Von Anton H.

Jeder hat diesen einen Freund oder diese eine Freundin, die es schaffen, eine komplette Serie an nur einem einzigen Wochenende durchzuschauen. Dafür war ich nie wirklich zu begeistern. Klar habe auch ich schon immer Serien geschaut und mich auf neue Folgen gefreut. Aber eine Folge nach der anderen durchsuchten zu müssen?  Nein, ein Serien-Junkie war ich nie. Bis jetzt. Bis ich die Serie „Empire“ für mich entdeckt habe.
„Empire“ hat meine Sicht auf Serien verändert, da sie mich komplett begeistert hat. In Empire geht es um die ehemalige fiktive Hip-Hop-Legende Lucious Lyon (Terrence Howard), der die Plattenfirma Empire Entertainment gegründet hat und zu einem Musikimperium aufsteigen lässt. Zahlreiche weltbekannte Musiker arbeiten für sein Label und machen es so erfolgreich, dass Lyon es nun an die Börse bringen möchte. Er herrscht als Geschäftsführer über dieses Imperium, bis er erfährt, dass er an der Nervenkrankheit ALS erkrankt ist und nur noch kurze Zeit zu leben hat. Somit beschließt er, einen seiner drei Söhne Andre (Trai Byers), Jamal (Jussie Smollett) und Hakeem (Bryshere Gray) als seinen zukünftigen Nachfolger an der Spitze von Empire Entertainment aufzubauen.

Sein persönlicher Favorit ist von Anfang an der Jüngste der Söhne, Hakeem. Ein sehr begabter Rapper, der jedoch sein Talent wegschmeißt, da er die harte Arbeit scheut und sich eher auf Partys, Alkohol und sein Playboy-Image gegenüber den Mädels konzentriert. Sein Bruder und bester Freund Jamal ist ebenfalls ein musikalisches Wunderkind, aber ansonsten so ziemlich der Gegenpart von Hakeem: sensibel, zurückgezogen und er scheut das Rampenlicht. Darüber hinaus schämt sein Vater sich für ihn, da er homosexuell ist. Andre, der älteste Bruder, wäre eigentlich als Nachfolger wie gemacht. Seit Jahren arbeitet er bereits hart im Plattenlabel und leitet die Finanzabteilung. Lucious reicht das aber noch nicht aus, ihm fehlt bei Andre etwas Entscheidendes: Charisma. Somit fordert Lucious die drei Söhne auf, um den begehrten Platz zu konkurrieren.
Als ob das nicht schon genug wäre, kommt auch noch Lucious Ex-Frau Cookie (Taraji Henson) völlig unerwartet früher aus dem Gefängnis heraus und verlangt ihren Anteil am Unternehmen. Sie saß 17 Jahre hinter Gittern, da sie damals erwischt wurde, als sie für die Familie Drogen verkaufte. Mit diesem Geld gründete Lucious die Firma. Dem und seiner neuen Freundin Anika passt das natürlich überhaupt nicht. Cookie schlägt sich zudem auf Jamals Seite und mischt den Kampf um den Thron des Musikimperiums auf, was die Familie zu zerstören droht.
Neben diesem Konkurrenzkampf und anderer krimineller Machenschaften des Vaters kommt eines in der Serie natürlich nicht zu kurz: die Musik! Die allererste Folge startet direkt mit einem Megahit – Begeisterung pur, sofort. In jeder Episode werden tolle neue Songs gespielt und sowohl Gesang als auch Rap sind teilweise atemberaubend. Obendrein konnten internationale Topstars wie Jennifer Hudson, Naomi Campbell, Rita Ora, Juicy J und Courtney Love an Land gezogen werden. Schneller als ich über den Preis nachdenken konnte, habe ich mir das komplette Album gekauft.
Episode um Episode habe ich die Serie genossen und wäre wohl an diesem Wochenende auch zum Serien-Junkie geworden, gäbe es da nicht ein Problem: bisher gibt es erst diese eine Staffel. Natürlich war die Enttäuschung groß, doch nach einer kurzen Internetsuche hat sich meine Stimmungslage in Vorfreude gewandelt. Die zweite Staffel ist Ende September in den USA angelaufen und im kommenden Jahr bei Pro7 fest eingeplant. Ein bisschen gedulden muss ich mich also noch. Dafür bietet die zweite Staffel noch mehr Folgen und es konnten weitere Weltstars für Empire gewonnen werden: Timbaland und Ne-Yo wurden bereits verpflichtet, an Denzel Washington und Lenny Kravitz ist man dran. In den USA ist es der Überraschungshit schlechthin, in Deutschland noch nicht so dermaßen eingeschlagen.
Also, falls ihr auf gute Unterhaltung gepaart mit Spannung und richtig toller Musik steht, ist mein Tipp: schaut euch Empire an!

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