Jeder von uns kennt mit Sicherheit die gleichen, ausgenudelten Partyspiele wie Bier-Pong, Klimpern, Flunkyball, Zirkeln oder Mäxchen. Sicher sehr gut, um schnell betrunken zu werden, aber eigentlich recht unspektakulär. Okay, bis auf einige Ausnahmen, wenn es beim Zirkeln die Regel „Sobald man einen Satz sagt, muss man immer an das Ende in meiner Hose dranhängen.“ gibt. Ich gebe zu: Das ist mit Abstand die lustigste Regel gewesen, die wir je hatten. So sehr gelacht habe ich schon lange nicht mehr, das könnt ihr mir glauben. Vor allem, wenn dann Sätze wie „Hey Marc, du bist dran in meiner Hose!“ kommen, kann sich niemand mehr halten, und das, OBWOHL man ja sowieso weiß, dass dieses Ende jetzt kommt (und das lag garantiert nicht nur an dem Pegel!!).

Aber kommen wir zum eigentlichen Thema. Wir haben uns mal auf die Suche nach ein paar neuen, coolen und vor allem „intellektuelleren“ Kartenspielen für unsere abendliche Bierrunde gemacht. Intellektueller in dem Sinne, dass man eventuell ein kleines bisschen denken muss und nicht wie ein Affe grölend Bierdeckel durch die Gegend schmeißen muss. (Ja, das ist ein bisschen übertrieben, aber wahr). Hier meine Top 3!

Platz 1: Die Werwölfe vom Düsterwald

Wer kennt das Spiel eigentlich nicht? Werwolf ist bei vielen Klassen- oder SV-Fahrten ein echter Klassiker! Für diejenigen unter uns, die nie bei einer Fahrt dabei waren: Es handelt sich hierbei um ein sehr teamorientiertes Gruppenspiel (spielbar ab 8 Leuten, ca. 10€). Wobei es lustiger und cooler wird, wenn es mehr sind! Ausgangssituation ist folgende: Wir befinden uns in dem malerischen Dörfchen Düsterwald, in dem die Idylle aber trügt. Denn seit einiger Zeit treibt hier ein Rudel Werwölfe sein Unwesen und jede Nacht fällt seinem unstillbaren Hunger ein Dorfbewohner zum Opfer.
In dem Bestreben, die Wölfe auszurotten, greifen die Dorfbewohner zur Selbsthilfe und der einst beschauliche Ort wird zur Bühne für einen harten Kampf – Wölfe gegen das Dorf.

Eigentlich ist das Spiel ganz simpel, die Mitspieler setzen sich in einen Kreis oder an einen Tisch, jeder muss jeden sehen können. Der Spielleiter bewegt sich frei im Raum. Nun zieht jeder eine Karte, auf der ein kleines, hübsches Bild ist, welches die Identität festlegt. Es gibt Identitäten mit speziellen Fähigkeiten, wie zum Beispiel Amor, das blinzelnde Mädchen, den Jäger, die Hexe, die Seherin und eben ganz normale Dorfbewohner und die Werwölfe.

Der Spielleiter leitet das Spiel und lässt das ganze Dorf „einschlafen“ (alle legen ihren Kopf auf den Tisch und sind leise). Nun wachen die verschiedenen Identitäten nach und nach auf, gucken den Spielleiter an und verständigen sich durch Blickkontakt mit ihren Kumpanen. Die Werwölfe suchen sich ein Opfer der Nacht aus und töten es. Am Morgen, wenn das ganze Dorf wieder erwacht, verkündet der Spielleiter anschließend das Opfer. Das Dorf muss nun diskutieren und durch geschickte Kombination der Vorfälle herausfinden, wer ein Werwolf sein könnte und diesen töten.

Anschließend schläft das Dorf wieder ein (ohne die getöteten) und Runde 2 beginnt! Das Ganze geht so lange, bis entweder alle Werwölfe oder das ganze Dorf getötet worden sind.

Ein Klassiker bei uns: Jemand vergisst, welche Identität er besitzt, vergisst aufzuwachen oder tötet „zu laut und auffällig“. Diese Eskapaden machen das Spiel jedoch umso lustiger!

Normalerweise ist dieses Spiel auch kein Trinkspiel, es eignet sich nach Bedarf jedoch sehr gut dafür. Beispiel: Es wird immer ein Kurzer getrunken, Inhalt darf frei gewählt werden, wenn: 1.man vom Spielleiter einzeln aufgerufen wird, 2. wenn man getötet worden ist, und 3. bevor man wieder schlafen geht, und 4. immer zwischendurch.

Platz 2: Privacy

Privacy wird sicher den meisten von euch unbekannt sein, ich kenne das Spiel auch noch nicht sehr lange. Es ist als Karten- (ca. 10€) und als Brettspiel (ca. 30€) erhältlich. Ich bevorzuge die Kartenspiel-Variante, welche einfach unkomplizierter Spaß bereitet.

Bei diesem Spiel lernt man seine Mitspieler besser kennen, sogar manchmal zu genau! Spielbar ist dieses Spiel ab 6 Leuten, doch wie bei vielen: „Je mehr Leute mitspielen, desto lustiger wird es!“

Ausgangssituation ist hier folgende: Es wird sich wieder in einen Kreis gesetzt, in der Mitte ein Stapel Karten, auf denen Fragen stehen. Jeder Mitspieler erhält 6 Karten auf der Hand. 3 Karten, auf denen ein „JA“ und 3, auf denen ein „NEIN“ steht. Ganz einfach: Der erste Spieler zieht eine Karte vom Stapel und liest die Frage laut vor. Die Mitspieler müssen direkt reagieren und entweder eine „JA“, oder eine „NEIN“-Karte mit der Rückseite nach oben auf den Tisch werfen, so dass niemand bemerkt, ob es ein „Ja“ oder ein „Nein“ war!

Der Clou der Sache ist, dass die Fragen sehr, sehr, sehr persönlich sind, privacy halt. Hier ein paar Fragen zum Einblick, ob ihr das Spiel wirklich spielen wollt:

Nachdem jeder eine Karte in die Mitte geworfen hat, überlegt sich jeder, wie viele „JA’s“ sich wohl in dem Stapel befinden, das bedeutet: „Wie viele meiner Freunde hatten wohl schon einmal Sex in einem Schlauchboot?“. Jeder gibt seinen Tipp ab, der notiert wird. Zum Schluss wird der Stapel gelüftet und die „JA’s“ werden gezählt.

Das ist dann der lustigste Punkt des Spiels, denn jeder versucht natürlich nun zu erraten, wer das JA gelegt haben könnte. Ihr könnt euch ja denken, wie es ablaufen wird in einer Runde mit 10 Leuten: „Ich höre beim Sex gerne immer nur eine bestimmte Musikrichtung“, 9 x NEIN und 1x JA. 😀

Ich kann euch nur den Tipp geben, ein gutes Pokerface zu haben, sonst werdet ihr schnell durchschaut und jeder kennt eure intimsten Geheimnisse! Jedoch kann ich dieses Spiel wirklich nur empfehlen!

PS: Auch hier kann gerne bei jeder Frage getrunken werden! Bei höherem Pegel dann: Bei allen JA’s die man legt, trinken 🙂

Platz 3: Cards Against Humanity

Das Spiel „Cards Against Humanity“ kommt aus den USA und ist bisher in Deutschland nur unter dem Namen „BÄM“ (ca. 15€) zu finden. Inhaltlich sind die Spiele leicht unterschiedlich, aber sehr ähnlich.

Deshalb vorne weg: Wenn ihr das „Original“ haben wollt, müsst ihr euch das Spiel selbst basteln.

„CAG“ besteht aus vielen weißen und schwarzen Karten. Auf den weißen Karten findet man Begriffe oder kleine Sätze wie:

  • World of Warcraft.
  • Würstchenparty.
  • Ein homoerotischer Volleyball-Zusammenschnitt.
  • Eine Anmache.
  • All-you-can-eat-Shrimp für 5€.

Auf den schwarzen Karten befinden sich entweder Fragen oder Sätze mit Lücken.

  • Was lässt mich unkontrolliert furzen?
  • Wie riechen alte Leute?
  • Was ließen die USA im Luftraum von Afghanistan für die Kinder abwerfen?
  • Während Picasso‘s oftmals übersehenen braunen Periode, schuf er hunderte von Gemälden von _________.
  • Was möchtest du nicht in deinem chinesischen Essen finden?

Ziel des Spiels ist es, den möglichst witzigsten Satz zu bilden oder die witzigste Antwort auf die Frage zu geben.

Und wie läuft das ab? Jeder Mitspieler erhält 10 weiße Karten auf die Hand. In der Mitte liegt der Stapel mit den schwarzen Karten. Immer reihum wird eine schwarze Karte gezogen und vorgelesen. Jeder Mitspieler (außer der Spielleiter) sucht sich nun aus seinen weißen Karten die lustigste aus und gibt sie dem Spielleiter der Runde. Dieser liest im Anschluss alle Sätze mit den integrierten Antworten der Spieler vor. Zum Schluss wird abgestimmt und per Handzeichen entschieden, welche Antwort die Beste war.

Je mehr man trinkt, desto lustiger wird das Spiel!

Viel Spaß beim Spielen !

 

 

 

 

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