Von Marco M.

Wie bitte, du warst noch nicht in Europas westlichster Hauptstadt? Das muss sich ändern! Lissabon gehört nämlich zu den schönsten Städten überhaupt. Warum? Das erkläre ich dir im folgenden Text.

Meine erste und einzige Reise in Portugals Hauptstadt liegt schon eine Weile zurück. Es war im Mai 2013, daran erinnere ich mich genau. Denn Hauptgrund der Reise war nicht etwa ein 08/15-City-Trip, sondern ein für mich besonderes Fußballspiel. Und wie für den Großteil meiner Geschlechtsgenossen ist auch für mich der Ballsport von großer Bedeutung. Und als Fan von SL Benfica, einem Klub aus Lissabon, war die Halbfinal-Partie der UEFA Europa League 2013 besonders wichtig.

Aber ich wollte nicht nur für das Fußballspiel anreisen, sondern auch, wenn ich denn schon mal da bin, die Stadt erkunden. Aus Kostengründen stieg ich in einem günstigen Hostel im Stadtteil Belém ab. Der lag zwar leider etwas außerhalb des Stadtkerns, dafür konnte ich am ersten Tag gleich die Aussicht vom 35 Meter hohen Torre de Belem, eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt, genießen. Zudem lag das Stadtbekannte Café „Pasteis de Belém“ gleich um die Ecke, weshalb ich mich morgens immer mit den gleichnamigen Cremetörtchen für den Tag eindecken konnte.

Und die Essensrationen waren auch wichtig, denn die Stadt ist alles, aber sicher nicht leicht zu erkunden. Selbst mitten im Zentrum begegneten mir kilometerlange Steigungen und Gefälle. Wer also auf dicke Füße verzichten möchte, der nutzt lieber die traditionellen Trams, welche an sich schon ein Highlight sind. Und überhaupt strahlt die gesamte Stadt einen unglaublichen Charme aus. Und dieser Charme gipfelte für mich auf der Castelo de São Jorge. Von der Burg aus konnte ich nämlich die gesamte Stadt überblicken – wirklich ein toller Ausblick!

Und da Tiere immer gehen, war auch der Besuch vom weltweit zweitgrößten Ozeanarium ebenso Pflicht, wie der Tagesausflug in den Lissabonner Zoo. Im Ozeanarium widmete ich mich, wie der Name schon sagt, allen möglichen Meeresbewohnern. Das Interessante: es gibt neben den einzelnen kleinen Aquarien noch ein riesiges Becken, welches sich vielerlei Fischarten teilen. Ganz wie bei einem Wimmelbild, ließ sich auch nach dem fünften Mal schauen etwas Neues entdecken, weshalb ich mich der Mehrheit der Besucher anschloss und mich für eine gute Stunde einfach vor die riesige Glasscheibe setzte und den Anblick genoss. Zum Glück hatte ich noch paar Cremetörtchen dabei! Mittags ging es dann in den Zoo. Neben dem obligatorischen Betrachten von Tiergehegen, war auch eine Show mit inbegriffen, bei welcher Delfine und Seehunde allerlei Kunststücke vorführten. Doch das eigentliche Highlight war die Gondel, die quer über den Zoo installiert war. Mit dieser konnte ich über den gesamten Komplex blicken und über einzelne Gehege hinweg“fliegen“.

Direkt nach dem Zoobesuch stand dann auch das lang ersehnte Fußballspiel an. Im Estádio da Luz (zu Deutsch: Stadion des Lichtes) würde sich entscheiden, ob der Trip perfekt oder mit einem faden Beigeschmack in Erinnerung bleiben würde. Mit Trikot und Schal gewappnet machte ich mich auf den Weg zum Stadion. Es war mein erstes „Heimspiel“ und von daher war ich unglaublich euphorisch. Bereits vor dem Stadion kochte die Stimmung und ich konnte kaum auf den Anpfiff warten. Gemeinsam mit 55.000 Zuschauern erlebte ich dann 90 packende Minuten mit meiner Mannschaft. Selbst auf dem Oberrang sprangen die Fans wie verrückt auf und ab. Zwischenzeitlich fielen auf beiden Seiten die Tore, weshalb sich Freude und Leid im Minutentackt ablösten. Letztendlich gewann mein Verein mit 3:1 und qualifizierte sich für das Finale. Es war der wahrlich perfekte Abschluss einer tollen Reise. Und so entstand auch meine Liebe zu Lissabon. Eine Stadt, die ich wirklich jedem empfehlen kann – natürlich auch ohne den Besuch eines Stadions!

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.

3 + 6 =