Astronauten betreten den Mond, erforschen ihn und stoßen auf eine große Hitzequelle: Ein Meteorit, der auf die Erde zurast. Ein Meteorit, dessen Gesteine zufälligerweise das Bandlogo von AC/DC bilden. Der Meteorit wird heißer und heißer, er fliegt vorbei an Rosie, am Rock´n`Roll Train und an den Hells Bells, um in einer großen Explosion in der Düsseldorfer Esprit-Arena einzuschlagen. Und dann sind sie auf der Bühne: Angus Young, Axl Rose und Co. Endlich, nach 2 Stunden Warten und Ausharren mit den gelinde gesagt nicht soo toll ausgewählten Vorgruppen „Massendefekt“ und „Tyler Bryant and the Shakedown“ geht es los, mit dem der Tour den Namen gebenden Song“Rock or Bust“.

Und schon stellt man sich die erste Frage, von der ich mir vorgenommen hatte, sie mir nicht zu stellen: Passt Axl Rose zu AC/DC? Die Antwort folgt später, erster Eindruck: Nein. Zweiter Song (Shoot to Thrill), zweiter Eindruck: Ja! Eine super Version des Klassikers vom 80-er Album „Back in Black“, die knapp 25.000 Zuschauer in der Halle sofort auf Betriebstemperatur. Und AXL/DC legen direkt nach: „Hell ain´t a bad place to be“, „Back in Black“, „Got some Rock and Roll Thunder“. Nach jedem Song verdunkelt sich die Bühne, manchmal nuschelt Axl ein paar unverständliche Sätze ins Mikro, ansonsten ist das durchgetaktete Arbeit vom feinsten. Egal, wie man dazu steht: Gut gemacht haben sie es auf jeden Fall.

Das nächste richtig große Highlight folgt zwei Songs später mit „Thunderstruck“. Da merkt man das erste Mal, wie viele Zuschauer doch da waren, die Stimmung ist elektrisiert, die Halle kocht. Passend dazu eine wunderbare Version von „High Voltage“, wo das Publikum ebenfalls lautstark mitgesungen hat, gefolgt von „Rock´n´Roll Train“ (welches immer noch der beste Opener der AC/DC-Geschichte ist) und dem unverwechselbaren „Hells Bells“ (warum hat sich Axl eigentlich nicht an die Glocke gehangen?).

Danach kam der Teil, bei dem vielleicht nicht alle Songs jedem bekannt waren („Given the dog a bone“, „If you want blood (you´ve got it)“, „Touch too Much“ & „Sin City“), was man –  finde ich-  auch ein bisschen bemerkt hat. Dann ging die Post aber wieder ab. „You shook me all night long“, angekündigt durch Axl Rose mit den Worten „This is a song for my future Ex-Wife“, geht ja eigentlich immer, so auch am Mittwoch in Düsseldorf. Man merkte, so langsam geht es auf die Höhepunkte zu, auch Axl Rose kam immer besser in Fahrt, er gefiel mir gesanglich und von der Bühnenpräsenz her immer besser. War er am Anfang noch relativ zurückhaltend und „unbeweglich“, taute er immer mehr auf und traute sich auch mehr, obwohl er immer noch Angus Young (der Typ in der Schuluniform) die große Bühne überlassen hat. Mit „TNT“ und „Whole Lotta Rosie“ steuerten die Australier auf den letzten Höhepunkt der Hauptshow zu: „Let there be Rock“. Traditionell schon immer das Vorzeigestück für Angus, wo er und wirklich nur er im Rampenlicht steht, was das 15 Minuten lange Gitarrensolo belegt, bei dem er den Anschein machte, er könnte auch noch zwei bis drei Stunden so weiterspielen, war es auch in der Esprit-Arena ein Hochgenuss. Nachdem sich das Konfetti verzogen hatte und die Bühne längere Zeit im Dunkeln blieb, kamen die großen Highlights.

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Angefangen mit „Highway to Hell“, bei dem einem so warm wurde, dass man sich am liebsten in einer Kühlkammer eingeschlossen hätte (was an den Feuerbällen liegen könnte) über „Riff Raff“ hin zu „For those about to Rock (We salute you)“, bei dem die Trommelfelle aller Zuschauer endgültig geplatzt sind (haben AC/DC eigentlich noch Trommelfelle? Kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen), weil die Kanonen sowas von laut waren, als ob AC/DC ganz Düsseldorf zeigen wollten: Wir sind hier!

Nach ca. 140 Minuten endete eine Show, die nicht überragend war, die aber sehr viel Spaß gemacht hat, weil AC/DC eins können: Eine richtig gute Bühnenshow! Um zur Beantwortung der Frage zu kommen: Ja, Axl Rose passt zu AC/DC. Und zwar hervorragend. Er hat zwar nicht die Bühnenpräsenz eines Brian Johnson, aber er hat seine Sache gut gemacht.

Am Ende war vom Meteoriten nicht mehr viel übrig. AC/DC haben ihn einfach weggerockt.

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