Für Portugal ist zwar im Moment Eder „The Man“, aber es gibt auch eine Band die so heißt. Und heute ist mein Album für den Sommer „Evil Friends“ von Portugal. The Man!

Die Ferien haben begonnen und nun ist es Zeit für etwas Musik, die man auf Roadtrips hören kann, oder am Badesee: Musik für den Sommer. Im dritten Teil meiner Reihe stelle ich euch ein weiteres ungewöhnliches Album vor, das perfekt zur besten Zeit des Jahres passt.

Dieses Mal ist schon der Name der Band etwas ungewöhnlich: Portugal. The Man. Dieser Punkt ist Absicht. Das gruselige Albencover übrigens auch. Aber das hier hat nichts mit Masken, Teufelsfratzen oder böser lauter Musik á la Slipknot zu tun, denn das Album Evil Friends (2013) ist Indierock gemischt mit Pop. Und zwar von der ganz feinen Sorte.

Twentysomethingproblems

Es bleibt nicht die ganze Zeit über ruhig, denn die Band weiß, wie man ordentlich abgehen kann. Bestes Beispiel hierfür ist der gleichnamige Titeltrack Evil Friends, da wird eine so eingängige Melodie gespielt, wie sie in einer Autowerbung vorkommen könnte. Und dann die Gitarre, die kreischt so toll, und dann der Refrain, den schon die ersten beiden Lieder hatten:

„It’s not because the light here is brighter

And it’s not that I’m evil

I just don’t like to pretend

That I could ever be your friend”

Fies und ehrlich. Das lobe ich mir.

Das Herzstück des Albums fängt mit Track Nr. 4 an: Bei Modern Jesus singt die ganze Band im Chor darüber, dass man lieber an sich selbst glauben sollte, als an den Messias. Ja, glaubt an euch, legt diese CD ins Autoradio und singt bei voller Lautstärke mit! So wird der Sommer nicht in Vergessenheit geraten, gemeinsam ist alles am besten.

Die typischen Indie-Riffs, die z.B. bei Hip Hop Kids gespielt werden, eignen sich perfekt für Autofahrten oder auch, wenn es nur Fahrten mit dem Fahrrad sind. Solche Lieder verstärken das Gefühl von Gemeinschaft und Einigkeit in der Gruppe. Wir sind doch alles kleine Hip-Hop Kiddies.

 Das L-A-G-E-R-F-E-U-E-R-Lied

Jedes Lied ist rund und in sich geschlossen, kein Lied ist als Lückenfüller auf der Platte. Das beste daran ist, dass jedes davon zum Mitsingen gedacht ist. Zum Beispiel das laute „AAAHAAAHAAA“ und das leise „After you, hell should be easy“ bei Atomic Man. Ein tolles Lied, perfekt für den Sonnenuntergang, wenn man am Ende die völlig verlangsamte und geschmolzene Stimme des Sängers nachäfft. An dieser Stelle möchte ich noch anmerken, dass Portugal. The Man wunderbar talentiert sind, ohne Strenge und Ernsthaftigkeit nach Jugend und Adoleszenz zu klingen, und dabei nicht  dämliche und pubertäre Texte schreiben.

Bei Waves zeigt sich dann das ganz große Talent dieser Band: Ruhig und entspannt präsentiert sich dieses Lied, als der Sänger es zuerst alleine singt, als dann nach einem lauten Übergang alle gemeinsam singen als würden man es nachts gemeinsam am Lagerfeuer singen, sich dabei gegenseitig in den Armen liegen und viel lachen. Und dann Party machen, feiern, sich selbst, die Freunde und die jugendlichen Unbeschwertheit, wenn gegen Ende des Albums dann der Hit Purple Yellow Red And Blue (einigen sicher schon durch FIFA 14 bekannt) für noch bessere Stimmung sorgt:

„When I grow up I wanna be

A movie star or on TV

‘Cause working just won’t work for me”

Ein Glück, dass ich eine solche Phase bzw. Meinung nie hatte. Heißt das, dass ich offiziell erwachsen bin?

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