Manchmal träume ich davon, eine erfolgreiche Sportlerin zu sein! Man würde Geld haben, bekannt und erfolgreich UND dünn sein. Was will man mehr?

Die besten, spannendsten und krassesten 60 Minuten meiner Woche sind bei meinem wöchentlichen Handballspiel, bei dem es meist um „Leben und Tod“ geht (im wahrsten Sinne des Wortes). Die meisten, denen ich erzähle, dass ich in einer Handballmannschaft bin, reagieren gleich: „Handball und Frauen? Ist doch eher was für Männer“, „Bist du nicht viel zu klein dafür?“ oder „Fußball ist doch viel spannender“.

An dieser Stelle lache ich immer sehr, denn diese Menschen haben gar keine Ahnung, was ihnen entgeht.

Für mich ist es nicht einfach nur ein „Sport“, klar, das ist der nette Nebeneffekt, dass man dabei auch noch Kalorien verbrennt, aber nicht der Hauptgrund, weshalb ich es liebe.

Handball ist ein Teamsport! Meine Handballmannschaft ist gleichzeitig meine Familie, mit der ich viel unternehmen kann. Sei es unser jährliches „Schrillen“ (Grillen im Schnee im Garten mit ein oder zwei genüsslichen Bierchen) oder unser traditionelles „Aachen-Camping-Beachhandball-Wochenende“, bei dem wir schon Bestandteil des Inventares von Schwarz-Rot-Aachen sind.

Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, wenn man dem Sieg so nahe ist. Der Kopf setzt für diese 60 Minuten aus. Man lernt zu kämpfen. Bis zur letzten Minute. Bis zur letzten Sekunde!

Diese Erfahrung, dass kämpfen bis zum Schluss etwas bringt und man im Optimalfall der Sieger zum Schluss ist, bringt mich in meinem Leben weiter. Das haben wir größtenteils unseren Trainern zu verdanken.

Auf dem Spielfeld gibt es natürlich oft „Gekloppe“ und ich fliege ehrlicherweise auch echt oft vom Feld, doch nur mit Gehirn gewinnt man leider auch nicht, haben wir mit der Zeit festgestellt. Ich sage immer „wir“, weil es uns nicht als Einzelkämpfer gibt, sondern nur als Team. Wenn im Training nur einer von uns „Scheiße baut“, machen wir auch ALLE die Strafliegestütze mit, wir sind eben sozial 😉

Seit ich 9 Jahre alt bin, bin ich dabei. Früher noch unerfahren, Angst vor dem Ball und Angst, sich auf dem Spielfeld wehtun zu können. Mein erster Trainer hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin. Er hat uns gezeigt, dass man sich selbst vertrauen muss, um auf dem Feld „Jemand“ zu sein. Jeder ist ein Teil des Teams und wird bei Entscheidungen und Problemen mit einbezogen.

Das wichtigste: Jeder in der Mannschaft ist etwas Besonderes und jeder hat andere Stärken, die wir alle brauchen, um den Gegner besiegen zu können. Wir kennen uns, können blind zusammen spielen und uns auf den anderen im Spiel verlassen. Das ist ganz wichtig, denn ohne Vertrauen funktioniert das Spiel nicht. Der Lieblingssatz meines Trainers: „So meine Lieben Damen, heute können wir nur gewinnen, wenn ihr für euch und die anderen kämpft!“

Körperlich sind wir den meisten Mannschaften eigentlich immer unterlegen, deshalb können wir oft nur mit Taktik und Teamgeist gewinnen, was wir auch oft schaffen.

Wie jede Mannschaft haben auch wir einen „Wir-Gewinnen-natürlich-was-für-eine-Frage-Schlachtruf“, den wir vor den entscheidenden 60 Minuten jedes Spiels aus uns heraus brüllen.

Und jedes Mal, wenn wir alle zusammen in einem Kreis stehen, alle das gleiche Trikot anhaben und uns anlachen und motivieren, bekomme ich eine Gänsehaut, weil dieses Gefühl so unbeschreiblich gut ist.

Um die Frage zu beantworten: Ja, Handball und Frauen, das passt super zusammen!

 

 

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