Von B.Bielefeld

Ich gehöre zu den Leuten, die im Jahr über 300 Bewerbungen für eine Ausbildung, ein duales Studium oder als Trainee lesen. Bis man die Hürden genommen hat und zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird, kann man bereits eine Menge falsch machen. Deshalb möchte ich aus der Sicht der Entscheiderin einige Tipps geben.

Die 10 häufigsten Bewerbungsfehler:

  1. Die Bewerbungsfrist wird als freundliche Anmerkung verstanden und nicht als echte Deadline. (Tatsächlich erhalten alle später eingehenden Bewerbungen eine Absage.)
  2. Das Anschreiben wird mit Hilfe von kopierten Textbausteinen erstellt. Warum wird der Wert des Anschreibens von einem Drittel des Gesamteindrucks so unterschätzt? (Es sollte einen Bezug zum Unternehmen und einen Bezug zum Beruf, auf den man sich bewirbt, enthalten.)
  3. Die Bewerbung enthält Rechtschreibfehler, Grammatikfehler oder Tippfehler. (Im Brief wird „Sie“ und „Ihre“ groß geschrieben und nach dem Komma in der Anrede wird klein weiter geschrieben, auch wenn Word dies standardmäßig als falsch vorgibt.)
  4. Eigenschaften wie teamfähig, engagiert, gewissenhaft werden als leere Worthülsen aufgezählt, ohne zu erläutern, woran man das feststellen kann oder wobei man diese Eigenschaft gelernt hat. (Aussortiert werden regelmäßig die, die behaupten sorgfältig zu sein und Fehler in der Bewerbung haben.)
  5. Im Lebenslauf fehlen wichtige Angaben wie Geburtsdatum, Telefonnummer oder erreichte Schulabschlüsse. (Übrigens sollten sich Belege der angegebenen Abschlüsse und Praktika in der Anlage zur Bewerbung finden.)
  6. Jede Anlage ist einzeln eingescannt, so dass die vier Seiten Abi-Zeugnis mit vier einzelnen Dateien beigefügt sind. (Hiermit zeigt jemand die eigenen begrenzten PC-Kenntnisse.)
  7. Beim Vorstellungsgespräch sind nicht die gleichen Klamotten angesagt wie vormittags in der Schule. (Abblätternder Nagellack und dreckige Schuhe drücken die entgegengebrachte Wertschätzung aus: nämlich keine.)
  8. Im Vorstellungsgespräch kennt der Bewerber weder die Produkte des Unternehmens noch die relevanten Kunden oder Konkurrenten. (Diese Fragen werden gestellt, um zu erfahren, ob sich jemand vorbereitet hat, was mit dem Lesen der Firmenhomepage erledigt werden kann.)
  9. Zum Beruf, auf den man sich bewirbt, kennt der Bewerber nur die auswendig gelernten Stichpunkte von Wikipedia. (Es hilft, mit Leuten zu sprechen, die in diesem oder einem ähnlichen Beruf oder in der Branche arbeiten.)
  10. Natürlich sollte man im Vorstellungsgespräch flüssig und ausführlich antworten. Eine entspannte Gesprächsatmosphäre sollte aber niemanden dazu hinreißen lassen, über Lehrer oder Freunde schlecht zu reden. (Vielmehr wird Selbstreflexion erwartet).

Dies sind einige Tipps aus Sicht einer Personalmitarbeiterin. Wenn Sie die genannten Fehler vermeiden, haben Sie schon das Meiste richtig gemacht.

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.

9 + vierzehn =