Düsseldorf ist wie München, Berlin oder Köln eine Bierstadt. Wer in der Landeshauptstadt lebt, trinkt Alt. Ich war schon in mehreren Brauereien, in diesem Jahr in den folgenden sechs. Welches ist mein Favorit? Lest hier alles über die besuchten Brauereien!


Brauerei Schumacher

Während bei allen anderen Düsseldorfer Hausbrauereien das Geschehen vor der Tür einen mindestens ebenso großen Geschäftsfaktor ausmacht wie der Verkauf in der Schwemme und im Restaurant, konzentriert sich im Schumacher-Stammhaus an der Oststraße so gut wie alles auf das Innenleben. Hier, in der ältesten Hausbrauerei der Stadt – es gibt sie seit 1838 – scheint die Zeit stehen geblieben zu sein, was die Gäste zu schätzen wissen. Das bedeutet zwar auch, dass man viele Touris ertragen muss, vor allem Japaner, damit sie die Düsseldorfer Bierkultur kennen lernen. Bei schönem Wetter bietet der Brauhof-Biergarten eine Möglichkeit zum draußen sitzen. Für mich als Raucher durchaus nicht uninteressant. Klar, es gibt die typisch rheinischen Spezialitäten: Flönz und Vesperplatte, Leberklöße und Speckpfannkuchen, Rheinischen Sauerbraten und Wiener Schnitzel, aber wo gibt es die nicht?

Lunchen #schumacheralt #korv

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Brauerei Kürzer Seit fünf Jahren gibt es nicht mehr nur vier, sondern fünf Hausbrauereien, die in Düsseldorf und darüber hinaus für Furore sorgen. Das Kürzer Alt wird immer noch als der Neuling unter den Altbieren gehandelt, es hat sich aber verdientermaßen längst schon ein Stammpublikum erkämpft, das in der Regel deutlich jünger und nicht selten studentisch ist – was im Umfeld bei Nachbarn wie Engelchen oder Schaukelstühlchen an der Kurze Straße nicht weiter überrascht. Das Kürzer hat alles was man für einen gelungen Party-Abend braucht: Kicker,  Musik, Bier. Die offen einsehbare Brauanlage im hinteren Bereich ist ein netter Eye-Catcher. Es gibt eher Bierhappen, aber auch Currywurst, Schnitzel oder Burger und meist ein anspruchsvolleres Gericht. Das Wichtigste: Das Alt schmeckt.


Brauerei Zum Schiffchen

Das Schiffchen in der Hafenstraße ist für Touris schwerer zu finden, es liegt in der ruhig gelegenen Hafenstraße. Das Schiffchen steht für rheinische Gemütlichkeit und das Alt aus der Frankenheim-Brauerei. Netter Fun Fact: Es ist die älteste Gaststätte Düsseldorfs. Ob im rustikal-gemütlichen Restaurant oder im abgeschieden-idyllischen Biergarten: Man gönnt sich eine Westfälische Brotzeit, Schinkensülze oder Rindertatar zum selbst Anmachen. Natürlich ist auch die gebratene Kalbsleber oder das Ochsenschwanzragout nicht zu verachten, falls man Fan davon ist. Das Schiffchen ist im Vergleich mit den anderen Brauhäusern sehr ruhig. Wenn man also einfach nur den Abend ausklingen lassen möchte ist es ideal.

Im Füchschen Der Fuchs hat die Zeichen der Zeit erkannt: Frisch, frech und fröhlich kommt das Alt ziemlich jung daher und spricht damit vor allem nachwachsende Generationen an, ohne die älteren Stammgäste zu vergraulen. Ob im riesigen Partyzelt auf der großen Kirmes oder im rustikal-schicken Brauhaus an der Ratinger Straße: Füchsen Alt ist Kult, und das wissen nach einer erfolgreichen USA-Export-Tour inzwischen sogar die Amerikaner. Die Queen erhielt zum 60-jährigen Thronjubiläum von Ober-Fuchs Peter König zwei Partyfässchen in Kronjuwelengold als Präsent und war, glaubhaften Überlieferungen zufolge, „very amused“. An der Ratinger scheinen die Köbesse zudem irgendwie einen Tick jünger und trendiger als in anderen Hausbrauereien zu sein. Die Speisekarte ist mal was anderes, wo neben Blutwurst mit Zwiebeln und Roastbeef mit Remouladensauce ebenso Lachssteak in Kräuterkruste, Spinatlasagne oder der legendäre Beef-Burger Platz finden. Was bleibt zu sagen? Es ist jung, es ist lecker und im hauseigenen Shop kann man sich mit Regenjacken, T-Shirts und allem möglichen einkleiden. Eine Brauerei mit Fanclub!

Im Goldenen Kessel

Nochmal Schumacher. Nochmal rheinische Herzlichkeit. Das weiß der Manager ebenso wie der Müllmann zu schätzen, sodass auch das Publikum im Goldenen Kessel einen sympathischen Mix aus allen Gesellschaftsschichten darstellt. Dieses einmalige Ambiente wird vor der Tür an den blank gescheuerten Ahorn-Stehtischen besonders deutlich – vor allem, wenn sich neue oder alte Freunde beim Rudelgucken angesichts der sich voranschiebenden Touri-Ströme auf der Bolkerstraße ein deftiges Späßchen gönnen. Im Inneren herrscht traditionell gutbürgerliche Gemütlichkeit. Auf der Speisekarte dominieren Klassiker urdeutscher Kochkunst (Schweinshaxe, Schinkeneisbein, Kasseler mit Dicken Bohnen). Der Vorteil am Goldenen Kessel: Es gibt nicht nur deutsche Klassiker, Paprika-Schnitzel und Zanderfilet sind eine interessante Ergänzung. Ob Alt zu Fisch passt ist da eine andere Frage.

#düsseldorf #imgoldenenkessel #schuhmacheralt #speckpfannekuchen #tollertag mit meiner Mama :))

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Pilsner Urquell Bei der Vielfalt an Altbiersorten, die es in der Altstadt gibt, kann es nicht schaden, zwischendurch auch mal ein gepflegtes Pils zu trinken. Und sein wir ehrlich, Warsteiner, Krombacher und so weiter sind nett, aber das Original ist doch immer noch am besten. Die Rede ist natürlich vom Pilsner Urquell, das seinen Brauereiausschank quer gegenüber vom Rathaus an der Marktstraße hat. Es ist kein typisch deutsches Brauhaus, das merkt man. Frisch vom Fass mundet nicht nur das Pilsner Urquell vorzüglich, es gibt noch zwei weitere tschechische Biere im Angebot: das feinherbe Gambrinus, das populärste Bier des Landes, sowie das rubinrote, karamellähnliche Schwarzbier Kozel Dark. Mein Favorit bleibt jedoch das legendäre Pislner Urquell. Die Speisekarte bietet mit österreichisch-ungarischem Einschlag einen kleinen Urlaub in die Kaiserzeit. Doch der Hauptgrund für einen Besuch im Pilsner Urquell bleibt jedoch das namensgebende Bier.

Have you ever tasted one of these traditional Czech pours…or all three? #PilsnerUrquell #NaZdravi Ein von Pilsner Urquell (@pilsnerurquell) gepostetes Foto am


Das Fazit
Mein Favorit unter allen Brauerei-Ausschänken in Düsseldorf ist und bleibt das Pilsner Urquell. Die Speisekarte ist nicht für jeden geeignet, allerdings ist das Bier für mich persönlich das beste Bier, das es gibt. Wenn man jedoch nur die Altbier-Brauereien anguckt so schwanke ich zwischen dem Füchschen und der Brauerei Kürzer. Beide sind lecker und die Speisekarte ist für mich genau richtig für einen netten Abend mit mehreren Kumpels. Ihr solltet jedoch alle Brauereien definitiv besuchen. Vielleicht sieht man sich ja mal dort.

 

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