Das erste Bild vom Bachelor 2016 ruft folgendes Bild in mir hervor: Märchenprinz!

Aber nicht diese „Oh ja, küss mich wach, nachdem ich sabbernd aus meinem 100 jährigen Schlaf aufwache“-Sorte, sondern eher der „Haare aus dem Haarnetz schwingende Einhornreiter“. Bei längerem Zusehen kommen leider noch Attribute wie „proteingestopft“ oder „lispelnd“ dazu. Zweites widerspricht leider vollends meinen Märchenprinz-Vorstellungen. „Hallo, holde Maid“ wäre noch okay, „Küss mich, Prinzessin (also „küth mich, printhethin“) dann doch eher grenzwertig und sollte nicht zu seinem Wortschatz gehören.

Mir fällt es auch eher schwer, Empathie mit den „Ladys“ (also „Läidith“) herzustellen…

Du fragst dich wirklich, warum du noch da bist, Lady? Ich bin mir nicht sicher, ob es wirklich daran liegt, dass du so verliebt bist. Oder ob es doch eher am Drehbuch, deiner noch nicht bis zum Maximum ausgereizten Sonnenbräune oder deinem dringlichen Verlangen, ins TV zu kommen, liegt?

Die anderen sind währenddessen schon 5 Minuten nach Anfang der Folge mitten im Lippenstift-Krieg. „Die hat die ganze Zeit was zu meckern, die meint, dieser rote Lippenstift steht mir nicht!“ – „Nein, das habe ich nicht gemeint. Ich wollte nur sagen, dass ich finde, dass ein Nude-Ton dir besser steht!“ „Ja, ist ja jetzt auch egal“ (Hintenrum:) „Ich studiere doch nicht drei Jahre, um mir von einer Handyverkäuferin sagen zu lassen, dass mein Lippenstift scheiße aussieht!?!?“ Ja, das stimmt. Aber dein Studium hat dich beispielsweise auch nicht davon abgehalten, eine von 23 Frauen zu sein, die bei inszenierten Saufgelagen um einen lispelnden Möchtegern- Bodybilder buhlt. Auf RTL. Glamour nennt es „[Studiert,] um sich auf RTL im Amarula-Koma von einem Versicherungsvertreter im Hulk-Fleischanzug befummeln zu lassen“. Auch eine nette Umschreibung.

Mir fällt dazu noch nicht einmal etwas ein wie „Das ist filmreif!“. Denn das ist es eher nicht. Eher „das ist Oberbayernreif!“ – Sprüche wie (Typ springt in den Pool, Lady steht am Rand) „Und jetzt? Hihihi!“ – „Jetzt musst Du auch mit reinkommen“ haben eher Ähnlichkeit mit „Warum liegt hier eigentlich Stroh?“ als mit „Das Herz einer Frau ist ein tiefer Ozean voller Geheimnisse!“ (Titanic!!).

Und während es ohne Ton aussieht, als würden beide fröhlich im Pool herum schweben, ist es mit Ton eher ein bemitleidenswertes Bewerbungsgespräch einer 21-jährigen, die versucht, den Job einer Tagesmutter zu bekommen. Das wird auch hinterher klar: „Auf einer Hochzeit, da habe ich auf zwei Kinder und einen Hund aufgepasst – das war chaotisch, hat aber auch wirklich Spaß gemacht!“ – Ja genau, und damals, im Sommerlager…

Die Sommerlager- Story wurde dann aber wohl erst in der gemeinsamen Nacht ausgepackt. Denn am nächsten Morgen scheint Leonard nicht mehr „der Bachelor“- Leonard zu sein, sondern der coole Leo, mit Wifebeater und Cappi. Was ist da bitte passiert?

Das Feedback- Gespräch der beiden später auf der Gartenbank ist dann aber doch eher ernüchternd, wenn doch mit einem kleinen, fiesen Unterton. Die 10 Jahre Unterschied der beiden würden nichts aus machen. Ja, genau; „das Alter spielt keine Rolle“ war ja wohl schon bei Hugh Hefner ein Grundsatz.

Das Partydate am nächsten Tag war dann auch ganz „luthtith“ (lustig): Hoverboard fahren (Achtung, Sturz ist vorpraogrammiert), einmal über die Partymeile gehen (Juhuu! – …oh, schon zu Ende?) und eine tolle Party auf einer tollen Plattform (mit 6 Leuten – juhu) – die aber leider nach 3 Minuten Tanzen schon ein jähes Ende hat, weil sich eine der 5 Ladys den begehrten Bachelor geschnappt hat. Mist!

Nach der Werbung: Der super-Berater von Leonard steht ihm zur Seite. Aber ich glaube nicht, dass er das tut, weil er auf Grund seiner Qualitäten und seiner langjährigen Beziehung der perfekte Berater ist, sondern einfach, weil er zweimal hässlicher ist, als Leonard selbst, der wiederum zweimal besser neben „Dean“ aussieht, als vorher. (Gedankensprung: Was passiert eigentlich, wenn man sich auf einmal als Kandidaten in den Kameramann verliebt?)

Die heißen, letzten Minuten sind leider schneller vorbei, als erwartet. Hier im Zeitraffer: Leo lacht Mädchen aus, weil sie mit der Frage „Denkst du, es passt?“ ganz schön direkt sei. (Stimmt, Leonard, dein „Sind bei dir Gefühle da?“ kommt schon eher durch die Blume.) Mir wird angeboten, mehr über die Bachelor-Ladys zu erfahren – gedanklich lehne ich dankend ab. Kuss im Hintergarten. STOPP.

Ist das hier noch der Bachelor oder irgendeine komische Hausparty mit üblen Jungs? Vorher hat sich keine Situation ergeben, um sich zu küssen? Puh, da ist die Idee, das am Entscheidungsabend irgendwo in Poolnähe bei dämmrigem Licht im Stehen auf jeden Fall eine gute Option! Vor allem, wenn es danach so mir nichts – dir nichts, einfach wieder zurück geht.

Zur Rosenvergabe habe ich nichts hinzu zu fügen. Die nächste Folge werde ich wohl verpassen. Nur eins noch: Lob an die Drehbuchautoren! Ein HAHA!! habt ihr mit schon entlockt, als die frisch Geküsste doch keine Rose bekommen hat.

PS.: Nach der Fragestunde bei Twitter, lieber Herr Freier (schmunzel), denke ich aber doch, dass Du ein ganz schnieke Typ bist!

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