Die Gamescom ist vorbei, die neuesten Spiele sind angetestet, Meinungen sind gebildet worden. Wie schlägt sich EA im Neuveröffentlichungs-Dschungel?

FIFA 17

Überraschung, Überraschung: Auch dieses Jahr kommt ein neuer Fifa-Teil raus! Viele Neuerungen wurden angekündigt: Von einer besseren KI (wie jedes Jahr) über den neuen Storymodus bis hin zum überarbeiteten Karrieremodus mit echten Trainernachbauten. Hält das Spiel, was versprochen wurde?

Der erste Eindruck ist: So viel hat sich ja nicht geändert. Die Grafik ist besser geworden, eine richtige Veränderung, wie sie einer Frostbite-Engine angemessen wäre, ist aber nicht zu erkennen. Das ist aber nur der erste Eindruck; mit zunehmender Spieldauer werden die Veränderungen der Bewegung, Physik und äußeren Umstände sicherlich noch klarer zu sehen sein.

Was sich verändert hat, ist, dass das Spiel realistischer geworden ist. Die Spieler bewegen sich „echter“, was vor allem in Zweikämpfen zu merken ist, manche Bälle verspringen und die Spieler zeigen bessere und passendere Emotionen. Das ist gut, das fühlt sich realitätsnah an.

Der Storymodus, ebenfalls eine große Ankündigung, macht einen guten, wenn auch nicht ausgereiften Eindruck. Das Potenzial der Story, die in Kinderjahren beginnt, ist vorhanden, man wird als Spieler direkt gut eingebunden. Fraglich ist aber, ob die Story Längen vermeiden und Langzeitmotivation hervorrufen kann.

Die nachgebauten Trainer kamen in der anspielbaren Version noch nicht wirklich vor, sind aber wahrscheinlich nicht mehr als ein nettes Gimmick.

Fazit: Die großen Veränderungen sind es doch nicht geworden, jedenfalls sind diese noch nicht erkennbar. Die Frostbite-Engine wird ihre Wirkung vermutlich erst nach mehreren Spielstunden entfalten.

Battlefield 1

Ein mutiges Setting, eine neue Nummerierung. Alles angerichtet für eines der Spiele des Jahres, oder?

JA! Die anspielbare Runde Rush auf der neuen Karte „Sinai Desert“ zeigt die ganze Vielfalt von Battlefield One auf.

Egal ob zu Fuß, auf dem Pferd, im Panzer oder in einem bewaffneten Zug, die Möglichkeiten der Gegnerniederstreckung sind fast unbegrenzt. Und sie sind alle perfekt in das Spiel integriert. Besonders die noch wichtiger gewordenen Nahkämpfe sind erstaunlich gut umgesetzt und sehr wirkungsvoll. Es macht Spaß, auf einem Pferd durch die grafisch super umgesetzten Landschaften zu reiten, seine Schaufel, seine Axt oder andere Werkzeuge und Waffen hervorzuholen und sie schwingen zu lassen.

Das ganze Setting ist gut aufeinander abgestimmt und die Atmosphäre des 1. Weltkriegs wird gut eingefangen. Die Karte ist typisch Battlefield, die Waffenauswahl wirkt soweit ausbalanciert und zeitgemäß. Auch die drei neuen Elite-Klassen (Flammenwerfer, Juggernaut, Panzerjäger) scheinen soweit gut eingebettet und nicht unfair konstruiert worden zu sein. Jeder Elite-Soldat hat seine Stärken und seine Schwächen, die man als Gegner kennen und nutzen muss.

Fazit: Alles ist angerichtet für den Shooter des Jahres! Atmosphäre, Setting, Waffen, alles passt zusammen!

Titanfall 2

Nachdem „Titanfall“ viele gute Ansätze hatte, über diese aber nicht wirklich herausgekommen ist, wird jetzt ein neuer Versuch gestartet. Größte Änderung: Es gibt einen Singleplayer-Modus. Und dabei soll laut Entwickler keine typische Ego-Shooter-Kampagne rauskommen. Die Gameplay-Präsentation legt aber genau das nahe. Man stürzt in verfeindetem Gebiet ab, muss sich durchkämpfen, der Mentor stirbt, man muss seine Mission weiterführen… Langweilig! Das einzige, was den Singleplayer von der Konkurrenz abhebt sind die Titans, die so wirken, als seien sie in der Story gut umgesetzt und integriert.
Der Multiplayer erscheint relativ unverändert. Anspielbar war eine Runde Herrschaft: Gefühlt war es das gleiche Spiel wie der Vorgänger, die Grafik hat sich nicht viel verbessert; nur das Movement ein wenig. Insgesamt enttäuschend.

Fazit: Große Versprechungen, nicht viele davon werden gehalten. Das Spielkonzept ist gut, der Singleplayer aber wirkt branchenüblich: stupide und langweilig. Der Multiplayer hat sich zudem nicht großartig verändert. Da sind andere Shooter interessanter.

EA hat große Spiele im Köcher, der Großteil wird dem auch gerecht. FIFA hat einen kleinen Schritt gemacht, der sich bei genauerer Beobachtung noch vergrößern kann, Battlefield 1 wird DER Shooter des Jahres und Titanfall hat enttäuscht, für Liebhaber des ersten Teils wird der Nachfolger trotzdem das richtige Spiel sein.

 

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