Letzte Woche habe ich euch bereits vorgestellt, wie man sich aus Paletten eine Garderobe basteln kann. Heute erkläre ich euch, wie man relativ einfach meinen Favoriten unter den Paletten-Möbeln zusammenstellen kann: den Wohnzimmertisch!

Schritt 1:

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Zunächst einmal werdet ihr hierfür zwei Paletten brauchen, damit man eine moderate Höhe für die Tischplatte bekommt. Dazu trennt ihr erst einmal ein Element komplett ab. Zu beachten ist, dass bei normalen Paletten drei Elemente durch je zwei Blöcke (am oberen und unteren Ende) unterteilt werden, d. h. nach Abtrennen des ersten Elements sollten noch zwei Blöcke auf jeder Seite vorhanden sein. Die Verbindungsstücke, die unterhalb der Blöcke angebracht sind, solltet ihr nicht abnehmen, da ihr die zwei Paletten dann nicht mehr so einfach aneinander befestigen könnt. Das ist nämlich die erste Hürde: Auf dem ersten Bild seht ihr die Konstruktion von oben, so sollten also praktisch beide Paletten aufeinanderstehen. Dies wird auch die etwaige Höhe des Tisches (Man ignoriere Controller und Fernbedienung, leider hatte ich kein anderes Foto mehr aus diesem Stadium).

Wie ihr den Tisch am effizientesten zusammenfügt, bleibt euch überlassen. Man kann mit Holzkleber arbeiten (der allein hält nur leider kein Herumtragen aus), Nägel, besser aber Schrauben anbringen (Achtung: Hier solltet ihr darauf achten, dass ihr Schrauben nahe der Blöcke schräg anschraubt, da ihr sonst keine Flächen habt, die tief genug für tragende Schrauben sind; am Besten kombiniert ihr beide Varianten, klebt also mit Holzleim vor und schraubt die Konstruktion dann an den Blöcken zusammen.

Schritt 2:

Als nächstes kümmert ihr euch um die Tischoberfläche. Hierbei solltet ihr wissen, dass es enorm schwierig ist, eine Palette mit ebener Oberfläche zu finden, geschweige denn, sie komplett dicht zu machen. Wer es besonders edel will, kann aber nachträglich (wenn er das Glück hat, eine zu finden) eine Glasplatte als Oberfläche nehmen und sich Schritt 2 sparen.

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Ich habe mir ein weiteres Paletten-Brett genommen (diese sollten immer 1.20 m Länge haben) und nach Abmessung der Zwischenräume (s. o.) zwei Latten ausgeschnitten. Dazu sollte man nach Möglichkeit mit Stich- oder Handkreissäge arbeiten. Vorsicht – die meisten Bretter solcher Paletten sind schon leicht veraltet, was sie brüchig macht. Im Normalfall solltet ihr aber beim ersten Versuch zwei passable Balken erhalten. Diese könnt ihr wieder mit Holzleim befestigen und außen durch Nägel verstärken (da die anderen Balken auch mit Nägeln befestigt sind, hat das keinen optischen Nachteil). Wenn alles geglückt ist, sieht die „Tischplatte“ dann so aus wie auf dem zweiten Bild (hier habe ich schon die Oberfläche geschliffen und mit Lack beschichtet, das solltet ihr aber erst später machen).

Schritt 3:

20160510_182013Etwas kniffliger werden die Schubladen. Wieviele ihr davon baut, ist euch überlassen. Das Problem: Da jede Palette minimal verschieden ist, müsst ihr genau Maß von den Innenräumen der Palette nehmen. Wie man auf dem nächsten Bild sieht, habe ich zudem ein kurzes Brett in der Mitte des späteren Schubladenfachs angebracht. So wird die Schublade später leichter herauszuziehen und wieder hineinzuschieben sein. Holzleim zur Befestigung sollte hierbei mehr als ausreichend sein. Wenn ihr auf Nummer sicher gehen wollt, bringt ihr zwei solcher Bretter links und rechts außen im Bereich des Fachs an. Für die Schublade selbst habe ich wieder Reststücke genommen, wie ihr im vierten Bild sehen könnt, besteht die Schublade aus einem Palettenbalken (vorne), einer Spanholzplatte (Boden) und drei Latten (Rest). 20160510_181958Dabei ist der Boden der Spanholzplatte auf gleicher Höhe wie die Unterseite des vorderen Bretts. So habt ihr hinterher einen stabilen Boden und einen kompletten Sichtschutz vorne. Ob ihr hierbei mit Nägeln oder Schrauben vorgeht, ist euch überlassen. Ich habe mich auf Nägel und Holzleim beschränkt. Achtet darauf, dass ihr beim Ausmessen die Tiefe des vorderen Brettes einberechnet, da dieses nicht hinterher herausstehen soll. Wenn ihr auf der Rückseite des Tisches zudem nicht das Ende der Schublade sehen wollt, zieht noch einmal die Tiefe des Brettes ab und baut in gleicher Größe einen Sichtschutz. Diesen könnt ihr entweder von oben und/oder unten mit Nägeln fixieren, oder rundherum mit Holzleim einsetzen (Beides kombiniert verhindert Schäden durch Gewalt beim Hineinschieben der Schublade). Einen passenden Knopf, Henkel, Griff etc. findet ihr in jedem Baumarkt. Dazu einfach durch die Platte bohren, festschrauben, fertig. Falls jetzt die Schublade nicht perfekt in das Fach passt, keine Sorge. Im nächsten Schritt geht es an die Feinheiten.

Schritt 4:

20160506_170957Damit die Konstruktion einen edlen Touch bekommt, solltet ihr euch jetzt einen Schleifer besorgen (von Hand dauert dieser Schritt sonst ewig). Die Meisten sollten aber irgendjemanden im Freundeskreis oder in der Verwandschaft kennen, der so ein Teil besitzt. Damit bearbeitet ihr jetzt die Tischplatte und die Schubladen. Besonders solltet ihr hierbei alle Kanten und Ecken bearbeiten, da ihr so Stellen mit Splittergefahr entfernen und den Tisch optisch noch mehr hervorheben könnt. Die Schubladenfächer könnt ihr nun zudem so lange nachschleifen, bis alles passt. Wenn ihr wie ich nachträglich noch Klarlack hinzufügen wollt, was zu empfehlen ist, da durch diesen die Zeichnungen des Holzes noch mehr hervorgehoben, die Oberflächen resistenter und das Endprodukt wirklich edel aussehen werden, solltet ihr hierbei nicht geizen. Zwar ist der Unterschied gering, aber mit 2-3 Schichten Lack könntet ihr wieder Platzprobleme beim Einsetzen bekommen. Den Lack bekommt ihr auch im Baumarkt, matter Klarlack führt zum hier gezeigten Ergebnis, Farben sind aber auch möglich (Achja: vorher das gesamte Gebilde gut reinigen). Sofern ihr alles so gemacht habt, wie ich es versucht habe, recht einfach zu erklären, solltet ihr jetzt ein Wohnzimmermöbel mit Charakter besitzen. 20160510_182048Wer perfektionistisch veranlagt ist, kann übrigens die noch offenen Fächer der Palette mit Brettern füllen, die genauso ausgeschnitten werden, wie die Vorderseite der Schublade und die Sichtblenden.

Das war’s eigentlich schon. Ich hoffe, ihr konntet dieses How-to gut nachvollziehen und habt viel Spaß und Erfolg beim Nachbauen. Bei Fragen stehe ich natürlich immer gern zur Verfügung! Schickt mir eure Fotos!

 

 

 

 

 

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