„Nur noch eine Folge und dann ab ins Bett“ – ich denke, jeder von euch hat sich diesen Satz schon mehr als einmal gesagt und sich trotzdem nicht daran gehalten. Aber was ist der Grund dafür? Binge-Watching! Das ist ein Phänomen aus den USA, das mittlerweile auch in Deutschland angekommen ist und kommt von den beiden englischen Worten „binge“ für Gelage und „watching“ für Fernsehen. Also ein „Fernseh-Gelage“ – man binge-watcht also, wenn man mehrere Folgen einer Serie am Stück guckt. Damit meine ich nicht zwei oder drei sondern eher fünf und mehr. Es ist erst durch die Video-on-Demand-Dienste wie Netflix oder Maxdome wirklich bekannt und verbreitet worden.

Aber warum binge-watcht man überhaupt etwas?

Ich denke das beste Beispiel dafür sind Serien wie Breaking Bad oder Game of Thrones. Ich werde jedoch den Bezug auf Breaking Bad setzen, da dies die erste Serie war, die ich je binge-gewatcht habe. Der Grund dafür ist meistens in der Handlung der Serie begründet. Bei Breaking Bad gab es keine Folge, nach der man nicht wissen wollte, wie es weitergeht. Selbst während ich das hier schreibe, binge-Watche ich die britische Serie „Doctor Who“.

Das Geheimnis liegt genau wie bei allen guten Serien in der Spannung. Serien ohne Spannung sind es nicht wert, sie bis zur Übermüdung zu gucken. Allerdings liegt das Geheimnis darin, dass es durch VoD-Anbieter wie Netflix überhaupt erst möglich ist, ganze Serien am Stück zu gucken. Bei Netflix ist das besonders Gemeine sogar, dass sie dich dazu auffordern, die nächste Folge zu gucken. Ist eine Folge zu Ende, hast du sofort die Möglichkeit, die nächste zu gucken. Das ist besonders bei spannenden Serien wie Doctor Who oder Breaking Bad so, als ob du gerade ein Stück Schokolade gegessen hast und man dir das nächste in die Hand gibt und sagt „Du kannst die Schokolade jetzt essen oder auch nicht.“ Wer von euch würde die Schokolade zurücklegen? Ich jedenfalls nicht.

Im Endeffekt ist das Phänomen nicht neu, die Zeitabstände verkürzen sich nur.

Wenn man eine Serie mag, die im Fernsehen läuft, beispielsweise Game of Thrones, dann schaltet man auch jede Woche bzw. jeden Tag zur gleichen Zeit den Kanal ein, um die neueste Folge nicht zu verpassen. Bei VoD hast du halt nur die Möglichkeit, sofort „eine Woche“ weiterzuspringen und die nächste Folge zu gucken. Das war schon vor 20 Jahren so. Heutzutage musst du halt keine DVD mehr kaufen, um die ganze Staffel zu gucken, sondern nur zum Streaming-Anbieter deines Vertrauens gehen und die Folge starten. Das ist so brilliant und einfach aber auch dementsprechend verführerisch. Es ist, als ob man die Schokolade nicht mehr kaufen müsste, sondern immer welche im Kühlschrank liegen würde. Und zwar jede Schokolade, die man auch nur wollen kann. Und wenn du eine aufgegessen hast, dann isst du halt die Nächste, die dir schmeckt.

Aber es hat nicht nur den Vorteil, dass du die Handlung schneller zu Ende guckst, sondern auch den Nachteil, dass du kurzfristig sehr viel Zeit und Energie auf eine Serie verwendest. Wenn man bedenkt, dass es oft schon ein oder zwei Uhr ist, wenn ich tatsächlich Netflix ausmache und ich am nächsten Morgen nicht wirklich wach bin, dann hat es schon Nachteile. Aber gerade die eigene Lieblingsserie ist es wert, dass man mal einen Morgen lang müde ist. Was mich jetzt aber interessiert: Gibt es Serien, die ihr binge-watcht? Schreibt es mir in die Kommentare!

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