Schon lange hatte sich mein Freund Patrick die Idee in den Kopf gesetzt, in unserem Garten eine Holzterrasse zu bauen. Er arbeitet im Garten- und Landschaftsbau und hat ständig neue Ideen, die er dann am liebsten sofort umsetzen möchte. Da das Material für eine klassische Holzterrasse uns aber zu teuer war, mussten wir kreativ werden. Patrick hatte sich vor kurzem aus Europaletten eine gemütliche Bank und ein Schränkchen für seinen Mini-Kühlschrank gebaut und so kam er auf die Idee, dass man doch sicher auch eine Terrasse aus den Paletten bauen könnte.

So entstand also die Idee, eine Europaletten-Terrasse zu bauen. Meine Familie war schnell überzeugt von Patricks Idee und so konnte das Gemeinschaftsprojekt schon bald umgesetzt werden. Ich habe euch mal aufgeschrieben, was wir alles gebraucht haben und wie wir vorgegangen sind.

Dazu findet ihr einige Fotos aus verschiedenen Stadien des Terrassenbaus. Eine kleine Warnung vorab: Man stellt sich das alles eigentlich ganz einfach vor. Da Patrick aber sehr perfektionistisch veranlagt ist, was solche Dinge angeht, wurde das Projekt dann doch etwas aufwendiger.

Was man braucht:

  • einen kreativen Kopf, der sich sowas ausdenkt und Ideen für die Umsetzung hat
  • starke Männer oder Frauen, die sich nicht zu schade sind, anzupacken
  • Jemanden, der handwerklich begabt ist und für (fast) jedes Problem eine Lösung hat
  • Europaletten (die Menge hängt von der Größe ab), wir haben im Endeffekt ca. 40 Paletten verbaut (davon haben wir aber auch noch Möbel gebaut)
  • Gehwegplatten (gibt es im Baumarkt)
  • Bautenschutzmatte zum Unterbauen der Konstruktion und Vlies, der verhindert, dass Unkraut durch die Fugen der Terrasse wächst
  • Jede Menge Werkzeug: Säge, Akkuschrauber, gefühlte Tausend Schrauben, Schleifgerät
  • Etwas zum Lasieren der Paletten, um sie wetterfest zu machen, wir haben Holzöl benutzt
  • Zeit (Wir haben mit 5-6 Leuten ca. 5 Tage gebraucht, bis wirklich alles fertig war)
  • Gutes Wetter! Dann macht das Ganze einfach viel mehr Spaß!

Schritt 1: Einen Plan zeichnen, um festzustellen, wie viele Paletten man braucht, wie groß die Fläche werden soll und um zu wissen, wie viel Rasen weichen muss. Hierbei ist das Maß der Paletten wichtig (120 cm lang, 80 cm breit und 14,4 cm hoch). Da meine Familie, inklusive mir, im Pläne zeichnen nicht allzu begabt ist, war das Patricks Job. In diesem Plan mussten diverse Aspekte berücksichtigt werden, damit das Ganze hochprofessionell umgesetzt werden konnte. Zum Beispiel musste unser kleiner Zinkwannenteich (übrigens auch ein DIY-Projekt) berücksichtigt werden.

Schritt 2: Ganz lieb beim Schützenkollegen (Inhaber einer Spedition) anfragen, ob er wohl 30 Europaletten abzugeben hat. Hatte er Gott sei Dank. Diese Paletten haben wir dann mit einem Anhänger (den Patrick praktischer Weise besitzt) an die entsprechende Stelle, also in unseren Garten, transportiert.

Schritt 3: Die entsprechende Fläche Rasen abschälen. Wenn kein Rasen da ist, muss er logischerweise auch nicht abgeschält werden. Hierfür braucht man kräftige Männer oder Frauen. Ich mit meinen Puddingärmchen war an dieser Stelle also erst einmal raus. 😉 Patrick, meine Brüder und mein Vater waren da besser geeignet. Außerdem musste die unterste Stufe (gefühltes Gewicht: 1 Tonne), die in unseren Garten führt, weichen. Diese wurde später durch ein „Palettenpodest“ ersetzt.

Schritt 4: Einmessen. Auch das war Patricks Job (was war eigentlich nicht Patricks Job?), der mit Metallstangen und Maurerschnur die Fläche abgesteckt hat und damit auch die Höhe bestimmt hat, auf der die untere Schicht Paletten stehen sollte.

Schritt 4: Mit den Gehwegplatten und der Bautenschutzmatte (gibt es im Baumarkt oder im Landhandel eures Vertrauens) eine einheitliche Höhe schaffen, auf der die Paletten nachher stehen sollen. Ihr solltet mit einer Wasserwage kontrollieren, ob alles in Waage ist. Wir haben die Gehweglatten an die Stellen gelegt, an denen nachher die Ecken der Paletten stehen sollten und die Bautenschutzmatte obendrauf gelegt, damit die Paletten nicht auf den Gehwegplatten klappern, wenn man darüber läuft. Den Vlies könnt ihr entweder unter die Platten oder zwischen Platten und Bautenschutzmatte legen.

Schritt 5: Die untere Schicht Paletten nach dem Plan auslegen. Diese haben wir nicht fixiert, sondern nur lose auf die Unterkonstruktion aus Platten, Vlies und Bautenschutzmatte aufgelegt

.

Schritt 6: Auf die unteren Paletten die zweite Schicht auflegen und mit langen Schrauben an den unteren Paletten verschrauben. Die obere Schicht war etwas kleiner als die untere Schicht, sodass eine Stufe entstanden war. Eine Terrasse konnte man zu diesem Zeitpunkt schon erkennen. Aber wir wollten es uns ja nicht ganz so einfach machen.

Schritt 7: Deshalb haben wir im nächsten Schritt im Nachbarort bei einem anderen Freund der Familie, der Inhaber eines Landhandels und dadurch auch Inhaber zahlreicher Paletten ist, weitere Paletten geholt, die wir mit viel Kraft auseinandergenommen und mit schwerem Gerät Leisten daraus gesägt haben, die die Fugen in den schon ausgelegten Paletten ausfüllen sollten. Diese Leisten haben wir dann in eben jene Fugen gelegt und verschraubt.

Schritt 8: Danach haben wir noch Blenden aus den Paletten gesägt, die wir außen vor die „Löcher“ geschraubt haben, damit das Ganze ein geschlossenes Bild ergab. Das ist aber Geschmackssache und nicht unbedingt erforderlich.

Schritt 9: Die ganze Terrasse von oben und den Seiten abschleifen. Passt dabei bitte auf eure Finger auf! Mein Papa hat hierbei seinen Daumen und seine Wade mit der Terrasse verwechselt und leider seine Haut statt dem Holz abgeschliffen.

Schritt 10: Ausreichend Öl kaufen und die ganze Terrasse einölen, bzw. lasieren. Hier ist es ganz euch überlassen, ob ihr einfach ein transparentes Öl nehmt oder eine farbige Lasur. Das Öl bzw. die Lasur solltet ihr ausreichend lange trocknen lassen. Wie lange, steht auf dem jeweiligen Öl/der Lasur drauf.

Schritt 11: Die Terrasse ist fertig! Tisch drauf, Stühle drauf, Bier/Wein/Sekt oder was auch immer aufmachen und genießen!

P.S.: Wir hatten nach dem Bau der Terrasse noch Paletten übrig, aus denen wir (bzw. Patrick) Bänke, einen Tisch und zwei Blumenkübel gebaut haben.

Wie ihr seht, kann man mit Paletten doch mehr machen, außer Sachen zu transportieren.

2 Responses

  1. Matthias

    Hallo, ich finde das eine geniale Idee! Eins frage ich mich allerdings: werden die Paletten nicht sehr rutschig, wenn es geregnet hat?
    Ich freue mich auf eure Antwort!

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    • Mara
      Mara

      Hallo lieber Matthias,

      wir hatten damit bisher keine Probleme. Allerdings steht unsere Terrasse auch relativ frei, das heißt kein Baum o.ä. in unmittelbarer Nähe. Wenn die Terrasse von Bäumen oder Sträuchern umgeben ist, kann sich Grünspan bilden und wenn es dann regnet, wird die Terrasse auch rutschig.
      Ich hoffe, dass ich dir mit meiner Antwort helfen konnte.
      Liebe Grüße,
      Mara

      Antworten

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