Vor einiger Zeit habe ich schonmal angedeutet, dass ich neben dem Schreiben auch Teile meiner Wohnung selbst zusammenbastle. Vor kurzer Zeit ergänzten mein Mitbewohner und ich die Wohnung daher mit einigen Möbelstücken aus Paletten. Abgesehen davon, dass Paletten-Hacks total im Trend sind und mittlerweile sogar in professionellen Werkstätten und Möbelhäusern Platz finden, macht es auch eine Menge Spaß, mit ein paar Handgriffen aus den klobigen Holzbauten seine eigenen Kreationen zu entwerfen.

Im Folgenden werde ich den Bau unserer Garderobe so beschreiben, dass ihr sie relativ einfach nachbauen könnt:

Zur Vorbereitung habe ich grob skizziert, mit welchen Teilen der Palette ihr am besten arbeitet. Falls ihr euch eine Menge Arbeit sparen wollt, solltet ihr nach einer neuen Palette Ausschau halten, da ihr andernfalls erst einmal einige Zeit in das Säubern dieser stecken müsst (und das ist recht umständlich, da man dazu die Palette komplett abschleifen und sie vorher erst auseinandernehmen sollte). Außerdem sind bei alten Paletten meistens die Nägel, die die Konstruktion zusammenhalten, so verrostet, dass es ziemlich müßig ist, einzelne Teile von anderen zu lösen. Der einzige Vorteil: Je älter die Palette ist, desto einzigartiger sieht das Endprodukt aus. Trotz alledem sollte man, wenn man die Garderobe (wie in den meisten Fällen) in der Wohnung anbringt, dafür sorgen, dass sie relativ sauber ist, bevor man sie aufhängt.

Gehen wir aber einen Schritt weiter – zur Konstruktion:

Garderobe-SkizzeIn diesem Bild seht ihr den Grundaufbau einer Palette. Die gestrichelten Linien in der linken Skizze bilden die erste Trennlinie. Nehmt euch eine Holzsäge, am besten natürlich eine Stichsäge (so werden die Schnitte auch gleichmäßiger) und trennt die Palette hier in zwei Teile. Das Reststück könnt ihr später noch gebrauchen. 

Garderobe 3Jetzt müssen erst einmal einige Bretter entfernt werden. Die Blöcke in der Mitte der Palette müssen komplett abgenommen werden; trennt sie von den Querbalken, damit ihr diese später noch verwenden könnt. Eure Konstruktion sollte jetzt der rechten Seite der Skizze entsprechen. Wie im Bild rechts gezeigt müsst ihr zudem noch den Balken entfernen, der über den übrigen 3 Blöcken angebracht ist (ursprünglich also auf dem Boden auflag). Sofern ihr bereits die Balken des Reststückes entfernt habt, könnt ihr nun einen der Querbalken oberhalb der Blöcke anbringen können (Wie in der Skizze eingezeichnet). Wir haben das Ganze mit Nägeln befestigt, allerdings eignen sich Schrauben eher, damit das Ergebnis auch stabil ist. Bohrt am besten Löcher vor, da sonst die Balken splittern können, wenn ihr Schrauben hineinbohrt.

Im Normalfall sollte der Querbalken, der an den mittleren 3 Blöcken angebracht war, schmaler sein, als die Querbalken der äußeren Blöcke. Diesen schmaleren Balken bringt ihr unterhalb der an der Garderobe befestigten Blöcke an, sodass dazwischen 2 schmale Fächer entstehen (das ist in erster Linie ein optischer Vorteil, allerdings kann man sicherlich auch Mützen oder anderes dort unterbringen; im Zweifel Deko). Damit dürfte der obere Teil der Palette fertig sein.

Da unterhalb der Blöcke nun keine Querbalken mehr sein dürften, könnt ihr nun die verbleibenden Balken der Reststücke nach Belieben hier anbringen. Im Bild unten sieht man, wie wir das Ganze platziert haben. Wichtig: Der obere Balken sollte in der Höhe angebracht werden, in der ihr hinterher Kleiderhaken befestigen wollt. Der untere Balken dient nur zu optischen Zwecken und zur Stabilisierung. Besonders beim erstgenannten Balken solltet ihr Schrauben benutzen, da euch sonst hinterher Jacken mitsamt Brettern entgegenkommen.

Garderobe 5555Was bleibt, sind nur die Kleiderhaken. Die solltet ihr im Baumarkt bekommen – sucht euch also etwas aus, das ihr für geeignet haltet. Diese könnt ihr dann am oberen Querbalken anschraunen. Drei Haken mit mehreren Aufhänger sollten mehr als genügen.

Im Grunde ist eure Paletten-Garderobe damit fertig. Wer sich die Mühe machen möchte, dem empfehle ich die Oberflächen abzuschleifen und auch die Ecken und Kanten abzurunden. Nach dem Schleifen kann man zudem einen Klarlack auftragen,

der das Holz versiegelt und glättet. Auch diesen bekommt ihr im Baumarkt – am besten fragt ihr nach, welcher Lack am geeignetsten ist. Wir haben z. B. einen matten Lack der Obi-Hausmarke genommen. Wer es lieber bunt mag, kann nach dem Schleifen mit Farben nachhelfen. In diesem Beispiel haben wir uns für den Natur-Look entschieden.

Unbenannt

 

Eine wichtige Sache bleibt noch:

Das Anbringen an der Wand. Hierbei müsst ihr aufpassen: Paletten haben ein nicht zu vernachlässigendes Gewicht. Bohrt also Löcher vor und bringt direkt unterhalb der Regalfläche mindestens 3 Schrauben an. Dabei solltet ihr auf jeden Fall nicht geizen, damit die Garderobe fest an der Wand hängt. Um zu vermeiden, dass jemand die Garderobe trotzdem von der Wand reißt, bringt ihr am unteren Ende in der Mitte noch eine Schraube an. Und: Dübel nicht vergessen!

Natürlich müsst ihr euch hier absolut nicht an die Vorlage halten. Bestimmt gibt es noch viele weitere interessante Varianten, wie man aus einer Palette eine Garderobe macht. Eine davon kennt ihr jetzt auf jeden Fall schon einmal.

 

 

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