Von Saskia G.

Drei Wochen lang Thailand? Drei Wochen lang ein komplett fremdes Land? Ich bin nach Thailand geflogen und erzähle euch hier von meinen Erfahrungen.

Tag 1:

Haben wir wirklich alles eingepackt? Reiseapotheke, Sonnenbrille, Moskitonetz…
Wir warteten schon seit sechs Monaten auf unsere Reise nach Thailand und dann machten wir doch alles auf den letzten Drücker.

Mehr als pünktlich kamen wir aber dann am Düsseldorfer Flughafen an, um unseren ersten Flug anzutreten – 11 Stunden von Düsseldorf bis Hong Kong. Aufgrund eines tollen Unterhaltungsprogramms an Bord verging die Zeit jedoch sehr schnell.
Der Flughafen in Hong Kong war leider weniger überzeugend. Kaum jemand sprach Englisch und die Gänge waren kilometerlang – mitten in der Nacht, nach einem langen Flug – nicht gerade das, was man braucht.
Nach drei Stunden Aufenthalt und viel Sucherei ging es dann aber weiter nach Bangkok.
Dort gelandet besorgten wir uns unser Visum und eine Datenkarte für’s Handy – man weiß ja nie, wann man Google in einem fremden Land braucht…

Tag 2:

Unser erster Eindruck von Bangkok lässt sich kurz zusammenfassen: Einfach gigantisch! Hochhäuser reihen sich an Hochhäuser, alles scheint aufgrund von Platzmangel in die Höhe gebaut zu sein. Und sofort stellten wir fest, dass unsere Vorstellung von einer Großstadt neu definiert werden muss.

Mit dem Taxi fuhren wir in unser Hotel mitten in den Kern von Bangkok (dies ist übrigens total günstig. Wir zahlten knapp 350 Baht inkl. Highwaygebühren für 40 km Fahrt. Das sind weniger als 10€). Nachdem wir unsere Sachen ins Hotel gebracht hatten, machten wir uns auf den Weg, um die Stadt zu erkunden. Schon bald erkannten wir das erste Problem. Wie zum Teufel kommt man in Bangkok über eine Straße? Es gab keine Ampeln und auch keine Verkehrslücken. Ein freundlicher Tuk-Tuk-Fahrer erbarmte sich schließlich und half uns über die Straße. Mit ihm sind wir dann auch gleich losgefahren, denn er bot uns eine Stadtrundfahrt an – 1 Stunde für 100 Baht. Damit ihr die Relationen seht: 38 Baht sind umgerechnet 1€. Nach der Fahrt war uns klar, dass es besser sein würde, eine geführte Tour zu buchen, um die Highlights von Bangkok zu sehen. Als wir das erledigt hatten, suchten wir uns ein Restaurant. Wirklich sehr lecker und für uns Europäer auch nicht zu scharf! Erschlagen von der langen Reise und den ersten Eindrücken gingen wir schlafen.

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Tag 3:

Früh am nächsten Tag wurden wir mit einem Bus abgeholt. Wir fuhren zu den wichtigsten Tempeln Bangkoks. Echt faszinierend, mit wieviel Liebe zum Detail diese Tempel gebaut sind. Wir sahen viele Buddha-Statuen – am imposantesten war jedoch der liegende Buddah im Tempel Wat Pho. Dieser ist 46 Meter lang und besteht aus 5,5 Tonnen purem Gold. Der letzte Tempel auf dem Programmplan war der Königspalast. Diese riesige Tempelanlage wurde streng bewacht. Wie bei allen Tempeln muss man die Schultern bedecken und eine lange Hose tragen. Eine Dame durfte allerdings nicht mit hinein, da eine Leggings zu „aufreizend“ war. Erst nachdem sie sich eine Tempelhose gekauft hatte, durfte auch sie hinterher kommen. Hier ist der berühmte Smaragd-Buddha zu sehen, der, wie es sich für den Winter gehört, einen langen Umhang trug. Klar, bei 32 Grad im Schatten ist es ja auch sonst zu kühl… Der König übernimmt das Umkleiden übrigens höchstpersönlich.
Zum Abschluss dieses Tages gab es ein leckeres Essen am River Kwai – dem Fluss, der quer durch Bangkok führt – mit einer anschließenden Flussfahrt.

Tag 4:

Unseren letzten Tag in Bangkok verbrachten wir mit Shopping! Das kann man in Thailand übrigens super machen! Man sollte nur darauf achten, dass Asiaten ziemlich klein sind und vieles etwas kurz ist, aber gerade bei den Sommersachen wird man trotz günstiger Preise viel Geld los! 🙂 Besonders empfehlenswert ist auch das MBK-Center. Auf sechs Etagen kann man shoppen, was das Zeug hält. Hierfür benötigt man schon fast einen ganzen Tag.
Mittlerweile haben wir auch gelernt, dass man einfach loslaufen muss, wenn man über eine Straße möchte – die Autos bremsen schon. Es bleibt mir bei dem Fahrstil der Einheimischen sowieso ein Rätsel, wie es sein kann, dass nicht alle fünf Meter ein Unfall geschieht.
Als krönenden Abschluss haben wir beschlossen, ins Lebua-Hotel zu fahren – auch besser bekannt unter dem Namen Hangover-Tower. Von der Skybar aus hat man einen gigantischen Ausblick über Bangkok, das aussieht, als würde es nie ein Ende nehmen. Hier habe ich auch für 19€ meinen teuersten Sex on the Beach getrunken, aber das war es wert.

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Tag 5:

Vollgestopft mit vielen Impressionen lassen wir Bangkok also nun hinter uns und fliegen nach Chiang Rai in den Norden. Chiang Rai ist im Vergleich zu Bangkok eher wie ein kleines Städtchen und die Ruhe hier tut uns nach der Hektik von Bangkok einfach nur gut. Ein Hotel hatten wir nicht gebucht, aber das haben wir dank Google (ein Hoch auf die Datenkarte) ziemlich schnell gefunden. Dieses lag total zentral, gleich in der Nähe des Nachtmarktes und des Busbahnhofes, von dem wir auch direkt zum weißen Tempel Wat Rong Khun gefahren sind. Eine Fahrt dorthin kostet 20 Baht. Die Tempelanlage ist wunderschön, jedoch wohl mehr als Touristenattraktion gebaut.
In Chiang Rai sind die Preise für Kleidung, Souveniers etc. übrigens sehr viel geringer. Solltet ihr also während eures Urlaubes hier vorbeikommen, kauft nicht zu viel in größeren Städten.
Hier haben wir auch zum ersten Mal an einer Garküche gegessen. Diese sehen zwar nicht besonders einladend aus, aber das Essen ist einfach unbeschreiblich lecker. Ich habe noch nie besser asiatisch gegessen.

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Tag 6:

Unsere Reise führt uns zum goldenen Dreieck, an dem sich Thailand, Myanmar und Laos treffen. Vom Busbahnhof fährt man für 50 Baht 1 ½ Stunden mit einem Minibus dorthin. Von hier aus hätte man auch mit dem Boot nach Laos zum shoppen fahren können, allerdings entschieden wir uns dazu, zum Aussichtspunkt zu wandern. Von hier aus hatte man einen tollen Blick über die drei Länder. Nachdem wir eine frische Kokosnuss geschlürft haben und an einer der vielen Garküchen gegessen haben, fuhren wir zurück nach Chiang Rai. Mein Fazit: Wenn man sowieso in Chiang Rai ist, kann man diesen Ausflug auf jeden Fall machen, allerdings würde ich nicht extra deshalb dorthin fliegen. Außerdem war an diesem Tag (05. Dezember) der Geburtstag vom König und alle Menschen waren in Gelb gekleidet. Echt faszinierend, wie sie ihren „Dad“ verehren.

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Tag 7:

Nach einem ordentlichen Frühstück geht es in einem klimatisierten Bus für knapp 4€ von Chiang Rai nach Chiang Mai. Hierfür brauchten wir knapp drei Stunden. Dort angekommen fuhren wir vom Busbahnhof mit einem Tuk-Tuk in die Innenstadt. Diese ist umgeben von wunderschönen Wassergräben und schon um einiges größer als Chiang Rai. Ein Hostel reiht sich an das nächste – kein Problem also, eine Unterkunft zu finden. Nachdem wir unsere Sachen verstaut hatten, machten wir uns auf die Suche nach einem Laden, in dem man Touren buchen kann – auch diese findet man hier an jeder Ecke. Wir buchten also für den nächsten Tag eine Tagestour mit Elefantenbaden, Zip-Lining und Rafting. Da es ein Sonntag war, nutzen wir abends die Chance, den Sunday Night Market zu besuchen. Dieser ist gigantisch groß, leider aber viel zu überfüllt, so dass es sich schon als Herausforderung herausstellte, einfach nur geradeaus zu gehen. Wir waren jedenfalls froh, als wir aus der Masse herausgefunden hatten – dann lieber doch kleinere Märkte besuchen!

Tag 8:

Früh am Morgen wurden wir zur Tour abgeholt. Zuerst ging es zu einer Poo-Poo-Farm…Hier stellen die Menschen Papier aus (ohne Scherz) Elefantenkot her. Natürlich konnte man hier ordentlich einkaufen. Dies war aber Gott sei Dank der einzige Zwischenstopp auf der Tour und wir begaben uns zu den Elefanten. Da ich von Anfang an gesagt habe, dass ich Elefantenreiten nicht unterstützen möchte, entschieden wir uns für ein Camp, in dem alte Arbeitselefanten oder verwaiste Elefantenkinder untergebracht sind. Hier trafen wir auf die Dickhäuter zur Fütterung. Unfassbar, wie zärtlich diese die Bananen mit dem Rüssel greifen können. Nachdem alle satt waren, fuhren wir ein Stück bis in ein Tal zum Zip-Lining. Der höchste Punkt sollte 300 Meter hoch sein. Ganz schön aufregend! Nachdem wir gesichert wurden, ging es nach einer kurzen Wanderung bergauf auch schon los – ein spannendes, wirklich zu empfehlendes Erlebnis, auch wenn man zwischendurch ein mulmiges Gefühl hat… Als wir heile unten angekommen waren, ging es nach einem Mittagessen zum Elefantenbaden. Die Elefanten freuten sich – genauso wie wir – über die Abkühlung! Leider habe ich auf dem Weg aus dem Wasser gegen einen Stein getreten und mir meinen kompletten Zehnagel abgerissen, weshalb sich das Rafting dann erledigt hatte. Dafür habe ich dann allerdings ein thailändisches Krankenhaus von innen gesehen. Ich ahnte schreckliches, war aber positiv überrascht – hier herrschten wirklich europäische Verhältnisse, wenn nicht sogar bessere.
Abends trafen wir uns noch mit einigen Leuten, die wir auf der Tour kennengelernt haben – an sich lernt man hier ständig Leute kennen, da viele auch alleine mit dem Rucksack unterwegs sind.

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Tag 9:

Unseren letzten Tag verbrachten wir mit Shopping und gemütlichem Bummeln. Wir besuchten die „Silberstraße“, auf der sich ein Silberladen an den nächsten reiht und aßen gemütlich in einem der vielen Restaurants. Das Highlight an dem Tag war eindeutig das Muay Thai (Thaiboxen). Bei einem Turnier in der Arena von Chiang Mai traten Kämpfer aus ganz Thailand gegeneinander an – die jüngsten waren gerade einmal 8 Jahre alt. Und auch Frauen kämpften hier. Da es hier Tradition ist, sollte man sich das nicht entgehen lassen.

Tag 10:

Nun hieß es – Tschüss Norden, Hallo Strand.
Nach aufregenden Tagen, vollgepackt mit vielen Erlebnissen und Impressionen ging es für uns in den Süden von Thailand – nach Phuket. Nach einem weiteren Inlandsflug kamen wir nachmittags am Flughafen an und siehe da, hier herrschte ein komplett anderes Klima. Auch wenn an diesem Tag die Sonne kaum schien, war es unbeschreiblich schwül. Da muss man sich erst einmal dran gewöhnen.
Wir waren in Kamala, einer schönen Ecke von Phuket. Den restlichen Tag verbrachten wir natürlich am Strand 🙂

Tag 11:

Dann bekamen wir Besuch von meiner Mutter und ihrem Freund. Diese waren nämlich zur gleichen Zeit in Thailand wie wir. Nach einem Tag am Strand machten wir die Bangla Road in Patong unsicher. Man kann diese echt mit der Reeperbahn in Hamburg vergleichen, nur ein Stück extremer. Ladyboys laufen über die Straßen, eine Bar reiht sich an die nächste und überall wird man angesprochen. Man muss es echt mal gesehen haben, aber ein Abend war dann auch mehr als genug.

Tag 12 – 25:

Nach einem weiteren Strandtag machten wir uns am darauffolgenden Tag auf nach Khao Lak – dem letzten Ziel unserer Reise. Hier verbrachten wir wunderschöne Tage am Strand, lernten viele nette Einheimische kennen, mit denen wir den ein oder anderen feuchtfröhlichen Abend verbrachten, ich habe einen Heiratsantrag beim Sonnenuntergang am Strand bekommen, den ich selbstverständlich angenommen habe und machten noch zwei Ausflüge. Der eine ging nach Surin Island – eine Trauminsel. Hier konnte man schnorcheln und schwimmen und die Landschaft genießen. Der andere Ausflug ging in die Phang Nga Bucht. Hier ist es so atemberaubend schön, dass viele Regisseure es zum Anlass genommen haben, Szenen aus ihren Filmen hier zu drehen, z.B. James Bond (mit dem berühmten James-Bond-Felsen, Fluch der Karibik, Good MorningVietnam und viele mehr). Hier sind wir mit Kayaks durch Höhlen in wunderschöne Lagunen gepaddelt, haben Affen besucht und konnten schwimmen gehen. Ein Ausflug den jeder, der in Thailand ist, gemacht haben sollte.

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Fazit:

Thailand ist ein Land, in das ich auf jeden Fall wiederkehren werde. Ich habe nie freundlichere Menschen kennengelernt. Selbst Straßentiere werden von den Einheimischen mit ihren wenigen Mitteln verpflegt. Die Landschaft ist einfach traumhaft – vom Norden bis in den Süden. Traumhafte Wälder, aber auch weiße Sandstrände mit türkisfarbenem Wasser.

 

 

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