„Das Konzept der Limo auf den Kopf stellen, ein Erfrischungsgetränk ohne Zucker oder Süßstoffe erschaffen.“ – Was mit einer Idee begann, ist inzwischen ein ausgereiftes Geschäftsmodell geworden. Die drei Freunde Patrick Krell, Patrick Pfäffle und Michael Taheri haben sich im Studium kennengelernt und mit LIWO ein Produkt erschaffen, das den Energiehaushalt im Gleichgewicht hält und Blutzucker und Insulinspiegel nicht mit schnellverdaulichem Zucker oder Süßstoffen durcheinanderbringt. LIWO stellt eine clevere Alternative zu Cola und Fanta dar, ganz nach dem Motto: Weil der ganze Tag zählt.

Aber wie kommt man eigentlich von der innovativen Idee zum erfolgreichen Produkt? Und wie wird man überhaupt Jungunternehmer? Wir haben uns mit einem der LIWO- Gründer, Dr. Patrick Krell, getroffen und ihn mit unseren Fragen gelöchert.

Patrick hat Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Entrepreneurship studiert und schon promoviert. Unternehmensgründung hat ihn schon immer interessiert und so war das mit der Selbstständigkeit eher eine Sache der Zeit. Stimmt doch, oder Patrick?

P: Ja genau! Ich wollte immer schon gründen und war auf der Suche nach Ideen und nach einem Team. Ich denke, das ist auch das Elementarste für eine erfolgreiche Unternehmensgründung: Ein gutes Team und eine innovative Idee!

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K: Aber was genau Du nun entwickeln möchtest, war Dir da noch nicht klar? Also hätten es auch KFZ-Bauteile sein können?

P: Ja, das hätten auch KFZ-Teile werden können! (schmunzelt) – wenn es gepasst hätte! Aber mir war schon wichtig, etwas Innovatives zu entwickeln. Etwas, das es am Markt noch nicht gibt und womit man vielleicht auch etwas verändern kann. Mit Ernährung habe ich mich immer schon auseinandergesetzt und schon relativ früh ein Problem erkannt: In vielen Getränken ist einfach total viel Zucker drin! In der Kantine zum Beispiel gibt es nur Cola, Fanta und Eistee – selbst die Milch ist mit Zuckerzusatz. Mit LIWO haben wir endlich ein Produkt entwickelt, das nicht nur auf Haushaltszucker verzichtet, sondern auch noch als gleichmäßiger und langanhaltender Energielieferant fungiert.

Problem also erkannt! Und damit auch eine innovative Idee. Fehlt nur noch das Team, oder? Einen der beiden Partner, Michael, hat Patrick vor ca. vier Jahren auf einer Gründerveranstaltung kennengelernt. Diese Gründerveranstaltungen kann man auch mit Pitch- Partys vergleichen: Leute stellen ihre Ideen vor, Konkurrenzbeobachtung, Trends, Kontakte knüpfen!

Auch Michael hat den gleichen Studienweg eingeschlagen und hatte ähnliche Pläne wie Patrick. Ideen austauschen, wachsen, sich öfter austauschen – umsetzen! Aber erst einmal überlegen, wie man schrittweise vorgeht, oder?

P: Also erstmal muss man sich finden, den richtigen Zeitpunkt kommen lassen und dann haben wir uns mit dem Dritten im Bunde, Patrick Pfäffle, zusammen gesetzt, haben uns alle kennengelernt und geguckt, ob das alles passt. Und das tat es! Besonders wichtig war im nächsten Schritt erst einmal die Finanzierung und da hatten wir ja glücklicherweise das Gründerstipendium vom Bundeswirtschaftsministerium erhalten und damit konnten wir dann auch Vollzeit einsteigen!

Durch den universitären Kontext lernt man viele Förderprogramme und Möglichkeiten kennen. Michael hat vorher auch bereits mehrere Jahre in einer Gründungsberatungsgesellschaft mit dem Schwerpunkt Finanzierung gearbeitet und kannte neben dem klassischen Förderprogramm „Exist“ auch eine Menge anderer Förderprogramme. Auch Patrick hat vorher schon als Consultant und am Lehrstuhl gearbeitet.

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K: Woran erkennt man denn, dass der richtige Zeitpunkt „da“ ist?

P: Bei uns war es eher dem geschuldet, dass wir mit dem Studium fertig waren. Wir haben vorher schon in Teilzeit an der Idee gearbeitet und haben beispielsweise den Businessplan für „Exist“ geschrieben und dann eingereicht, so dass wir mit der Finanzierung in die Selbstständigkeit wechseln können. 

Bevor es aber an die Rezeptur des neuen Getränks ging, waren Partner von Nöten, die über das Spezialwissen verfügen. Da hatten die Jungs auch schon genaue Spezialisten im Visier: Biologen, Diabetologen, Mediziner, Ernährungsberater. Besonders Prof. Dr. Kolb hat es nochmal auf den Punkt getroffen: mit ihm konnten sie das Problem noch einmal genau spezifizieren und auch die Lösung dafür finden.

P: „Wir sind ja im Endeffekt alle BWLer mit Schwerpunkt Enterpreneurship und konnten uns selbstständig machen – aber so tief im Thema Ernährung waren wir leider nicht so sehr wie die Profis.“

K: Wie und wo habt ihr die Partner gefunden? Ich meine, habt ihr einfach angerufen und gesagt „Hey, wir haben das vor – machst Du mit?“ und sie sind sofort darauf angesprungen?

P: Das war ehrlich gesagt insgesamt ein bisschen gemixt. Wir hatten Leute, die total begeistert waren und total Lust drauf hatten – bei anderen sind wir gar nicht durchgedrungen. Viele Professoren hatten Interesse, viele aber auch nicht. 

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K: Was hat man denn als Partner davon, mit in euer Boot zu steigen?

P: Immer unterschiedlich. Manche werden bezahlt, manche sind aber auch rein aus Interesse dabei gewesen oder auch, weil sie uns unterstützen wollen. Die Universität Wuppertal hat als unser Partner mit uns beispielsweise das „Exist“-Stipendium beantragt, das war dann eher auf freundschaftlicher Ebene. 

Viele der Partner schippern immer noch mit den Jungs in einem Boot. Aber immer unterschiedlich! Wenn es um Weiterentwicklung geht, sind andere gefragt als bei neuen Technologien beim Abfüllen der einzelnen Flaschen. Oder beim Entwickeln des Marktingkonzeptes:

P:„Man glaubt gar nicht, wie viel man in Deutschland beachten muss, wenn man ein Produkt auf den Markt bringt: Wo muss was stehen, welche Angaben allgemein und so weiter! Da hatten wir auch wieder Partner wie Anwälte für „Health Claims“ (die Aussagen, die man treffen darf) für Lebensmittel, die von der EU vorgegeben sind.“

K: Also, wenn Du mal zurück denkst: Hat Dir Dein Studium was gebracht? Konntest du anwenden, was du im Studium gelernt hast?

P: Durch Studium und die Spezialisierung habe ich mich halt schon früh mit Gedanken auseinandergesetzt, irgendwann mal etwas zu gründen. Und auch die Interessen richten sich danach. In den Jahren hat man einfach Zeit, um sich auf die Selbständigkeit vorzubereiten. Also es war schon hilfreich! Vor allem auch die Abläufe, Dinge, die man planen und auf die man achten musste – das Studium hat einem da eine gute Grundlage gegeben.

Natürlich ging es wohl manchmal am Plan vorbei. Bei Rückschlägen wie Verspätungen beim Abfüllen beispielsweise musste man mal mehr, mal weniger groß schlucken. Aber im Großen und Ganzen lief alles nach Plan.

K: Abschlussfrage: Ist die „Höhle der Löwen“ was für euch?

P: Wäre eine Überlegung! Wir müssen nur gucken, wann der richtige Zeitpunkt ist. Momentan wollen wir überregional das Getränk für die Unternehmen und Meetings sein. Bei der „Höhle der Löwen“ sehen wir uns eher erst, wenn wir auch im Einzelhandel angelangt sind. 

K: Dein Tipp für junge Gründer?

P: Wenn jemand Passion dafür hat, dann sollte er seine Visionen auch auf jeden Fall umsetzen und ruhig mal ein Risiko eingehen!

K : Allerdings! „ No risk, no fun“! 

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