Jeder von uns hat wohl schon einmal zu spät angefangen, sich das nötige Wissen für die bevorstehenden Klausuren anzueignen. Frisch nach meiner ersten Klausurphase als Student kann ich zusammenfassend sagen, früher lernen wäre wohl doch nicht schlecht gewesen.

Der Semesteranfang lief dabei noch so gut. Nach der Einführungswoche, welche nebenbei quasi nur aus Trinkspielen bestand, war die Motivation ziemlich hoch und jede Woche wurde zusammengefasst, was wir gelernt hatten – die Professoren betonten nämlich jede Stunde, wie wichtig es doch sei, frühzeitig zu lernen. Nach einiger Zeit verschwand diese Motivation allerdings, nachdem jede Woche neue Studentenpartys stattgefunden haben und manche Dinge dann doch interessanter waren als ein BWL-oder Mathebuch. Das Studentenleben soll schließlich auch Spaß machen. Wenn ein Tag frei war, musste man sich auch mal eine Auszeit vom „lernen“ gönnen. Somit rückte das Lernen eher in den Hintergrund und das typische entspannte Studentenleben, mit wenig Geld und viel Party begann.

Am Anfang des neuen Jahres kam dann die Panik vor den Klausuren, für welche man ja schon länger nichts mehr gemacht hatte. Wenn man also die nächsten drei Wochen jeden Tag ein Thema bearbeitet, müsste das zu schaffen sein – diese Hoffnung hat wohl jeder Student. Allerdings ist in einem Semester schon ziemlich viel gemacht wurden und es gibt ja leider häufig auch nicht nur eine Klausur. Wenn dann mal das Handy klingelt, geht man gerne dran und lenkt sich ab oder verabredet sich, denn hey, es sind ja noch ein paar Tage Zeit und die anderen lernen bestimmt auch nicht so viel. Dazu muss man sagen, dass es erleichtert, wenn man von Kommilitonen hört: „Ich habe auch noch nicht mit dem Thema angefangen“. Das Gewissen ist schon einmal beruhigt, also kann man auch nochmal einen Tag frei nehmen und erst später weiterlernen. Im Endeffekt bleibt nur noch eine Woche übrig und die Themen werden dann auf diese verteilt – Stress pur!

Spätestens am Abend vor der Klausur kommt dann die Wut, warum man nicht schon früher angefangen hat und wieso die Professoren so undeutliche Skripte haben bzw. warum man selber in den Vorlesungen nicht mitgeschrieben hat. Demnach macht man sich die ganze Nacht vor der Klausur verrückt und versucht so viel Lernstoff wie möglich auswendig zu lernen und hofft, dass bestimmte Themen nicht abgefragt werden, um den Lernstoff etwas einzuschränken.

Am Tag der Klausur sitzen 95 % der Studenten todmüde im Vorlesungsraum und versuchen verzweifelt, irgendwas Sinnvolles als Antwort zu geben, so dass der Professor dort dann hoffentlich doch irgendwo noch Punkte finden kann. Denn eins ist klar, wenn man ein kleines Thema nicht lernt, weil man es nicht für wichtig hält, wird dieses Thema zu 90 % in der Klausur abgefragt.

Also sollte man eigentlich frühzeitig anfangen zu lernen, aber seien wir mal ehrlich, am Anfang der nächsten Klausurphase wird alles genau so ablaufen und kaum einer wird sich wirklich früher vorbereiten, die meisten setzen sich wieder erst 3 Wochen vorher an den Lernstoff. Denn in der ersten Klausurphase hat diese Methode ja mehr oder weniger ausgereicht und die meisten Studenten sind von Natur aus eher faul.

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