Ich mag meinen Beruf gerne. Er kann durchaus anstrengend und stressig sein, trotzdem vergeht die Zeit wie im Flug und wenn ich etwas geschafft habe, bin ich jedes Mal stolz.
Das was ich fabriziere und gestalte wird benutzt. Es wird gedruckt. Veröffentlicht. Und viele Leute können sehen, was ICH getan habe. Und manchmal landet auch mein Name im Impressum. Das liest zwar fast niemand, aber ich weiß, dass dort mein Name steht. Und auch das macht mich stolz.

Ich arbeite bei einer Mediengruppe, die eine Zeitung herausbringt, von der jeder meiner Freunde mindestens schon einmal etwas gehört hat. Die Rheinische Post. Da habt ihr sicher auch schon mal von gehört, zumindest wenn ihr aus Düsseldorf seid. Bestimmt habt ihr schon einmal ein Kiosk gesehen, über dem in der typischen Schriftart gelb unterstrichen „Rheinische Post“ stand.

Zurück zu dem Job. Ich wusste bis kurz vor meinem ersten Abiturversuch, als ich noch nicht wusste, dass ich es beim ersten Mal nicht schaffen würde, noch nicht, was ich mal werden will. Früher wollte ich Tierärztin werden, wie fast jedes Mädchen, dann Lehrerin, dann kurze Zeit Pathologin. Das alles erfordert studieren. Und darauf hatte ich nach 12 Jahren Schule überhaupt keine Lust. Ich wollte arbeiten, Geld verdienen und nicht mehr nur lernen müssen, um in der Nacht vor der Prüfung nicht schlafen zu können.

Ich wusste, dass ich etwas mit Computern machen will, Informatik war jedoch nicht mein Ding. Irgendwas Kreatives sollte es auch sein, da ich gerade begonnen hatte, mich für das Zeichnen und die Bildbearbeitung zu interessieren. Ich machte dann irgendwann bei einer Art Reise mit, auf der man sich unterschiedliche Berufe angucken konnte – und lernte den Beruf des Screendesigners kennen. Ein Job, der mich sofort so begeisterte, dass ich ihn machen wollte. Blöd nur, dass er kein Ausbildungsjob war.

Ich informierte mich und stieß auf den Beruf der Mediengestalterin. Medien klang gut und Gestalter noch mehr. Und während ich mein letztes Jahr wiederholte, bewarb ich mich überall. Bei der Rheinischen Post bekam ich dann meine große Chance. Ausgerechnet bei einer so großen Firma, bei der ich mir gar keine Chancen ausgerechnet hatte. Mir wurde zwar mehrfach gesagt „Ist nix mit kreativ werden bei einer Zeitung“, aber das war mir egal. Das was ich tun wollte bei so einem großen Betrieb zu lernen war wie ein Traum. Ist es immer noch.

Und dann begann ich zu lernen mit InDesign, mit Photoshop und mit Illustrator zu arbeiten. Ich lerne, wie man Magazine gestaltet und wie die Regeln gelten. Ich lerne, wie man Bilder anständig freistellt und wie man selbst Icons erstellt. Ich lerne, wie Anzeigen gemacht werden und was dabei alles berücksichtigt werden muss. Wie viel Arbeit in einem kleinen Sonderveröffentlichungsblättchen stecken kann. Wie man PDF-Dateien richtig exportiert. Ich weiß jetzt wie interaktive eBooks erstellt werden. Und ich bin gerade erst im zweiten Jahr. Es liegen noch fast zwei Jahre vor mir in denen ich die verschiedensten Abteilungen kennenlernen werde.

Nebenbei mache ich momentan eine Zusatzqualifikation, die mir von meiner Firma ermöglicht wird. Film- und Videowirtschaft. Dort wird mir beigebracht, wie ich richtig präsentiere, wie man Ton- und Videoaufnahmen schneidet und wie man Projekte richtig plant. Insgesamt echt cool, jedoch ist das einzige was mich stört, dass der Kurs auch Samstagmorgens stattfindet.

Außerdem haben wir bei uns auch jedes Jahr ein Azubiprojekt. Das von diesem Jahr seht ihr gerade selbst, scribez.de haben wir auf den Markt gebracht. 10 Azubis und eine Projekt-Koordinatorin, die alles überwacht. Das heißt, die Seite, die ihr gerade anschaut, ist auch mein Werk. Genauso der Flyer, den ihr vielleicht in der Hand hattet, das Plakat, das ihr gesehen habt, die Anzeige in der Rheinischen Post und diverse andere Werbemittel. Bei all dem habe ich mitgewirkt und mitgestaltet.

Mein Ausbildungsberuf ist definitiv empfehlenswert. Nicht umsonst gilt er momentan als einer der begehrtesten. Man arbeitet am Computer, darf dabei seine Kreativität, zumindest teilweise, miteinbringen und sieht seine Arbeit vielleicht irgendwann mal in der Öffentlichkeit – Was wünscht man sich mehr?

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