Achtung! Der nachfolgende Text könnte Spuren einer subjektiven karnevalistischen Meinung enthalten. Das Weiterlesen ohne Humor erfolgt auf eigene Gefahr.

Seit einiger Zeit arbeite ich nun schon in Düsseldorf und bin hier mittlerweile doch deutlich öfter als in Köln unterwegs. Letztes Jahr ist es dann das erste Mal soweit gewesen. Bis zu diesem Tag eigentlich ein undenkbares Szenario: Karneval in Düsseldorf. Es war ein komisches Gefühl, an Altweiber mal auf der anderen Seite des Bahnsteiges zu stehen und nicht die Reise nach Köln anzutreten. Nichtsdestotrotz wollte ich das Ganze mal genauer unter die Lupe nehmen: Wo wird eigentlich besser Karneval gefeiert?

Die Anreise
© Fotolia / Gerhard Bittner

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Auf der Kölner Seite eine Vielzahl verkleideter Leute, laute Musik, um diese frühe Uhrzeit schon viel zu viele „Kurze“ intus, die Stimmung: Ausgelassen. Auf der Gegenseite (außer mir): eine Hand voll Leute im Business-Look. Verkleidungen: Fehlanzeige. Stimmung: Naja, wie die Stimmung auf dem Weg zur Arbeit eben ist, wenn gegenüber ein Haufen betrunkener Partylöwen herumhüpft und Nummer 1 gerade dabei ist, in hohem Bogen über das Bahnhofsgeländer zu k… Lassen wir das. Ich denke ihr wisst, was ich meine. Davon ließ ich mich aber nicht unterkriegen, immerhin hatte ich gute Laune im Gepäck! Der erste Punkt fährt jedoch mit in die Domstadt. Köln 1, Düsseldorf 0.

 

Die Karnevalsmusik

In der Bahn sitzend stellte ich fest, dass mich eines der eben gehörten Lieder als Ohrwurm begleitet. „Et gitt kei Wood, dat sage künnt, wat ich föhl, wenn ich an Kölle denk…“. „Gibt schon viele geile Kölner Lieder!“, dachte ich mir. Doch was hört man in Düsseldorf eigentlich? Bis heute konnte ich mir diese Frage nicht beantworten. Gibt es keine gute Düsseldorfer Karnevalsmusik? Im Laufe des Tages standen auf meiner imaginären Liste doch schon einige typisch Kölsche Lieder die in Düsseldorf gespielt wurden. Selbst Google hat mich bei meiner nachfolgenden Online-Suche im Stich gelassen und in sämtlichen Playlists fand ich kaum ein Lied über Düsseldorf. Daher ein klarer Punkt für die Kölner Liedermacher.
Köln 2, Düsseldorf 0.

Wer kann besser Party machen?

Geschunkelt und getanzt wird natürlich überall. Ein gewisser Alkoholpegel und Musik lassen selbst mürrische Tanzpartylegastheniker in Schwung kommen. Was seit meiner Kindheit leider immer noch als Uralt-Tradition etabliert ist, sind „Der Sultan hat Durst“- Endlosschleifen sowie „Die Karawane zieht weiter“ singende Polonaise-Stafetten. Nur mit Glück konnte ich einer dieser Polonaise-Schlangen entwischen, als eine etwas ältere Frau versuchte, mich vor ihr in die Reihe zu zerren. Aber ausgelassen gefeiert wird überall! Somit eine faire Punkteteilung. Köln 3, Düsseldorf 1.

Kölsch oder Alt – Die ewige Frage nach dem besseren Bier

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In Sachen Bier sind beide Lager gleich. Das Eigene ist das mit Abstand Beste und Leckerste, was der Bier-Gott je gezaubert hat und das Andere würde nicht mal dann getrunken werden, wenn es auf der ganzen Welt nichts anderes mehr zu trinken gäbe. Aussagen, wie „Kölsch? Du meinst diese gelbliche Flüssigkeit, die aussieht wie mein Altbier, wenn es gleich raus muss?“ oder „Altbier? Ja, lass das leckere Kölsch mal ein paar Jahre stehen. Dann probierst du es nochmal und wirst sehen, dass es sich nicht nur farblich dem Altbier angepasst hat.“ beschreiben die Meinungen beider Lager ziemlich gut.
Hier wird schnell klar, dass keiner der beiden einen Sieg davontragen kann. Wenn man sich die Inhaltsstoffe beider Sorten ansieht, wird man sogar feststellen, dass diese identisch sind. Beim Altbier führt lediglich das längere Rösten der Malzkörner zu einer dunkleren Farbe und einem anderen Geschmack – und Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Okay, ich bin ehrlich – diese Klugscheißerinfo habe ich aus dem Internet!
Und für die, die diesen Zwist amüsiert verfolgen wollen, gibt es ja immer noch das neutrale Pils. Auch hier hat keiner der Beiden die Nase vorn. Köln 4, Düsseldorf 2.

Das Highlight – Der Rosenmontagsumzug

Für beide Karnevalshochburgen ist der Rosenmontagsumzug das absolute Highlight. Kölner Dreigestirn gegen Düsseldorfer Prinzenpaar. Die Kölner können sich damit schmücken, den ältesten und gleichzeitig größten Karnevalsumzug in Deutschland auf die Straße zu schicken. Im Vergleich: Der Düsseldorfer Umzug ist in etwa halb so groß. Im Gegensatz zur Größe können sich die Düsseldorfer dadurch auszeichnen, als farbigster und kreativster Umzug in Erscheinung zu treten. Die Tatsache, dass der WDR doch meist den Kölner Umzug bevorzugt, liegt wohl eindeutig an der Tatsache, dass dessen Hauptsitz in Köln ist. Hier geht der Punkt an Düsseldorf. Nimmt man jedoch die vielen Kölner Veedelszüge und den Geisterzug hinzu, holen die Kölner in Punkto Vielfalt auf und gleichen aus. Köln 5, Düsseldorf 3.

umzug

Alaaf schlägt Helau! Natürlich nur aus meiner Sicht. Wie seht ihr das Ganze? Wer kann besser Karneval?

Ich kann sagen, dass mir das Karnevalstreiben in Düsseldorfs Altstadt sehr gefallen hat, es aber für mich nur eine echte Stadt gibt, um Karneval zu feiern: Köln alaaf you!

Trotzdem wird es für jeden dort am Schönsten sein, wo das Herz den richtigen Takt schlägt. Ganz egal ob Düsseldorf oder Köln, Blau-Weiß oder Rot-Weiß – habt Spaß und lasst es krachen!

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