Heute gibt es im Blick ins Netz mit Apple ein Thema, das die letzten Wochen immer da war, Neues zu SoundClouds Abo-Modell und eine Nachricht, die sich irgendwie nicht gut anfühlt. Fangen wir mit Universal an.

Facebook zeigte verschiedene „Straight Outta Compton“-Trailer für Nutzer verschiedener Hautfarben

Wie der „Business Insider“ meldet, hat die Werbekampagne auf Facebook für das N. W. A. Biopic „Straight Outta Compton“ mit Racial Profiling gearbeitet. Dabei wurde weißen Nutzern ein Trailer gezeigt, der sich nur auf Ice Cube und Dr. Dre konzentriert, schwarze Nutzer hingegen sahen einen, der die gesamte Rap-Gruppe N.W.A. profiliert. Bei hispanischen Nutzern wurde ein kürzerer Trailer mit zusätzlichen spanischen Vokabeln eingeblendet. Die Begründung von Universal ist einfach: Weiße Menschen würden sich mit der Rap-Geschichte nicht auskennen, schwarze und hispanische hingegen schon. Dr. Dre und Ice Cube hingegen kennen auch weiße Nutzer, Dre als Beats-Gesicht und Cube als Schauspieler (zum Beispiel aus dem schrecklichen Film „Sind wir schon da?“) und können sich daher besser mit diesen identifizieren. Da Nutzer aber bei Facebook nicht angeben können, welcher Race* sie angehören, wird das von anderen soziodemografischen Fakten abhängig gemacht: Name, Dinge, die mir gefallen, meine Sprachnutzung, etc. Also eher eine grobe Schätzung. Nun gibt es aber Leute wie mich, die farblich dem Mond Konkurrenz machen können, aber sehr viel schwarze Musik hören: Soul, Jazz, Blues, Hip-Hop, R’n’B und natürlich Gospel. Und es gibt auch Menschen, die sich für hispanische Kultur interessieren, aber nicht ein Wort Spanisch können. Daher finde ich das Racial Profiling in diesem Fall nicht nur moralisch verwerflich, sondern auch noch sehr dumm umgesetzt. Der Punkt ist, dass diese Art der Werbung der gesamten Kultur widerspricht. Hip-Hop ist ein Medium, in dem jeder gleich ist, egal, welche Hautfarbe du hast. Warum nicht einen Trailer für alle zeigen, die viele Likes bei Hip-Hop-Seiten haben und einen Dr. Dre und Ice Cube spezifischen für alle, die sich eben eher für Beats by Dr. Dre und Ice Cubes Filme interessieren? Warum muss man so einen Mist von der Race der Person abhängig machen? Gerade mit Blick auf die Situation auf der Welt (Trump und AfD zum Beispiel) fühlt sich diese Form des Werbetargetings irgendwie schmutzig an.

*Ich vermeide hier bewusst den deutschen Begriff, da er aufgrund der Geschichte leicht falsch verstanden werden kann. Der englische Begriff ist dagegen auch heute noch gebräuchlich.

Apple-Mitarbeiter kündigen, wenn sie FBI-Software ins iPhone implementieren sollen

Apple steht diesen Monat ein sehr großer Prozess bevor: Die Frage, ob das FBI Zugriff auf jedes iPhone erhalten soll. Sollten sie den Prozess verlieren und gezwungen sein, eine Schadsoftware ins iPhone zu implementieren, so haben einige Entwickler bereits angekündigt, ihren Job zu kündigen. Das meldet die New-York-Times. Denn gerade die Entwickler sind nicht bereit, diesen Schritt zu gehen. Das sagt sehr viel über diese Menschen aus. Apple bezahlt seine Software-Entwickler sehr gut und dass sie trotzdem bereit sind, ihren Job notfalls zu kündigen, zeigt, wie wichtig es ist, diesen Prozess zu gewinnen. Ich persönlich würde mich freuen, wenn Apple gewinnt, da somit endlich mal einer amerikanischen Behörde Grenzen des Datensammelns aufgezeigt würden. Denn wenn das FBI ohne Absprache Zugriff auf die Daten hätte, dann könnte niemand mehr sagen, was dann ist. Und falls ihr denkt, dass euch das egal sein kann, weil es ja nur um die USA geht: Dasselbe System würde nach Deutschland kommen und ich denke, unser BKA wäre dann auch nicht uninteressiert an dieser Software, um die iPhones von Straftätern zu entschlüsseln. Daher sollten wir alle hoffen, dass das Gericht richtig entscheidet.

SoundCloud schließt Deal mit Sony Music ab

SoundCloud arbeitet bereits seit längerer Zeit an einem eigenen Abo-Modell, um Musik zu hören. Dazu hatten sie bereits Lizensierungsverträge mit Warner Music, Universal Music und Merlin, einem Verbund verschiedener Indie-Label abgeschlossen. Nur Sony war bisher resistent und hatte im letzten Jahr bereits seine gesamte Musik aus dem Angebot zurückgezogen, da sie laut Billboard nicht zufrieden mit den fehlenden Monetarisierungsoptionen waren. Damit steht SoundCloud nun jedoch kurz vor dem Start eines solchen Angebotes und dem Einstieg in einen boomenden, aber hart umkämpften Markt. Platzhirsch Spotify wird sich damit nicht allzu leicht zufrieden geben. Weitere Teilnehmer in dem Markt sind unter anderem Amazon mit Prime Music, Apple Music, Kanye West mit Tidal und Google mit Google Play Musik und Youtube Red. Der Markt wird größer, was für uns Nutzer nur gut sein kann, aber unter Umständen leiden am Ende die Musiker unter einem ruinösen Preiskampf, der früher oder später ausbrechen wird. Dabei ist mir nicht ganz wohl, denn ohne Geld können Musiker nicht weiter Alben produzieren. Vor allem die kleinen, die man bei allen Anbietern finden kann, könnten so leicht in den Ruin getrieben werden.

Auf Wiedersehen Iwata-Sensei

Zum Abschluss noch eine Nachricht der berührenden Art. Satoru Iwata war bis letztes Jahr CEO von Nintendo und der wohl meistgeliebte Geschäftsführer in der Geschichte der Videospielindustrie. Er verstarb im Juli an einer Krebserkrankung und wurde daraufhin von der gesamten Spielebranche betrauert. Nun wurde er bei den GDC Awards in San Francisco mit einem Gedenkclip bedacht. Acht Monate nach seinem viel zu frühen Tod wurde bei den GDC Awards ein Clip gezeigt, der die großen Ideen seines Lebens zeigt: Der Bewegungscontroller der Wii, der Nintendo DS und beispielsweise Nintendogs.

Deswegen sage ich noch ein letztes Mal: Danke Satoru für eine wundervolle Kindheit und meinen ersten Hund!

Das war es dann auch wieder für diese Woche. Es ist mal wieder ein sehr umfangreicher Blick ins Netz geworden, aber ich wollte die Themen einfach unterbringen. Was haltet ihr vom Racial Profiling bei Universal? Würdet ihr ein SoundCloud-Abo eingehen? Verratet es mir in den Kommentaren!

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