Das Jahr 2015 neigt sich dem Ende zu. Auch in der Musik ist viel passiert. Meine Favoriten sind hier aufgelistet, und wenn ihr Spotify benutzt, könnt ihr auch gleich hineinhören 🙂

Was waren eure Favoriten? Schreibt mir eure Meinung doch in die Kommentare, Ich freue mich schon auf euch!

KENDRICK LAMAR –TO PIMP A BUTTERFLY

Für mich DAS Album 2015!

Es ist ein Meisterwerk. Kendrick erzählt eine Geschichte von ihm selbst als tragisches Genie, das auf der Suche nach Antworten auf sein neues Leben ist. Nach und nach kommt er hinter das Geheimnis, am Ende erfolgt dann seine Erleuchtung und sein neu gewonnener Stolz. Gleichzeitig schafft er es, die Rolle der afro-amerikanischen Bevölkerung der USA im Jahr 2015 perfekt darzustellen, was aufgrund der Aufstände in Baltimore und den brutalen Übergriffen der amerikanischen Polizei auf eben jene Afro-Amerikaner für viel Gesprächsstoff sorgt und topaktuell ist. Kendricks Magnum Opus, es wird in die Geschichte der Rapmusik eingehen. Tupac wäre stolz. Gleichzeitig würde er sich auch im Grab umdrehen, da er nun übertroffen wurde. Ich war nicht alt genug, um Tupac oder  The Notorious B.I.G. mitzuerleben. Nun ist Kendrick da.

JAMIE XX – IN COLOUR

Wahrhaftig farbenfroh. Hier mal Shoegaze, dann mal etwas R’n’B, aber ohne Krampfhaftigkeit. Das Album geht runter wie Öl und das ist positiv gemeint. Wer The XX liebt, wird Jamie XX genauso lieben. Die wahre Vielfalt des Albums: Man kann es sowohl zum Entspannen als auch bei einer Party abspielen. Beides funktioniert und wie das möglich ist, ist mir selber noch nicht ganz klar. Aber es klappt.

BILDERBUCH- SCHICK SCHOCK

Lässiger geht’s nimmer. Die coolste deutschsprachige Musik kommt jetzt (wieder) aus Österreich. Die Jungs können alles. Wirklich! Sogar Autotune! Die Einflüsse von Kanye und Falco sind überall herauszuhören. Dennoch sind „Bilderbuch“ mutig, denn sie machen ihr eigenes Ding, unverwechselbar. Wer Maschin bereits vorher kannte, der weiß, mit was für einer Lässigkeit und Selbstverständlichkeit „Bilderbuch“ ihre Musik machen. Als wäre es das einfachste auf der Welt.

SIZARR – NURTURE

Deutschlands interessanteste Popmusik, produziert von Markus Ganter, der auch schon Caspers großartiges Hinterland
produzierte. Mit Nurture haben Sizarr ihr Debüt Psycho Boy Happy übertroffen. Hätten die drei aus der Pfalz dieses Album in den 80ern gemacht, wäre Baggage Man  heute ein Klassiker. Es ist weniger experimentell, aber runder und solider als früher. Auch vor Sirenen- Samples, die perfekt in das düstere Scooter Accident hineingearbeitet wurden, wird nicht zurückgeschreckt. Ein gutes Beispiel für die Symbiose aus einer großartiger Band und einem einfallsreichem Produzenten.

DEAFHEAVEN – NEW BERMUDA

Black Metal+Shoegaze= Blackgaze! Wer die etwas andere Erfahrung mit Metal machen will, sollte hier unbedingt reinhören. Erst ist es laut und der Sänger Schreier schreit sich die Seele aus dem Leib, dann ist es ruhiger und entspannt. Der Übergang der beiden Genres ineinander ist so gelungen, dass es ungezwungen und selbstverständlich wirkt. Leider hat dieses Album nur wenige Lieder, aber einige sind auch sehr lang. Das Album wirkt deshalb nicht wie eine Aneinanderreihung von Liedern, sondern wie ein einziges, langes Lied.

BRING ME THE HORIZON – THAT’S THE SPIRIT

Nein, es klingt nicht immer nach Linkin Park. BMTH hatten den Mut, Deathcore hinter sich zu lassen und weiter in die Richtung Pop vorzustoßen. Auf Alben wie Sempiternal waren die Melodien die essentielle Stärke. Wieso also nicht noch mehr auf Melodie fokussieren? Herausgekommen ist ein solides Machwerk. Fans der alten Alben sind enttäuscht, aber wer über den Tellerrand hinausschauen kann, wird dieses Album nur loben können. Hier ist nochmal eine umfassende Beurteilung der Albums.

EDITORS –IN DREAM

Musik zum Träumen. Die düstere Alternative zu Coldplay und das, ohne die alten Fans zu enttäuschen. Die Band hat sicher nicht das Rad neu erfunden, aber sich selbst weiterentwickelt. Mit dem traumhaften Gesang und aufgrund von Einflüssen aus dem Genre Sheogaze fühlt man sich von der Musik umarmt. Herrlich. Hier findet ihr mehr meiner Gedanken zum Album.

DAN TERMINUS – THE WRATH OF CODE

Synth ist ein Genre, das nicht jeder kennt, aber kennen sollte. Mit elektronischer Musik lässt sich alles schaffen, auch die düstere, dystopische und elektronische Welt von The Wrath Of Code.  Es erinnert mich an den Kultfilm „Tron“. Bei The Chasm kann man gar nicht anders, als sich eine elektronische und virtuelle Landschaft vorzustellen. Musik, die Bilder im Kopf erzeugen kann, so muss das. Mein bester Zufallsfund 2015!

BJÖRK – VULNICURA

Björk halt. Herrlich schön und schräg zugleich. Nichts für jeden. Ihr Gesang ist aber nach wie vor Balsam auf die gestresste Seele. Eine tolle Alternative zu Adele, wenn man einer verflossenen Liebe hinterherweinen möchte – so wie Björk es auf diesem Album tut. Björk kann aber auch verstörend wirken, es ist keine leichte Kost. Wer sich aber traut, wird von der schönsten Stimme der Welt verwöhnt.

PANDA BEAR – PANDA BEAR MEETS THE GRIM REAPER

Klingt fast so wie seine Band “Animal Collective”, nur sogar noch experimenteller. Kein bisschen für den Mainstream gedacht, aber wer alternativen Pop sucht, ist hier bestens bedient. Gut zum Entspannen und Träumen. Es ist nicht gut für die Kopfhörer geeignet. Hört es am besten auf einer Anlage, sonst hört man die ganzen Details, die hier liebevoll mit hineinproduziert wurden, nicht heraus.

EVERYTHING EVERYTHING – GET TO HEAVEN

Das geht ab! Anders und mutig genug, um herauszustechen; poplastig genug, um dem Mainstream gefallen zu können. Spring/Sun/Winter/Dread ist ein Lied zum Springen, zum Tanzen, zum Mitsingen. Die meisten anderen Lieder funktionieren ähnlich, alles wirkt wie aus einem Guss. Hört es euch an, man kann es nur lieben!

CARPENTER BRUT – EP III

„Nur“ eine EP – Aber was für eine! Synth mit Anleihen aus den 80ern. Könnte hin und wieder etwas zu wild klingen. Man fühlt sich ein bisschen wie in einem Videospiel. Oder man denkt beim Hören an die 80er-Jahre, Miami und Flamingos. Nur in elektronisch halt. Perfekt zum Zocken!

TAME IMPALA – CURRENTS

Psychedelischer Indie-Pop-Rock? So würde Ich es beschreiben. Moderner Rock im Jahr 2015, fern von allen Peinlichkeiten, die so ein Unterfangen mit sich bringen kann. Schon bei Let It Happen zeigt sich, dass Tame Impala ihre Lieder wunderbar verschnörkeln kann. Und davon lebt dieses Album.

BLUR – THE MAGIC WHIP

Blur sind zurück! Es klingt deutlich anders als die früheren Alben, dennoch finde ich das Album gut gelungen, da die Lieder im Ohr bleiben und manchmal etwas von Gorillaz an sich haben.  Ein gelungenes Comeback, das gibt es ja auch nicht mehr so oft. Die Produktion ist ebenfalls anders als früher, aber es verleiht dem Album ein modernes Gewand – Blur im Jahr 2015, es funktioniert.

Und jetzt kommen noch die Alben, die mich 2015 enttäuscht haben:

GENETIKK –  ACHTER TAG

2013 erschien „D.N.A“ und für mich ist es zum Klassiker geworden. Leider kann Ich über „Achter Tag“ nicht das gleiche sagen. Karuzo und Co. haben für dieses Album die Themen Weltverbesserung und Selbstoptimierung  gewählt. Im Ansatz klingt das ja ganz schön, wenn diese völlig unnötige Doppelmoral nicht wäre: In Einer von den Guten geht es darum, ein besserer Mensch zu sein – plötzlich ist Skandal-Rapper Bushido als Gastauftritt zu hören. Was soll das? Auch Wünsch dir was ist eine ernst gemeinte und gelungene Konsumkritik, doch prahlt Karuzo in anderen Liedern dann wieder mit seinen Sneakern. Traurig.

Einer der wenigen Lichtblicke ist Caput Mundis – Auch wenn man hier viel zu offensichtlich von Kanye West abgeschaut hat. Wenigstens das hat man einigermaßen hinbekommen. (Kira’s Meinung über das Album ist übrigens hier.)

BOY – WE WERE HERE

Lasst es mich in Zahlen ausdrücken: 4 Jahre Wartezeit für ein Album mit 9 Liedern,  magere 36 Minuten Laufzeit,  nur ein brauchbares Lied. Lediglich das gleichnamige We Were Here bleibt im Kopf. Das Debüt Mutual Friends brillierte durch die akustischen Gitarren und das passende Schlagzeug, nun klingt aber alles nach elektronischer Produktion. Boy haben etwas von ihrem Charme einbüßen müssen. Mädels, das war nichts.

COLDPLAY – A HEAD FULL OF DREAMS

Kein würdiger Abschluß der Diskographie. Tanzbar. Falsch. Nicht mehr Coldplay.

Es klingt viel zu bunt, um als Coldplay-Album zu überzeugen. Was auf „Mylo Xyloto“ noch die große Stärke war, nämlich der gelungene Umstieg auf Pop, klingt hier einfach langweilig und uninteressant… Warum genau, erkläre ich hier.

 

Vielen Dank für’s Lesen! Ich freue mich schon auf 2016!

Ich wünsche euch an dieser Stelle ein frohes Fest und einen guten Rutsch in das Jahr 2016, das hoffentlich auch viel tolle Musik zu bieten hat. 🙂

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