Jaja, schon oft gehört und so. Damit sind wir gemeint. Aber wer sind wir denn eigentlich? Also, wie definiert uns die Bezeichnung „Generation Y“? Was sagen die Google-Ergebnisse?

Es kommt dem „Symptome-für-Krankheiten“-googeln schon ziemlich nahe. Google prognostiziert leider immer ein bisschen hysterischer als ein Arzt. Und auch als ein Wissenschaftler.

Aber wenn ich nach „Generation Y“ suche, kommt mir nicht direkt der Tod entgegen. Das erste, was man findet, ist: Wir sind Digital Natives, die sich hauptsächlich mit elektronischen Geräten beschäftigen, sich mit diesem Kanal informieren und vor allem darüber kommunizieren. Auch sind wir Nachfolger der „Generation X“ (Mommy+Daddy), streben also nicht ganz so extrem nach Geld, Erfolg und Macht. Okay, einverstanden.

Wir strotzen vor Selbstüberzeugung und das liegt vor allem an unseren bösen, bösen Eltern, die uns als sogenannte „Trophy Kids“ erzogen haben. Wir perfekten Einzelkinder, die wir keinerlei Kritik entgegen nehmen müssen, weil unsere Eltern uns ja auch nicht vergleichen können. Und auch Geschwisterkinder sind die Lieblinge der Eltern. Die „Schätze“ und „Sonnenscheins“ der Eltern.

Das Motto „Ich will, weil ich kann“ oder auch „Ich könnte, wenn ich wollte“ begleitet unsere Gedanken und das wurde uns ja aber auch schon früh eingeprügelt. „Kind, dir steht die Welt offen“ wurde uns von unseren DDR-geprägten Eltern nachgerufen. „Tja, von mir aus, aber erstmal möchte ich ein Kinderpingui aus dem Kühlschrank. Du stehst gerade. Kannste mir eins holen, Mama?“

Unser Charakter ist totally sprunghaft. Mal hier, mal da, mal tralala. Aber wir sehnen uns trotzdem total nach Sicherheit und Unterstützung. Wir wünschen uns aber auch Flexibilität, Spontanität und Selbstbeherrschung. Oh man, sind wir anstrengend!

Wir stehen unser ganzes Leben vor der „Qual der Wahl“, weil wir ja so viele Freiheiten haben. Wer im Päda-Kurs gut aufgepasst hat: Durch viele Freiheiten entwickelt sich auch ein Entscheidungszwang, dem man eher mit der Angst, sich festzulegen oder einer Verschiebung der Entscheidungen entgegentritt. Stimmt. Nudeln mit Carbonara oder Tomate-Mozarella-Soße? Oh man, ich glaube, ich warte, bis mein Mitbewohner wieder da ist. Der soll das mitentscheiden. Oder ich esse einfach gar nichts. Ich. kann. das. einfach. nicht. entscheiden.

Leben in einer großen Ungeduld, wir wollen alles besonders schnell und damit am besten schon gestern anfangen haben. Das würde sich aber eher auf Materielles beziehen, denn, wie wir eben gelernt haben: Schwierige oder generelle Entscheidungen schieben wir ja lieber vor uns her!

Jemand hat sich das geniale Sinnbild „Generation Why“ ausgedacht. Und wer sowas sagt, der hat natürlich auch einen Grund. Oder? Und mit dem „Oder?“ sind wir eigentlich schon beim Grund. Wir müssen nämlich immer alles hinterfragen! Alles und jeden. Und vor allem unsere Zukunft.  „Will ich das wirklich?“, „Was bringt mir das?“, „Warum?“, „Was bringt es mir wirklich, wenn ich ein Kinder Pingui esse?“, „Würde ich wirklich beide Soßen auf meinen Nudeln haben wollen? Macht mich das wohl glücklich?“.

Unsere Motivationsfaktoren und unser Wertesystem – unser Arbeitsleben

Geht es um die Job- oder Ausbildungssuche, leben wir natürlich vor allem mit der „Suche nach Sinn und der Zeit für Familie und Freunde“. Heißt das also, dass wir bei der Berufswahl vor allem auf Flexibilität und Freizeit achten? Mhja, kommt hin! Hauptsächlich wollen wir uns aber selbst verwirklichen und streben nach der „Work-Life-Balance“. Achso, genau, und halt auch nach Familienzeit.

Natürlich lässt uns auch der Klimawandel nicht kalt. Äh, oder warm? Wir möchten auf jeden Fall umweltbewusst sein. Und in einem nachhaltigen Unternehmen arbeiten. Und dann auch so viel Geld verdienen, dass wir uns mit Keksen aus dem Bio-Markt versorgen können.

Auch ein netter Ausdruck für uns: Millennials. Keine Ahnung, warum. Auch Google konnte mir da nicht wirklich helfen. Es heißt auf jeden Fall irgendwas mit Tausend.

Wenn wir noch einmal in die berufliche Richtung schauen, ist es für uns im Folgenden auch wichtig, dass wir uns in unserem fairen und natürlich umweltbewussten Unternehmen nicht irgendwie hocharbeiten, sondern uns total fachlich vertiefen können. Wer will schon eine Führungsperson? Schließlich lassen sich die Kekse auch mit unserem zutiefst zufriedenstellendem Gehalt bezahlen, welches wir als wirklich qualifizierte und fachlich vertiefte Mitarbeiter bekommen. Hauptsache, wir haben Spaß und der Job erfüllt uns mit Freude und allem anderen. Achso, und Hauptsache, alle anderen Mitarbeiter finden uns ganz toll, weil wir ihnen auf dem einen Themengebiet so unglaublich gut helfen können!

Wichtig ist hier aber, dass wir auf jeden Fall Rückmeldungen bekommen müssen. Das ist nämlich so total wichtig, weil wir sonst einfach den Boden unter den Füßen verlieren würden. Weil wir sind ja ganz schön toll und das wissen wir natürlich auch.

Wir wollen Abwechslung, sind aber auch interessiert an einer Routine, die Sicherheit gibt. Mhja, ok, einverstanden. Aber SOS! Wenn Routine auf einmal zu Langeweile wird, wären wir dazu bereit, alles direkt hin zu werfen und uns dann woanders weiter zu bilden. Wir haben also praktisch eine Langeweile-Phobie und möchten gerne jeden Monat eine neue Wasser-Rutsche zur Kantine haben?

Wir Digital Natives sind medienfixiert. Das bedeutet auch, dass Social Media und Online-Kommunikation große Bestandteile unseres Lebens sind und wir diese auch nicht missen möchten. Das stimmt allerdings! Google schließt daraus: Unsere Erwartungen an den Beruf sind also vor allem eine Internetverbindung sowie das Erlauben des Nutzens von Sozialen Netzwerken. Naja, aber wenn es dann tatsächlich doch nur das ist.

Ist es aber nicht. Wir fordern auch:, und das jetzt bitte auf minimalistisch gestalteten Plakaten vor dem inneren Auge sehen, Selbstverwirklichung, Respekt, Sport im Job, Medientoleranz, mehr Internet, Wlan, keine Hierarchie, Verständnis für alles, Anerkennung, Zugehörigkeitsgefühl, einen eigenen Platz, Home Office forever und Kinderbetreuung! Auch noch aufzuführen: Kinder Pingui, Kekse, Nudeln jeden Tag, Sitzbälle, Ballbecken. Slogan unter allem: Ich will aber! Ich will, ich will, ich will!

Und zum Abschluss möchte ich noch beitragen: Das, was ich hier aufgeführt habe, beinhaltet tatsächlich Ergebnisse einer großen Recherche-Arbeit und sind nur durch meine eigenen Kommentare etwas überspitzt. Wenn sich jeder aber mal an die eigene Nase fasst, muss man zugeben, dass einem das ein oder andere doch bekannt vorkommt. Wer dümpelt zum Beispiel nach dem Abi nicht um den heißen Brei herum? Oder geht „erst einmal ins Ausland“?

Damit möchte ich keine Kritik an uns üben. Ich möchte viel lieber mal zeigen, wie uns die sehen, die Angst vor uns haben. Die, die noch lieber an ihren eigenen Gedanken aus alten Zeiten hängen und lieber unter sich sind. Das, was wir wollen, war früher einfach utopisch. Das, was wir wollen, ist so viel und im Endeffekt doch so ziemlich gar nichts. Das, was wir wollen, ist eigentlich nur: LEBEN. Das sollten wir auch tun, aber immer mit dem Gedanken: Was passiert eigentlich um mich herum?

 

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