Der Sommer ist da. Irgendwie auch nicht,  ihr wisst, was ich meine. Vielleicht nicht wirklich in Deutschland, sondern woanders. Im Urlaub, oder ja doch noch hierzulande im Juli und August?

Es ist eine ganz besondere Zeit, die beste Zeit des Jahres. Die Tage sind unendlich lang und die Nächte auch. Es ist schwül oder trocken, jedenfalls heiß, jede Bewegung will gut überlegt sein.

In den folgenden Rezensionen möchte ich von Alben berichten, die sich besonders gut im Sommer hören lassen; der Soundtrack der Ferien.

 

Kein J-Rock. Zum Glück.

 

Das 2002 erschienene Album Yoshimi Battles The Pink Robots“ der US-Band The Flaming Lips ist trotz des seltsamen Titels und der japanischen Schriftzeichen auf dem Titelbild kein japanischer Rock (J-Rock) und hat auch sonst nichts mit Anime etc. zu tun. Ein Glück, denn sonst würde es ja nicht gut klingen.Ich habe mich noch nie so schnell in ein Album verliebt wie in dieses. Es ist –schlicht gesagt – wunderschön. Ich wüsste nicht, mit welchem Wort ich es sonst besser beschreiben könnte. Einfach. Nur. Schön.

Ein moderner Klassiker, der unmöglich alt werden kann, da man hier auf musikalische Trends der frühen 00er-Jahre verzichtet hat. Es hat keinen typischen Klang von 2002, und das ist auch gut so. Denn genau das macht einen Klassiker aus: Zeitlosigkeit.

In dem Titelsong Yoshimi Battles The Pink Robots Part 1 geht es dann um die Protagonistin Yoshimi, ihres Zeichens Schwarzgurt in Karate. Sie muss ihre Stadt vor einer großen Bedrohung retten: Den pinken Robotern! Und um stärker zu werden, muss sie viel  Vitamine zu sich nehmen. Der Sinn dahinter? Den weiß ich nicht.  Im zweiten Teil wird dann auf Texte verzichtet, sondern hört ein Kreischen und viel Jubel, und man weiß trotz nicht weniger Soundeffekte: Hier findet gerade ein heftiger Kampf statt. Doch keine Angst, so klingt nur einer der insgesamt 11 Tracks. Und danach wird es deutlich ruhiger.

 

Sommerlich und locker

Während bei vielen anderen Bands der Titelsong das Herzstück des Albums ist, und andere Lieder nur drum herum existieren, geht „Yoshimi“ nach den beiden Titelsongs erst richtig los, und hier zeigt sich dann das sommerliche an dieser Musik: Das Lied „In The Morning Of The Magicians“ kommt so locker und leicht daher, ruhiger Indie-Rock bei dem man seinen inneren Frieden findet. Innere Ruhe durch Musik, ganz ohne Yoga.

Langweilig wird es nicht, da es nicht nur permanent nach Indie klingt, sondern viele Effekte gekonnt in den melodielastigen Soundteppich eingewebt wurden. Mal blubbert es (Ego Tripping At The Gates Of Hell), oder der Bass dröhnt wie eine Bohrmaschine (All We Have Is Now; ich habe sogar zuerst gedacht, dass meine Nachbarn bohren! :D) oder die Synths quietschen so herrlich lustig vor sich hin (Are You A Hypnotist?).  Die akustische Lavalampe.

 

Bei Liedern wie It’s Summertime (haha, wie passend) und Do You Realize?? möchte man am liebsten mit seinem Lieblingsmenschen händchenhaltend am See liegen und die Wolken beobachten. Oder im August auf Heuballen klettern. Musik zum Verlieben und zum verliebt sein. Im Sommer. Gibt es etwas Besseres als Liebe und Sommer? Jetzt fehlen nur noch die Wassermelonen.

Und weil es so schön ist, empfehle ich euch, liebe Leser, dieses Album unbedingt zu hören. Wer gerne entspannt, oder die warme Jahreszeit liebt (oder beides) wird dieses Album lieben. Lasst euch nicht von ungewöhnlichen Titeln oder japanischen Schriftzeichen beängstigen.

 

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