Dieses Album hat einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen, denn es ist perfekt gealtert. Es gibt Platten, die altern schlecht, da sie sich zu sehr an zeitgenössische Trends anbinden. Und es gibt Alben, die altern gut, und dieses altert eben perfekt. Discovery ist wie eine Flasche Limonade aus dem Jahr 2001, die immer noch schmeckt und auch nicht verdirbt. Grund dafür sind perfekte Samples und ungewöhnliche Ideen.

Es beginnt mit One More Time, der besten Partyhymne aller Zeiten, und jeder, wirklich JEDER kennt es. Im Vergleich zu anderen Partyhits ist es immer noch gültig, obwohl es schon 15 Jahre alt ist, und der heutzutage verpöhnte Autotune-Effekt benutzt wird. Ein David Guetta kann ja heute einen Hit nach dem anderen raushauen, aber seine Lieder haben kaum musikalische Halbwertszeit. One More Time liefert dazu auch noch den Beweis, dass die 00er-Jahre in Sachen Musik besser waren als die so oft gehypeten 90er: Denn es ist ein Partyhit, der immer noch hörbar ist, und zwar ganz ohne Trash.

Das Lied geht mit einem gruseligen Glockenläuten in Aerodynamic über, einem hektischen Lied, mit einem noch hektischerem Gitarrensolo. Aber was für ein Solo! Total schrill und nicht ganz sauber gespielt. Total einfach und doch sehr passend, da es wie die Faust aufs Auge geht und dem Lied ein markantes Alleinstellungsmerkmal verleiht. Und überhaupt: Gitarren in der House-Musik, ich glaube Daft Punk haben das erfunden. Solche außergewöhnlichen Momente sind es, die ein Lied ewig jung bleiben lassen.

Digital Love ist wunderbar kitschig. Eine vom Filter verzerrte Stimme, die von zwei liebenden singt. Wie süß. Und wie schön, dass Owl City den Effekt 2009 mit „Fireflies“ wohl abgeguckt haben. Also das mit dem Filter und der Stimme.

Harder, Better, Faster, Stronger kennt auch jeder. Leider kommt es etwas zu albern rüber. Macht nichts, Hit ist Hit. Wahrlich partymäßig wird es dann mit Crescendolls, bei dem dann viel gejubelt wird. Hier bekommt das Album so einen Touch von Lässigkeit, der dann aber mit Nightvision sofort wieder verschwindet. Dieses Lied klingt entweder nach dem Kater am morgen danach oder nach einer Person, die einsam ist und nicht mitfeiern kann. Aber dann geht es sofort partymäßig weiter! Dieses Album kommt ja kaum zur Ruhe. Bei Superheroes fliegen die Superhelden durch die Luft, und die beiden DJs samplen dann einen Satz, der nach „something’s in the air“ oder „coffins in the air“ klingt. Oder „dolphins in the air“. Wie auch immer.

Der Bruder von Digital Love, das ist Something About Us, weil es etwas ähnlich klingt. Es hat einen sexy Bass und eine sexy Gitarre und auch eine sexy Melodie und klingt entweder nach Liebe machen oder klischeehafter 80er-Jahre Pornomusik. Aber der Text hat etwas mit Liebe zu tun: „It might not be the right time. I might not be the right one“

Voyager klingt so, wie man sich einen Trip durch das Weltall vorstellt, und Short Circuit klingt wie ein Roboter, der zuerst gut funktioniert, dann übertaktet und überhitzt und am Ende verbrennt.

Und dann ist da noch das Ende des Albums, das mit Too Long einen exakt 10-minütigen Soundtrack für die Party liefert.

Fazit: Natürlich klingt dieses Album kein bisschen wie das, was wir von heute so kennen. Kein Dubstep, keine Trap-Snares und kein Schema F á la David Guetta. Wer trotzdem eine gute Platte für wilde und ruhige Momente auf Parties haben will, sollte diese Platte unbedingt hören.

 

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