Im Moment sieht man es ja irgendwie überall: STREET FOOD. Ich schlage eine Speisekarte auf: Tada! „Street Food“ als Kategorie-Name über Wraps und Burgern. Ich biege um eine Ecke und: Tada! Das quietschbunte Plakat vom „Street Food Thursday“ im Stahlwerk. Jeden ersten Donnerstag im Monat versammeln sich dort nämlich Food Trucks samt Leckereien, coolen Menschen und meistens auch irgendwie die Sonne. Vielleicht wird die aber auch vor allem durch die glücklichen Gemüter angelockt, die durch den aufgeschütteten Sand zum Pool geschlurft sind und jetzt neben ihren ausgezogenen Schuhen sitzen. Die braucht man ja schließlich nicht, wenn man die Füße vom Poolrand aus im Wasser baumeln lässt.

 

Woher ich das weiß? Selbst ausprobiert! Spontan haben Lukas und ich uns nämlich dazu entschieden, den Arbeitstag mit etwas Leckerem zu beenden. Das Supermegagute: Die Bahn, die uns zum kleinen Essens-Paradies bringt, startet bei uns in der Nähe und hält praktisch direkt neben dem Stahlwerk. Die Station des Glücks ist die Ronsdorfer Straße, ganz easy mit der U75 zu erreichen. IMG_20150806_210310Wann man da ist, merkt man spätestens daran, dass die gesamte coole und lässig gekleidete Belegschaft der Bahnsitze sich erhebt, die Tür ansteuert und das mit einem „Oha, ich freue mich schon voll! Yummyyy“ oder „Ich habe gar keinen Hunger, aber ich weiß, dass ich einem Eis eh nicht widerstehen kann!“ kommentiert. Da machen wir gleich mit! Aber eher mit den Worten: „Oh man, ich weiß gar nicht, was mich jetzt genau erwartet“, „Oh, ich fühle mich irgendwie underdressed“ und „Hunger, hoffentlich gibt es was Leckeres“. Tja, diese Gedanken werden später entweder beantwortet, widerlegt oder belegt. In dieser Reihenfolge. Angekommen sind wir also supergut. Und nachdem wir zwischen verschiedenen Plakatwänden den Eingang gefunden haben, mussten wir zwar unsere Getränkeflaschen zurück lassen, das war aber halb so schlimm! Schließlich hatten wir sowieso fast ausgetrunken und den Platz in der Tasche, der nun leer war, wurde durch den hinterher fast zum Sprengen vollen Magen praktisch ausgeglichen. Ein Stück geradeaus gehen und dann die Qual der Wahl. Links: Anscheinend Sand, Palmen, Menschen, ein bisschen essen, aber genau konnten wir es noch nicht sehen. Rechts dafür offensichtlich: LECKER SCHMECKER ESSEN. An dieser Stelle muss ich wohl die Beschreibung „Qual der Wahl“ wieder revidieren. Das Essen hat uns wohl irgendwie einfach magisch angezogen und schon standen wir vor lauter Bänken, umzingelt von Food Trucks und essenden Menschen. Wir so: Ich. Will. Auch. Jetzt! Erstmal abchecken, was es gibt. Vorbei an Frozen Yoghurt, Japanisch, Baguttes, Griechisch, Burger und einem riesen Grill hat jeder in Gedanken eine Liste mit „Hin da!“ und „Nee, lecker, aber muss heute nicht sein“ – Spalten gemacht. Das Gute: Am Ende haben sich unsere Listen wirklich geähnelt. Nein, sie waren gleich.Also, folgender Plan: Grundsätzlich: Wir teilen uns was, damit wir nicht direkt satt sind. Erste Station: Dieser japanische Curry-Reis mit diesem einen Komischen. Dann: Baguette. Beim Nachtisch sollte dann gelöffelt werden! Also, zurück zum vergleichsweise von außen unspektakulären Food Truck mit den japanischen Leckereien. Die Verkäuferin blickte uns fröhlich an und fragte „Habt ihr den weißen Chip? Habt ihr das grüne Curry (aka Gkaeng Kiow Wahn Moo oder so ähnlich) bestellt?“ „Ähh, ja, nein, also, aber wir würden „, „Wer hat den weißen Chip?“ Um uns herum warteten auch noch ein paar Leute. Und die hatten auch Chips in der Hand. Wie diese Chips bei „Vier Gewinnt“, bei dem man so von oben diese Chips in das Gitterding stecken musste. Nur naja, keiner hatte einen Weißen. Was das bedeutet hat: Derjenige, der den grünen Curry-Reis mit frittierter Hühnerbrust bestellt und den weißen Chip als Erkennung bekommen hat, war nicht da und der Curry-Reis wurde nicht abgeholt, war also nun übrig. Was das für uns bedeutet hat: „Hallo, wir wollten noch bestellen. Und zwar den Curry-Reis.“ – „Oh, okay, hier, dann gebe ich euch mal einen Chip, hier!“ (Er war weiß). Dann ein paar Schritte zurück. Was haben wir da eigentlich gerade genau bestellt? Lukas fachsimpelte etwas mit „frittiertes Hähnchenfleisch in knuspriger Marinade“ und ich war schon ganz begeistert von seinem Wissen, bis ich unten Links am Food Truck einen kleinen Erklärungs-Zettel gefunden habe. Auf dem genau das Gleiche draufstand. Immerhin hat er den Zettel vor mir gefunden. „Halloo? Wer hat den weißen Chip?“ schallte es immer noch aus dem Truck heraus. „Hallo, ähm, wir haben einen weißen Chip“ – „Oh, na, uups, ihr! Na dann, hier! Einmal Curry-Reis mit Gkaeng Kiow Wahn Mo“. Und während wir triumphierend an den anderen Wartenden unser Essen wie eine Trophäe zu den Bänken getragen haben, konnten wir die neidischen „Na toll, die müssen nicht warten!“-Blicken im Rücken spüren. Hehehehehee! Wobei sich die Wartezeit generell in Grenzen hielt.

Yesterdays awesomeness 💖 We were at #streetfood in #Düsseldorf #stahlwerk 🍲 It was so YUMMY 👄 #hclf Ein von • NANILICIOUS • vegan (@msnanilicious) gepostetes Foto am

Bank und Tisch gefunden. Hingesetzt. Sogar eingepackte Stäbchen liegen hier auf dem Tisch. Scheiß auf Plaktikgabeln, 50% von uns haben sich also schon einmal darauf eingestellt, die vor sich stehende Leckerei mit Stäbchen aufzufischen. Bevor das aber los ging, folgende Analyse: Das Aussehen war nicht wirklich superlecker. Drei panierte Fleischstücke kann man nicht ganz so gut auf zwei Leute aufteilen. Egal! Ran an die Stäbchen und es war wirklich lecker! Ich persönlich habe Curry vorher immer nur mit indischem Essen assoziiert und jetzt ist dieses Curry vom Japaner und anders, aber echt lecker! Wenn man fest daran glaubt, schmeckt es auch ein bisschen nach Eintopf. Aber mit japanischem Touch. Moral von der Geschicht  von dem Gericht: No Risk, no fun oder lieber: Probieren geht über studieren!

Das Rezept findet ihr zum Nachkochen bei strassenkueche.de!

Am Ende mussten dann auch die Stäbchen dran glauben, denn mit einer Gabel kann man einfach viel besser den letzten Rest vom Teller kratzen!

Dann kurze Verdauungspause. Auch, um den leckeren Geschmack im Mund zu behalten. Danach auf zum Hauptgang! Sandwiches von FutterFlotte. Und zwar das Flotten Sloppy! „Rinderhack mit Datteln in würziger Tomatensauce, knuspriger Chorizo, Cheddar und Pesto-Creme“ Aha! Weil ich mich vorher schon geopfert hatte, etwas Flüssiges zu besorgen wartete Lukas auf mit unserem nächsten Gaumenschmaus und kam mit einem in zwei Hälften geteilten Baguette, eingewickelt in Papier, wieder. Noch vor einer kleinen Analyse schien es der Hälfte von uns schon gut zu schmecken! Und der anderen Hälfte auch direkt. So entstand ein ganzer hochzeigender Daumen! Lecker schmecker: Ein bisschen wie superleckere Bolognesesoße mit Bacon, einer kleinen frischen Note und süßlichem Beigeschmack!

FROYOAngenehm gesättigt haben wir uns von der überall im Hintergrund laufenden, relaxigen Musik zum Pool- und Sand-Bereich tragen lassen! Mit einem Eis in der Hand, schließlich müssen wir unserem Plan ja auch treu bleiben. Einmal klein mit Oreo und Beeren und weißer Schokosoße bitte! Und einmal klein mit Mango, Honig und Krokant! Lecker, lecker, super lecker!! Nur waren die Löffel irgendwie total tief, hat uns aber auch dazu gezwungen, uns länger an dem süßen Geschmack zu ergötzen.

Direkt haben wir uns eine der gepolsterten Bänke gesichtert und dieses Mal mit einem Charitea mit Blutorangengeschmack in der Hand war es echt angenehm, einfach nur herum zu sitzen, zu quatschen, Menschen anzugucken. Hier gab es nämlich alles: Well-Dressed, Classy, Casual, Hippie, Grunge, Alternativ, Weird. Auf deutsch: Viel Birkenstock, viel Sonnebrille, viel Lachen, buntgemischt! Hier fühlt sich wahrscheinlich wirklich jeder wohl, wir ja schließlich auch!

Und auch die, die gegenüber von uns in der kleinen Sitzguppe saßen. Und die hatten auch noch diese kleinen griechischen Teigtaschen, an denen wir eben vorbei gelaufen sind. Ihr Essen wurde die ganze Zeit mit „Oh man, wirklich lecker!“ kommentiert. Das führte wohl dazu, dass wir uns am Ende des Abends auch dort noch einmal angestellt haben, um diese Teigtaschen auch zu probieren und zwar drei Stück. Einmal „Pollo“ und das Dritte war „Libanese“, da war war Zimt drin! So eine richtige Nachspeise wie Apfelstrudel! Was das Zweite war, weiß ich auch nicht mehr genau. Lecker auf jeden Fall! Aber das mit dem Vergessen ist nicht schlimm, denke ich. Sogar der Verkäufer hat ca. dreimal vergessen, was wir bestellt haben. Hat das aber damit entschuldigt, dass das halt am Ende des Tages so wird. Wenn es warm ist. Und er mit so vielen Menschen redet. Er war also ziemlich nett und wahrscheinlich einfach nur für den Moment verpeilt. Das hat uns unseren Abend noch ein bisschen mehr versüßt als die letzte Teigtasche.

Verjagt von zwei Wespen, die das Essen genauso lecker fanden, wie wir, haben wir uns wieder Richtung Ausgang begeben. Dort hat meine Flasche sogar auch noch auf mich gewartet. Wie nett! Jetzt bekomme für die Kiste Wasser doch noch den kompletten Pfand zurück.

Der Weg zurück zur Bahn wurde von unserem Gerede über „Oh man, das war echt cool“, „Das müssen wir noch mal machen!“, „Wie lecker einfach!“, „Die Menschen auch..“ begleitet. Das war ernst gemeint. Echt empfehlenswert! Tolle Location und soo viele Leckereien, für die es gar nicht genug Platz im Bauch gibt..

Also: Augen offen halten nach solchen Events. Münder offen halten für neue Dinge. Und einfach mal machen!

Jeder, der auch hinwill: Am ersten Donnerstag im Monat für drei Euro. Wir werden auch wieder dabei sein 🙂

 


Stahlwerk

Ronsdorfer Str. 134, 40233 Düsseldorf

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.

5 × zwei =