Seit dem Jahreswechsel von 2014 ins Jahr 2015 fühlt es sich schon fast wie eine Tradition an, obwohl ich es bisher erst einmal zuvor gemacht hatte: Über Silvester in ein anderes Land zu verreisen. Dieses Jahr fiel meine Wahl auf die Türkei.

TAG 1

So habe ich mich dieses Mal mit meinen Jungs auf den Weg nach Istanbul gemacht, nachdem wir im Vorjahr in London waren.  Wie wahrscheinlich zu erwarten war, beginnt unserer Trip am Düsseldorfer Flughafen. Um genau zu sein am 30.12.2015. Um 7:45 Uhr sollten wir abheben. Dementsprechend waren wir schon um kurz nach sechs Uhr vor Ort. Ich bin zum ersten Mal mit Turkish Airlines geflogen und wurde nicht enttäuscht. Die Gepäckaufgabe funktionierte reibungslos, das Essen und der Service im Flugzeug waren super. Nach knapp dreieinhalb Stunden Flugzeit sind wir in Istanbul gelandet. Vor Ort dann der erste Schock: Es war frischer als bei uns und sogar einige Schneeflocken fielen vom Himmel.  Vom Flughafen aus sind wir dann mit der U- bzw. Straßenbahn in die Stadt zu unserem Hotel gefahren. Nachdem wir uns ein wenig verlaufen hatten, machte sich ein breites Grinsen ins unseren Gesichtern breit. Zum einen war es unser erster Schneefall in diesem Jahr und zum anderen schallte eine Art türkischer Gesang durch die Stadt. Später haben wir herausgefunden, dass es einen sogenannten „Muezzin“ gibt, einen Ausrufer, der die muslimische Gemeinde fünfmal am Tag zum Gebet in die Moschee ruft.

Nach einer kleiner Verschnaufpause im Hotel, haben wir den ersten Abstecher in die Stadt gemacht, um schon einmal ein klein wenig die Augen offen zu halten, wo wir in der Silvesternacht unser Unwesen treiben können. Es war nicht zu fassen. Es hat doch tatsächlich richtig heftig geschneit. Natürlich kam uns der Schnee entgegen geflogen, direkt ins Gesicht. Es war schon kalt. Sehr sogar! Während wir heiter Selfies im Schnee schossen und unsinnige Videos auf dem Weg zum berühmten „Taksim-Platz“ drehten, haben wir plötzliche eine Explosion in unmittelbarer Nähe gehört. Uns war auf einmal ganz mulmig, denn ein Terroranschlag ist heut zu Tage ja nicht mehr auszuschließen. Da aber weder Panik ausbrach, noch Leute wild umher liefen, entschieden wir uns unseren Weg fortzusetzen. Als wir schließlich den besagten Platz, mühselig durch den wütenden Schneesturm, erreichten, haben wir erstmal einen Döner verdrückt. Wie übrigens jeden Tag. Zwei Mal!

Wir schlenderten die Einkaufsstraße herunter, schlichen durch die dunklen Gassen Istanbuls auf der Suche nach einem Café zum Verweilen. Um 23 Uhr an einem Mittwochabend war es erstaunlich voll. Versuche, uns in eine Disco hineinzuquatschen, haben wir erfolgreich abgewehrt. Letzten Endes sind wir in einem türkischen Lokal gelandet, wo wir den Abend mit einer Pfeife und türkischem Tee ausklingen ließen. Die Taxifahrt zurück zum Hotel war übrigens mega günstig! Etwas komisch: Der Taxifahrer selbst kannte den Weg nicht, musste Passanten fragen und ließ sich von uns auf seinem Smartphone den Weg zeigen.

TAG 2

Der Tag der Silvesternacht war gekommen. Nachdem wir morgens um 5:30 Uhr, bei Sonnenaufgang, durch einen türkisch klingenden Gebetsaufruf geweckt wurden, sind wir, nach einem reichhaltigen Frühstück und einer ausgiebigen Dusche, frisch und wohlgenährt in den Tag gestartet. Als wir vor die Tür traten traf uns der nächste Schock. Mehrere Zentimeter hoher Schnee und das in der Türkei!!

Wir machten uns auf den Weg in die Stadt, um die typischen touristischen Sehenswürdigkeiten abzuklappern. Auf der Agenda stand: Hagia Sofia, die blaue Mosche und das Erkunden des Hafens. Wie immer ließen wir uns einfach treiben. „Irgendwie finden wir schon zu den Sehenswürdigkeiten“. Wir zogen durch die Straßen Istanbuls, vorbei an unzähligen Döner Lokalen. Wirklich, ich habe nirgendwo einen Chinesen oder Italiener gesehen, an jeder Ecke gab es nur Drehspieß. Was haben wir also wieder gegessen? Richtig! Döner, diesmal halt nicht im Brot, sondern auf Reis mit ein paar Pommes und einer Suppe als Vorspeise. Nach einer kleinen Mittagspause und den üblichen Selfies vor den Sehenswürdigkeiten, kam uns die Idee zum Hafen zu gehen, um einen Blick auf die asiatische Seite Istanbuls zu erhaschen. Heute wissen wir: Das war eine der schlechtesten Ideen. Immerhin werden wir diesen Fußmarsch nie vergessen. Aber was war passiert?

„Koooommmm, lass uns die Straße entlang gehen, dahinten wird das sein.“ An sich macht mir Gehen ja nichts aus. Aber dieser Weg war unendlich lang und das Schlimmste: Auf einen Winterurlaub hatte ich mich bedauerlicherweise nicht eingestellt, sodass mein Schuhwerk unpassend war. Heißt im Umkehrschluss, dass ich jeden Tag rund um die Uhr nasse Füße hatte. Und wenn man dann den ganzen Tag durch Zentimeter hohen Schnee latscht, überkommt einen das Gefühl, dass die Füße kurz vor dem Absterben stehen. Letzten Endes  war die erhoffte Sicht auf die andere Seite nicht so prickelnd, da es zu bewölkt war. „Naja, war ja immerhin eine Erfahrung wert“.

Nach einer kleinen Verschnaufpause machten wir uns auf den Weg in Richtung Hotel. Noch kurz im Supermarkt etwas eingekauft und über den großen Bazar gehuscht. Dort gibt es wirklich alles, was das Herz begehrt. Von Teppichen, Schals, Tüchern, Taschen über Handys, Schmuck und Elektroartikel. Wirklich alles – und es wird gehandelt. Ob es sich immer um Originalware handelt, bleibt außer Frage. Einen frisch gepressten Granatapfelsaft haben wir uns gegönnt. Unglaublich lecker und intensiv im Geschmack. Da kann man nicht viel falsch machen.

Leicht erschöpft im Hotel angekommen, haben wir zu aller erst unsere Eisklumpen an den Füßen auftauen lassen – mit heißem Wasser in der Badewanne. So standen wir schließlich zu dritt in der Wanne, in der Hoffnung unsere Füße wieder zu spüren. Das Problem unsere Schuhe zu trocknen, haben wir mit einem selbsterbautem Turm aus Tischen und Stühlen ebenfalls bewältig bekommen, da es keine Heizung, sondern nur eine Lüftung an der Decke des Zimmers gab.

Schließlich war es soweit: Der Silvesterabend stand vor der Tür. Das heißt Fertigmachen, einen Umtrunk starten und losziehen. Achja: Und einen Döner essen. Leider wurden wir partymäßig etwas enttäuscht. Bis auf ein kleines bisschen Straßenfeuerwerk haben wir nichts gesehen. Vielleicht waren wir zur falschen Zeit am falschen Ort, wer weiß?! Aber ein paar Rutscheinlagen auf den nicht gestreuten Straßen haben uns heiter gehalten.  Nicht zu vergessen: Wir haben Silvester zusammen verbracht, das war alles was in dieser Nacht zählte.

TAG 3

Am letzten Tag wurden wir mit einer Portion Sonne verwöhnt. Die Stadt erschien direkt in einem völlig anderen Glanz, mit blauem Himmel und Sonnenschein. So klapperten wir noch einmal die Sehenswürdigkeiten ab. Diesmal jedoch haben wir das Wahrzeichen Istanbuls, die Hagia Sophia, besichtigt und nicht nur Selfies in unmittelbarer Nähe gemacht. Dieses beeindruckende Bauwerk ist eine ehemalige byzantinische Kirche, die später eine Moschee wurde und heute zu einem Museum umgebaut wurde. Obwohl ich nicht sehr kulturinteressiert bin, war auch ich begeistert von der Innenarchitektur. Sehr prachtvoll und imposant.

Nach einem Besuch in der gegenüberliegenden blauen Moschee haben wir wieder einen Mittagssnack zu uns genommen. Dreimal könnt ihr raten was. Am frühen Nachmittag ließen wir uns dann zu einer Schifffahrt über den Bosporus hinreißen.  An Bord war es wieder eiskalt, trotz der Sonne. Die Fahrt über das Meer, vorbei an der Galatabrücke, offenbarte viele schöne Aussichten. Verfolgt wurden wir von einer Horde Möwen, die nur auf kleine Knabbereien der Gäste aus waren. Und das mit Erfolg. Auch viele schöne Fotos ließen sich knipsen, vor allem als die Sonne unterging und sich auf dem Meer spiegelte.  Vom dritten Tag erschöpft und durchgefroren verschlug es uns ins Hotel, wo wir uns für den letzten Abend fertig machten. Entspannt und mit türkischer Live Musik verbrachten wir diesen in einem Lokal, mit Kaffee, Tee und Bier.

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Der Rückflug am nächsten Tag gestaltete sich problemlos. Istanbul ist auf jeden Fall eine wunderschöne Stadt und sehr sehenswert. Auch wenn es geschneit hat und eisig kalt war. Vielleicht hat auch der Schnee den besonderen Reiz ausgemacht, weil wer kennt Istanbul schon in weiß?

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