Ich habe mir gerade das neue Musikvideo zu Coldplays neuer Single „Up&Up“ (aus dem aktuellen Album „A Head Full Of Dreams“) angeschaut. Nachdem ich das Album im Dezember bereits verrissen habe, finde ich für das neue Video nur lobende Worte:

Es ist so dermaßen surreal, dass es Spaß macht: Falken, die unter Wasser…fliegen? Radfahrer, die an der Fassade des neuen World Trade Centers hinauf fahren, ein Kopfkissen, das als Skipiste fungiert.

Wenn Coldplay eines nicht verlernt haben, dann ist es, die Menschen zum Staunen zu bringen. In dem Video zu „Strawberry Swing“ (2008) hat man schon beweisen können, auf welche alternative Art man Videos drehen kann. Wieso müssen es z.B. im Rock so oft Videos sein, in denen man die Band einfach nur die ganze Zeit an den Instrumenten spielen sehen kann? Langweilig! Je verrückter, desto besser. Nur so bleibt man im Kopf, und sogar ein schlechtes oder mittelmäßiges Lied kommt besser an, wenn das Video dazu stimmt. Musikvideos galten immer schon als Ergänzung zum eigentlichen Lied, es ist das, was die Fantasie der Zuschauer bzw. Zuhörer ansprechen soll. So stelle ich mir z.B. fiktive Musikvideos zu Liedern, die gerade auf den Kopfhörern laufen, vor. Man schaut mit Musik auf den Ohren aus dem Zugfenster hinaus und stellt sich vor, man wäre selber in einem solchen Video. Als MTV an den Start ging, hieß es noch „video killed the radio star“, doch wieso haben einige Musik-Puristen eine solche Ablehnung dagegen? Es erweitert Musik über die bloße Musik hinaus, es ist das multisensorische, was wir (medienaffinen) Menschen lieben. Würde man Musikvideos mit Geruch erfinden, wäre Musikfernsehen wieder in. Schon Bands wie Nine Inch Nails haben erkannt, welches Potenzial ein Erlebnis mit mehreren Sinnen hat (das Musikvideo zu „Came Back Haunted“ ist so genial und gruselig in Szene gesetzt, das kann wirklich nur Regisseur David Lynch).

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