Von Sarah N.

Über Pfingsten beschlossen drei meiner Freunde und ich, nach Münster zu fahren, da einer von ihnen dort studiert und uns seine Wohnung und die Stadt zeigen wollte. Ich muss zugeben, am Anfang hatte ich nicht so viel Lust. Zum einen aufgrund der langen Anfahrt und zum anderen, weil ich noch nicht genau wusste, was mich erwartet. Das schlimme ist, dass ich immer alles genau geplant haben muss und dies war hier nicht der Fall. Meine Freunde sind sehr spontan. Aber ich kann euch sagen, die Erlebnisse, auf die ihr weniger Lust habt, werden immer die Besten sein!

Da wir auf dem Land in einer kleinen Stadt am Niederrhein wohnen, mussten wir uns auf eine dreistündige Zugfahrt gefasst machen. So schlimm war es jedoch nicht, denn man hatte sich Einiges zu erzählen. Erst mussten wir bis nach Düsseldorf fahren, umsteigen und von dort aus bis nach Münster.
Das Wetter war leider nicht grandios, 12 Grad und Regen. Trotzdem hatten wir alle gute Laune und nichts konnte uns davon abhalten.

Als wir um 17.50 Uhr in Münster ankamen, hatten wir einen Riesenhunger. Den Tunnel, den wir hinter dem Bahnhof durchqueren mussten, führte uns zu einer Dönerbude. Das Personal des Lokals war wirklich sehr nett, aber die Pizza zum Preis von 3,50 Euro war alles andere als ein Geschmackserlebnis.

Das nächste Ziel war die Wohnung, die ziemlich zentral in der Hafenstraße liegt. Dort haben wir unser Gepäck abgestellt und sind direkt los in die Stadt gelaufen. Mein Freund Kai hat uns zuerst seine Uni gezeigt (Westfälische Wilhelms-Universität). Von da aus sind wir am LWL-Museum für Kunst und Kultur vorbeigelaufen. An diesem Ort habe ich mir wirklich gedacht, dass es im Sommer schön sein muss, nach der Uni einfach auf den Treppen zu sitzen und mit seinen Freunden zu quatschen. Anschließend zeigte er uns den Prinzipalmarkt, der für seine mittelalterlichen Bogengänge und die zahlreichen Designerläden bekannt ist. Nicht zu vergessen ist natürlich auch der St.-Paulus-Dom, der bereits im Jahre 1225 erbaut wurde, das bekannte Rathaus, welches sich ebenfalls am Prinzipalmarkt befindet und die Lambertikirche. Ich muss sagen, dass in Münster eine einzigartige Atmosphäre herrscht. Das Zentrum ist nicht besonders groß, aber die kleinen Gassen, der altmodische Stil der Gebäude und die zahlreichen Fahrräder die man überall sieht, machen Münster zu einer einmaligen Stadt. Meiner Meinung nach ist Münster die perfekte Studentenstadt.

Mittlerweile war es kurz vor neun und wir machten uns wieder auf den Weg zur Wohnung. Dort angekommen machten wir uns alle für den Abend fertig. Wir hatten vor, in den Club „Heaven“ zu gehen, da eine Freundin von mir, die ebenfalls in Münster studiert, uns diesen empfohlen hatte. Auf dem Programm stand die „Sweet Heaven“ Party. Ich war bisher noch nie in einer Großstadt feiern, aber ich wusste, es würde tausend Mal besser sein als auf dem Land. Um ungefähr 23.30 Uhr liefen wir los. Es war kalt, aber der Weg war nicht weit. Von weitem sah man bereits die Schlange. Insgesamt mussten wir eine halbe Stunde in der Schlange warten. Aber es hat sich wirklich gelohnt! Bereits als man reinkam war man positiv überrascht, zum einen weil in dem Moment „One Dance“ von Drake lief, und zum anderen weil das Optische einen mitgerissen hat. Heaven ist nicht der größte Club, tagsüber ist es ein Restaurant, aber ich habe gemerkt, dass es ein Club mit Klasse ist. Die Musik war „on point“, wenn man das so sagen kann. Ein Mix aus Hip Hop und aktuellen Hits, genau mein Ding. An diesem Abend war mir alles egal, ich habe getanzt wie noch nie in meinem Leben (wahrscheinlich auch, weil man keinen kannte) und hatte so viel Spaß. Seitdem ich dort feiern war, will ich nicht mehr auf dem Land feiern gehen, der Unterschied ist wirklich markant. Und die Leute in Großstädten sind anders, es waren hauptsächlich nur Studenten in dem Club. Es war übertrieben voll, vor allem die Tanzfläche! Zwischendurch hat es einen gestört, da manche Menschen wirklich keine Rücksicht nehmen und einen ständig anrempeln, aber wie gesagt, an dem Abend war mir alles egal! Um halb 5 waren wir wieder in der Wohnung und um halb 7 haben wir, zwar extrem müde und kaputt, den Zug Richtung Heimat genommen.

Erneut hat sich herausgestellt, dass der Abend/Tag, auf den ich Anfangs wenig Lust hatte, einer der besten Tage/Nächte in meinem Leben war. Ich kann es nur jedem empfehlen Münster zu besuchen und dort feiern zu gehen!

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