Fünf lange Jahre sind seit dem letzten Album vergangen. Nun erscheint am 17. Juni 2016 (natürlich wieder ganz zufällig im Sommer) das neue Album der kalifornischen Funk-Rocker: „The Getaway“.

Der gleichnamige erste Track zeigt schon sofort die Entwicklung der Band: Zuerst klingt es wie gewohnt, doch dann erklingen Effekte vom Synthesizer, auf die die Band zuvor noch verzichtet hat. Der neue Produzent Danger Mouse (u.a. Produzent des grandiosen Albums Evil Friends von Portugal. The Man) hat der Band wohl sehr gut getan.

Der zuvor bekannte Track „Dark Necessities“ baut sich spannend auf und verblüfft vor allem mit zwei Dingen: Erstens ist der „Slap Bass“ von Bassist Flea sehr markant und trägt die Melodie durch das Lied. Zweitens passt das Klavier in der Bridge besser als erwartet. Was ist denn hier passiert? Diese Band hat sich wohl weiterentwickelt, ohne ideenlos zu wirken – so wie es auf dem Vorgänger von 2011 noch geklungen hat.

„We Turn Red“ klingt nach alter RHCP-Manier und hätte genauso gut auf „Californication“ (1999) sein können. Diese Tatsache macht das Lied aber nicht schlecht, denn die ruhigeren Stellen klingen stark nach dem Album „By The Way“ (2002). Das Lied ist also eine Mischung aus alten Zeiten und bleibt beim Hörer hängen. Das Schlagzeug knallt, der Bass ist sexy und Kiedis‘ Stimme singt wie gewohnt zu jeder Stelle im Lied passend. Diese Mischung aus alt und neu kann man auf dem ganzen Album wunderbar verfolgen, wie z.B. bei „Go Robot“, ein ganz typischer Beginn, doch dann folgen die sanften, liebevoll eingearbeiteten Synth-Effekte, die dem Lied etwas Beruhigendes verleihen. Trotz dieser Tatsache denkt man als Hörer: „Ja, es sind die Peppers, so wie sie es immer gewesen sind – bis zur Bridge jedenfalls“.

Danger Mouse und Nigel Godrich (Mixing; außerdem Produzent von Radiohead) haben hier tolle Arbeit geleistet: Einerseits den RHCP-Sound bewahrt, doch auch mit dem Synthesizer gespielt und diesen so gekonnt eingearbeitet, dass sich der Sound weiterentwickelt hat. Es ist schön zu hören, dass Radiohead irgendwo einen Einfluss auf die Band hatte, denn diese teilen sich nicht nur einen gemeinsamen Produzenten, nämlich Godrich, sondern teilen sich mit einigen Mitgliedern eine Band: „Atoms For Peace“ ist eine Supergroup, in der Radioheads Sänger Thom Yorke singt, während Flea den Bass spielt. Das erste Album erschien 2013 und beinhaltete auch viele elektronische Effekte. Die Zeit mit dieser Band hat Flea wohl gut getan, und vielleicht ja auch auf neue Ideen gebracht … (?)

Jedenfalls sind es diese Ideen, die Flea und Co. in diesen fünf Jahren gesammelt haben und nun in Form von 13 neuen Liedern Gestalt annehmen. Für diese Band ist eine neue Ära angebrochen.

Spannend war natürlich auch, ob und wie sich der neue Gitarrist Josh Klinghoffer weiterentwickelt hat. Klinghoffer war seit 2011 neuer Leadgitarrist, nachdem der Gitarren-Jesus John Frusciante zuvor ausstieg. Doch 2011 enttäuschte der neue Gitarrist, da er den Liedern nicht die nötige Würze verleihen konnte – zuvor konnte Frusciante jedem Lied der Band ein markantes Solo verpassen. Das kann Klinghoffer nach wie vor nicht – aber kann die rockigen Riffs, die Lieder wie „Detroit“ so markant machen.

Die Red Hot Chili Peppers waren schon immer eine Band für den Sommer. Es ist Musik, die man mit den Freunden im Auto hört, während man zum Badesee fährt. Oder am Badesee, wenn man gerade in der Sonne liegt oder Wassermelonen verspeist. Sie haben nichts von ihrem alten Charme verloren, die Musik ist nach wie vor sommerlich, manchmal verträumt („Encore“)und beim besten Willen nicht schlecht. Die Band hat definitiv eine Zukunft!

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