegard, die Redstone-Technikerin, deren Schaltungen nur von ihrem eigenen Verstand begrenzt werden oder Magnus, den Schurken, dessen Fähigkeiten im Zerstören ungeschlagen sind?
Die Handlung ist sehr durchdacht, zuweilen allerdings auch brüchig. Als man herausfindet, dass Ivor und Gabriel sich kennen, kann man schließen, dass er vermutlich auch mal zum Order of the Stone gehörte, da seine Fähigkeiten als Braumeister den Orden vervollständigt hätten. Natürlich bleibt weiter im Unklaren, warum dieser nicht mehr Mitglied des Ordens ist, aber dennoch nimmt das ein wenig Spannung raus. Trotzdem sprießt die Handlung vor Spannunsgwechseln und dem einzigartigen Telltale-Humor, der auch in eckig noch erstaunlich gut funktioniert.

Die Welt

Die Welt

Ein alter, zerfallener Tempel. Wunderschön, wie eigentlich die gesamte Welt.

Zur Spielwelt kann man nicht viel sagen. Sie ist in typischer Minecraft-Optik gehalten, also sehr „blockig“, allerdings sehr verspielt gestaltet und mit atemberaubenden Konstruktionen. Bei der Überlegung, dass, obwohl eine vollkommen andere Engine verwendet wurde, das Spiel so sehr nach Minecraft aussieht, ist man manchmal sehr überrascht. Zwischenzeitlich wollte ich wirklich anfangen zu bauen, da mir die Welt sehr gefiel. Ging leider nicht, aber vielleicht hab ich genug Langeweile, die Welt nachzubauen. 😉

Das Gameplay


Das Gameplay Quicktime

Lauf Jesse, Lauf! Manchmal werden die Quick-Time-Sequenzen etwas knifflig

Das Gameplay Crafting 1

Das Crafting ist erstaunlich genau nachempfunden, einfach nur eine Feder, einen Stock und einen Feuerstein ins Craftingfeld und…

Das Gameplay Crafting 2

Zack hat man einen richtigen Pfeil!


Auch das Gameplay überzeugt auf ganzer Linie. Es gibt Quick-Time-Events, das Crafting aus Minecraft wurde beinahe originalgetreu umgesetzt und das Kampfsystem ist auch sehr „Minecraft-like“. WASD zum Bewegen, Linksklick zum druff kloppen. Sitzt, passt, wackelt und hat Luft.

Besonders, dass das Crafting so schön umgesetzt wurde, freut mich, da das Spiel dadurch wirklich zu einem Minecraft-Spin-Off wird und nicht nur zu einem Spiel mit Minecraft als Thema. Die Quick-Time-Events sind typisch Telltale, was aber in dem Fall nichts Schlechtes, sondern etwas sehr Gutes ist. Immer so knapp, dass man mehr als einmal kurz vorm Ausrasten ist, weil einen der verdammte Pfeil schon wieder getroffen hat!
Das wichtigste jedoch: Es ist kein Java! Die Minecraft-typischen Ram-Engpässe habe ich hier völlig vermisst, was mir sehr gut gefallen hat.

Grafik

Die Grafik ist sehr ähnlich zum Original-Spiel, allerdings stark aufgehübscht. Die grundsätzliche Auflösung von 16×16  pro Block wurde beibehalten, nur dass jeder der einzelnen 16×16 Pixel aus vielen Pixeln besteht. Es ist praktisch wie Minecraft in HD. Das ist nett anzusehen und hat was. Es wurden nur geringfügige Anpassungen gemacht, da sich das Spiel auch genau an die gleichen Käufer wendet wie Minecraft selbst. Da ist Grafik noch das unwichtigste, es geht um Spielspaß. Und den erfüllt trotz der begrenzten Spielwelt der Story Mode genau wie das Ursprungsspiel.

Fazit

Was kann man über den „Minecraft Story Mode“ sagen? Die Charaktere und die Landschaft sind liebevoll gestaltet, die Story ist sehr durchdacht und spannend, allerdings mit kurzweiligen Schwächen. Die Wahlmöglichkeiten sind immer wieder sehr schwierig und man lernt, mit den Charakteren mitzufühlen.

Da sich die anderen merken, was man sagt oder tut, bin ich sehr gespannt auf die nächste Episode, die wohl Ende 2015 oder Anfang 2016 erscheint.

Abschließend kann ich sagen: „Minecraft Story Mode“ ist nicht das Minecraft-Spin-Off, das man erwartet, aber ein passendes. Es erweitert die Minecraft-Möglichkeiten in einem logischen Zusammenhang und baut eine sehr düstere Handlung auf.
Es ist weder ein typisches Telltale-Adventure noch ein typisches Minecraft. Es ist eine Fusion. Die Kooperation zwischen Mojang, dem Entwicklerstudio von Minecraft und Telltale merkt man dem Spiel an vielen Stellen an. Das Spiel setzt einen hohen Maßstab an zukünftige Versionen, dem Telltale jedoch bisher immer gerecht werden konnte.

Mit weniger als einem Gigabyte Downloadgröße ist es auch schnell installiert, wobei die nächsten Updates und damit die Episoden das Spiel erst richtig groß werden lassen. Über die Spielzeit – siehe Tweet – kann man sich definitiv nicht beschweren und für mich kann die zweite Episode gar nicht schnell genug erscheinen. Ich kann es nur empfehlen, solange es noch warm ist!

 

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.

8 + dreizehn =